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Aktien: Wie geht es weiter mit den Weltbörsen?

Einige Leser fragten mich, was ich denn Neueinsteigern empfehlen würde, die noch nicht engagiert sind und jetzt auf eine Korrektur „hoffen“.

Eine gar nicht so einfache Frage für einen eher optimistischen Börsianer wie mich. Und eine noch schwierigere für einen Redakteur, der keine konkreten Empfehlungen geben kann.

Aber ich möchte mal so sagen: Es gibt sehr viele Unternehmen, insb. aus den großen Indizes, die in den letzten Wochen, Monaten oder sogar Jahren ohne nennenswerte „Zicken“ sehr gut gelaufen sind; wie z. B. eine Adidas-, eine Berkshire – oder auch eine McDonalds-Aktie. Aber zwei Dinge dürfen wir nicht außer Acht lassen:

1.) Es besteht natürlich die Möglichkeit einer länger anhaltenden Seitwärtsphase

2.) Auch eine kräftigere Korrektur (vergleichbar der mit der vom September letzten Jahres) ist möglich.

Chart Dax seit Januar 2015

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Im roten Rechteck sehen Sie die Korrektur letzten Jahres, die den Dax von 11.382 Punkten bis auf 8.752 Punkte trieb – ein Verlust von über 20 Prozent! Zahlreiche Pessimisten sahen damals die Welt vollständig untergehen und mahnten: „Habe ich es nicht immer schon gesagt?“.

Damals – in meinen Augen nach der Korrektur – war für mich die Situation wesentlich klarer als jetzt. Selbst wenn uns noch Brexit, Italien-Referendum und die US-Wahl bevorstanden. Aktuell gibt es nämlich in der Tat drei gleichwertige Möglichkeiten:

– die Euphorie-Phase (wenn die Indizes jetzt in kürzester Zeit weitere 10% und mehr zulegen)

– die Seitwärtsphase (wenn die Indizes sich bis zum Frühling in einer Range von 3 bis 5 % bewegen)

– die Korrektur (für den Dax sollte solch eine mögliche Korrektur nicht weiter als bis zum Ausbruchslevel bei 10.750 Punkten führen …)

Klar, am gesündesten wäre die Seitwärtsphase, am schlimmsten die Euphorie. Denn letztere dürfte dann in eine unerbittliche und in den Ausmaßen unvorhersehbare Korrektur führen … selbst – oder gerade – wenn ein neues Allzeithoch im Dax erreicht werden würde.

Von den vielen Analysten am meisten erwähnt, diskutiert und beschrieben wird die Korrektur (wegen Saisonalität, Schuldenkrise, Zins-Dilemma, mögliches Stocken der Wirtschaft oder einfach weil die Kurse an der Wall Street langsam etwas heiß gelaufen sind). Aber Sie wissen:

Je mehr Analysten von einer (heftigen) Korrektur ausgehen, umso unwahrscheinlicher wird sie. Mein Lieblings-Szenario für den Dax wäre eine leichte Korrektur bis auf 11.000 und dann ein Aufbauen neuer Kurs-Power um diese Marke herum.

Nun gut, die Börse ist nun mal kein Wunschkonzert und Miss Börse macht selten genau das, was ich mir so vorstelle …

Streuen Sie Ihr Glück!

Wie Sie vermutlich erraten haben, ist für mich momentan nicht der passende Zeitpunkt, um jetzt neu und mit voller Wucht in Aktien einzusteigen. Ich persönlich betrachte die Chancen an der Börse stets langfristig und lege kontinuierlich in Qualitäts-Aktien an.

Wer aber jetzt der Meinung ist, neu oder erneut in Aktien einsteigen zu müssen, dem kann ich nur eine breite Diversifizierung (also eine weite Streuung) ans Herz legen.

Ich persönlich würde also nicht alle Eier in einen Korb legen. Statt also z.B. 5.000 oder 10.000 Euro in eine einzige Aktie zu stecken, würde ich mein Glück lieber auf fünf, wenn nicht sogar zehn verschiedene Aktien aus verschiedenen Ländern (USA, Europa und vielleicht ein Asien-ETF) verteilen.

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Über den Autor Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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