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Die EZB steckt in der Klemme…

Die EZB hat sich mit ihrer Geldpolitik in die Zwickmühle manövriert. Mario Draghi steht aktuell vor einer Wahl zwischen Pest und Cholera. Er weiß, dass er die Geldschwemme nicht ewig aufrechterhalten kann. Andererseits riskiert er einen Crash der gesamten europäischen Wirtschaft, wenn er den Geldhahn einfach zudreht.

Schwacher Euro trägt NICHT zum Export bei

Die EZB will einen schwachen Euro. Gleichzeitig will sie den Anschein einer starken Wirtschaft wahren. Dabei handeln die EU-Länder vor allem untereinander. Rund zwei Drittel aller Waren und Dienstleistungen der EU-Staaten gehen an andere Mitgliedsstaaten.

Der schwache Euro trägt NICHT zum Export außerhalb der EU bei, wie Politiker gerne behaupten. Die Exporte der Mitgliedsstaaten in Länder außerhalb der EU stagnieren bereits seit die EZB ihr Anleihenkaufprogramm (APP) gestartet hat. Und das, obwohl der Euro heute viel schwächer ist, als er zum Start des APP war.

EZB hat massive Anleihenblase geschaffen

Tatsächlich ist die Lage der EZB bereits total verfahren. Die Zentralbank hätte nach ihrem eigenen Plan schon vor Monaten das Stimulus-Programm zurückfahren sollen. Doch das Gegenteil ist passiert. Die Zentralbank hat bereits über eine BILLION Euro in Staatsanleihen gepumpt und die überschüssige Liquidität damit fast ver-10-facht. Hier hat sich eine gewaltige Blase gebildet.

Indem die EZB ihr Anleihenkaufprogramm verlängert hat, gibt sie indirekt zu, dass es überhaupt keinen Markt mehr für die völlig wertlosen Staatsanleihen gibt. Das ist auch nur logisch. Oder würden Sie Anleihen hoch verschuldeter Staaten mit einer Laufzeit von 10 Jahren kaufen, die weniger als 2 % Rendite abwerfen? Selbstverständlich nicht. Doch die EZB pumpt Milliardensummen in solche „Wertpapiere“.

„Zomie-Unternehmen“ könnten europäsiche Wirtschaft kollabieren

Die Anleihen-Blase ist nicht das einzige Problem der EZB. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist die Zahl der „Zombie-Unternehmen“ in der EU in den letzten zwei Jahren auf 9 % geschossen. Das sind Unternehmen, die nur dank ultrabilliger Kredite am Leben erhalten werden.

Wenn die EZB die Zinsen erhöht, würden diese Zombies in kürzester Zeit Pleite gehen. In anderen Worten: Fast jedes zehnte EU-Unternehmen müsste ohne die Billigkredite bankrott anmelden! Die Zentralbank würde mit höheren Zinsen die europäische Wirtschaft gegen die Wand fahren.

EZB hat sich selbst zur Geisel genommen

Die Zentralbank ist längst zum Opfer ihrer eigenen Geldpolitik geworden. Uns wird erzählt, es gibt keine Blase. Aber dennoch muss die EZB jeden Monat Milliardensummen in Staatsanleihen pumpen. Uns wird erzählt, die Eurozone hätte sich von der Krise erholt. Aber bereits ein Zinsanstieg von 0,5% würde Unternehmen und ganze Staaten in den Bankrott treiben.

Sie können davon ausgehen, dass die Entwertung Ihres Vermögens weiter gehen wird… bis es schließlich zum großen Knall kommt. Denn der EZB bleibt längst keine andere Wahl mehr, als das Spiel weiter zu treiben und den Crash damit noch etwas rauszuzögern.

Wie lange es bis dahin ist, kann Ihnen niemand genau sagen.

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Über den Autor Dimitri Speck

Dimitri Speck gilt als gewiefter und erfahrener Marktanalytiker. Außerdem ist er Chef-Entwickler für die Handelsstrategien des Asset Managers Staedel Hanseatic. Er ist also kein gewöhnlicher Analyst, der am grünen Tisch irgendwelche Spekulationen aufgreift. Er beobachtet die Märkte und schließt daraus Ungeheuerliches.

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