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Die Nationalbanken bleiben noch lange mit offenen Schleusen aktiv

Die EZB hat vor 14 Tagen das Thema Zinserhöhung auf frühestens 2019 verschoben, weil diese erst dann zum Tragen kommen können sollen, wenn die Anleihenkäufe eingestellt worden sein werden. Dass diese Themen miteinander verknüpft sein sollen hat niemand hinterfragt. Am 2.11.2017 hat die britische Notenbank gezeigt, dass es nicht so ist.

Mark Carney, der britische Chef-Notenbanker hat eine Zinserhöhung verlautbart. Dazu hat er erklärt, dass die britische Notenbank unverdrossen darin fortfahren würde Anleihen zu kaufen. Bis Ende 2020 würde es noch 2 (!!!) Zinserhöhungen geben können.

All das sagte Mr Carney, obwohl die Inflationsrate in Großbritannien mit +3 % deutlich über der Zielrate von 2 % liegt.

Für die Börsen ist Gelddrucken gut, soweit es die Preise betrifft

Was gut für den Preis ist, muss nicht gut sein für den Wert einer Sache. Die Übertreibung geht noch einige Zeit weiter.

Was wichtig ist an den „Maßnahmen der Notenbanken“: Die Wirtschaft in Europa und wohl auch in den USA bleibt anämisch in ihrer Entwicklung. All das, was ich vor einem Jahr in meinem Buch (Nie wieder Zinsen) beschrieb manifestiert sich nun.

Der Inflationsdruck bleibt niedrig (Globalisierung, beginnende Digitalisierung) und dann bleiben auch die Zinsen niedrig, wenn die gesamtwirtschaftliche Entwicklung nicht allzu gut ist. Die Wirtschaft in Europa wächst aktuell noch sehr stark, jene in England hängt weit zurück und wird auf absehbare Zeit Brexit-bedingt schwach bleiben. Daher rührt auch die Vorsicht der Bank of England.

Neue Chancen in Hochzinsländern!

Dies gilt für Aktien, wie Anleihen. Die Zinsen bleiben im Westen tief. Das erhöht die Perspektiven für Hochzinsländer, die zuletzt unter Druck kamen, weil Marktteilnehmer mit einer mehr Zinsdruck rechneten. Das Pfund hat dies besonders zu spüren bekommen. Es verfiel nach der Erklärung von Mark Carney um fast 2 % binnen Minuten!

Weltwirtschaftlich gibt es Hoffnung, dass das Wachstum noch einige Jahre lang anhält – in Asien, Lateinamerika und Afrika ist die demographische Entwicklung noch günstig, die Nachfrage steigt, aber auch die Fähigkeit mit westlichen Unternehmen in Wettstreit zu gehen und durch günstigere Preise zu gewinnen.

Das wird die Preise im Westen noch lange tief halten und mittelfristig auch die Margen der börsennotierten Unternehmen belasten. Die Bewertungen für Hochzinswährungen sind tief (tiefer als 2002 oder 2008) jene für Aktien sind sehr hoch. Große Chancen entstehen immer dort, wo nicht alle investiert sind. Dann kommt es noch auf das Timing an!

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Über den Autor
Gerhard Massenbauer

Gerhard Massenbauer ist Wiener Vermögensverwalter und auf diesem Terrain schon seit mehreren Jahren erfolgreich unterwegs.

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