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Aktien: Vapiano gibt Startschuss für sommerliche IPO-Welle

Spektakuläre Börsengänge waren hierzulande in diesem Jahr ja eher Fehlanzeige. Um nicht zu sagen: es herrschte eine regelrechte IPO-Flaute.

Mit IBU-tec, ein Entwicklungs- und Produktionsdienstleister auf dem Gebiet der thermischen Behandlung von anorganischen Stoffen, und dem Maschinenhersteller Aumann wagten erst zwei Unternehmen den Sprung auf das hiesige Börsenparkett.

Doch nun verspricht es doch noch ein heißer IPO-Sommer zu werden. Denn gleich drei Unternehmen befinden sich in dieser Woche in den Startlöchern für ihren Börsengang.

Allen voran die Restaurantkette Vapiano, die heute ihr Börsendebüt feiert. Daneben befinden sich der Essenslieferdienst Delivery Hero (IPO 30. Juni) sowie die Immobilienfirma Noratis (IPO 30. Juni) auf der Zielgeraden zum Börsenparkett.

Und die IPO-Liste verspricht noch weitere interessante Börsenneuzugänge in diesem Sommer.

Unter anderem schmieden der Nutzfahrzeugzulieferer Jost-Werke, der Industrieentsorger Befesa, der Glücksspieltechnologiekonzern Novomatic, der Vermögensverwalter Deutsche Asset Management und die Siemens Medizintechniktochter Healthineers konkrete Börsenpläne.

Pizza- und Pasta-Kette Vapiano feiert heute Börsendebüt

Doch heute richtet sich unsere Aufmerksamkeit erst einmal auf Vapiano. Die Restaurantkette, die italienische Speisen nach dem Fast-Casual-Prinzip anbietet, kennen Sie sicher alle. Ich selbst war erst wieder vergangene Woche bei dem Unternehmen aus Bonn speisen.

Nämlich als ich letzten Dienstag einen Kurztrip nach Köln unternommen habe, um dort in der Lanxess Arena das Konzert von Aerosmith zu besuchen.

Gleich um die Ecke von der Arena gab es ein Vapiano-Restaurant, in welchem wir uns vor dem Konzert noch einmal gestärkt haben, um Steven Tyler und Co. anschließend gute 2 Stunden lang mit unseren Gesangseinlagen aus dem Publikum zu unterstützen.

Natürlich könnte ich Ihnen jetzt auch ausschweifend erzählen, wie großartig das Aerosmith-Konzert war, aber darum geht es uns heute natürlich nicht. Aber auf meinen jüngsten Vapiano-Besuch komme ich gern noch einmal zurück – gerade im Hinblick auf das heutige IPO.

Welche Unternehmen sind an der Börse erfolgreich? Richtig, Unternehmen, die ihre Kunden mit ihren Produkten oder Dienstleistungen begeistern. Und bei Vapiano gehe ich durchaus gern essen.

Zunächst einmal wird man beim Betreten des Restaurants freundlich begrüßt und man bekommt ein kleines Kärtchen, auf dem Ihre Speisen und Getränke gespeichert werden und welches Sie beim Verlassen des Restaurants einfach nur vorlegen müssen, um zu bezahlen.

Dinge wie Bestellungen aufgeben, auf die Rechnung warten etc. entfallen also.

Vapiano versprüht ein modernes Essen-Feeling. Und das wichtigste: es schmeckt.

Und wir haben letzte Woche ordentlich zugegriffen: Wir haben reichlich Getränke – die Limetten/Ingwer-Limonade hat sicherlich nicht nur aufgrund der brennenden Hitze so lecker geschmeckt –, Speisen und Desserts zu uns genommen.

Mir hat es gemundet – schon mal eine gute Voraussetzung für Vapiano, um auch an der Börse erfolgreich zu sein.

Börsengang spült 184 Mio. Euro in die Kasse

Der Konzern wurde 2002 in Hamburg gegründet, Ende 2005 verlegte Vapiano seinen Sitz nach Bonn. Die Restaurants des Unternehmens werden zu rund einem Drittel selbst, mehrheitlich aber von Franchise-Partnern oder als Joint Venture betrieben.

Einschließlich Franchise-Partnern kam Vapiano im April 2017 auf 180 Standorte in 31 Ländern, darunter Australien, China, Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten. Größter Anteilseigner ist seit 2011 die Vermögensverwaltung Mayfair.

Seit heute ist die Aktie von Vapiano im Frankfurter Prime-Standard-Segment börsennotiert. Der erste Kurs am Dienstagmorgen lag bei 23,95 Euro. Vapiano hatte die Anteile zu 23,00 Euro das Stück ausgegeben und damit eher am unteren Ende der zuvor gesetzten Spanne von 21 bis 27 Euro.

Der Börsengang spülte 184 Mio. Euro in die Kasse, wovon brutto 85 Mio. Euro dem Unternehmen selbst zufließen. Der Rest geht an die Alteigentümer, darunter Firmengründer Gregor Gerlach. Er hatte Vapiano vor 15 Jahren in Hamburg gestartet.

Mit den Einnahmen aus dem Börsengang soll insbesondere das internationale Wachstum weiter angekurbelt werden.

Ein knappes Drittel der Anteile liegt nach dem Börsengang bei neuen Besitzern, wenn die sogenannte Mehrzuteilungsoption im Markt verbleibt. Zum Emissionspreis war Vapiano insgesamt 553 Mio. Euro schwer.

Da die Aktie im regulierten Markt der Frankfurter Börse gehandelt wird, hat sie damit die Möglichkeit, in einen Index der DAX-Familie aufzusteigen.

Vapiano will internationales Wachstum vorantreiben

Dank des Konzepts mit frischen Nahrungsmitteln, die vor Ort im Front-Cooking zubereitet werden, wuchs die Kette rasant – mit einer Wachstumsrate von 27% p. a. in den letzten zehn Jahren.

Das Management hat sich auf die Agenda geschrieben, bis 2020 insgesamt 330 Vapiano-Restaurants zu betreiben, auch mit Zukäufen.

Es wird sich zeigen, ob sich Vapiano auch an der Börse als eine Lifestyle-Marke positionieren kann. Am Freitag starten wie eingangs erwähnt dann Delivery Hero sowie Noratis an der Börse durch. Auch hier werde ich Sie natürlich auf dem Laufenden halten.

Kurzum: Wir stellen fest, in diesem Sommer rollt eine größere IPO-Welle in Richtung Börsenparkett. Und diese dürfte auch für frischen Wind an den Märkten sorgen.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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