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Aktien: US-Verbrauchervertrauen auf 17-Jahres-Hoch – Gefahr für die Börsen?

Der DAX war gestern offenbar zäh genug für den Anstieg auf ein knappes neues Jahreshoch. Dem Index halfen ein etwas schwächerer Euro und festere US-Börsen, welche seit mehreren Wochen korrigierten.

An der Einkeilung und damit einer gewissen Korrekturgefahr beim DAX ändert sich damit allein noch nichts. Es bleibt weiterhin abzuwarten, ob sich auf diesem Niveau Anschlusskäufer finden werden, die für Dynamik nach oben sorgen könnten.

Bereits seit Jahresbeginn geht es nur noch sehr zäh aufwärts. Zähe Märkte kippen leichter als dynamische.

Extrem: US Verbrauchervertrauen auf 17-Jahres-Hoch

Interessante Nachrichten erreichten uns gestern aus den USA. Der vom Conference Board erhobene Indikator für die US-Verbraucherstimmung ist im März um 9,5 Punkte auf 125,6 Punkte gestiegen. Damit wurde der höchste Wert seit Dezember 2000 erreicht!

Moment mal? War das nicht kurz vor dem Platzen der Internetblase? Ist ein solch extremer Optimismus bei den US-Konsumenten nun gut oder schlecht für Aktien?

In der Vergangenheit war extremer Optimismus bei den US-Verbrauchern in Bezug auf die US-Wirtschaft nie ein ausreichend guter Grund im Sinne eines Kontraindikators, sich von seinen Aktienbeständen zu trennen.

Der S&P 500 schaffte trotz sehr vertrauensvoller Konsumenten immer noch eine durchschnittliche Jahresperformance von +10,2%. Wirtschaft (Verbraucher) und Aktien (S&P 500) sind zwar miteinander korreliert. Allerdings nie eins zu eins.

Optimismus für US-Aktien nahe 60-Jahres-/ Allzeithoch

Interessanter wird e da schon, wenn wir uns anschauen, was die US-Verbraucher über den Aktienmarkt denken. Auch diese Frage erhebt das Conference Board.

Und hier zeigt sich, dass eine überwältigende Mehrheit der US-Verbraucher (fast schon ein Allzeithoch!) an weiter steigende Aktienkurse glaubt. Höher war das Aktienvertrauen in den letzten 60 (!) Jahren fast nie.

Und das ist Mist für den Aktienmarkt. Denn hier haben wir einen exzellenten mittelfristigen Kontraindikator für den Aktienmarkt.

Gehen die meisten Verbraucher von fallenden Aktienmärkten aus, steigt der S&P 500 auf Jahressicht um durchschnittlich +12,1%. Gehen diese hingegen von steigenden Aktienkursen aus, steigt der S&P 500 zwar noch immer.

Aber nur noch um durchschnittlich +5,7% auf Jahressicht.

Werden Sie jetzt vorsichtiger…

Auch das ist kein Grund, langfristige Aktienbestände über Bord zu werfen.

6% Rendite binnen Jahresfrist sind immer noch ordentlich (nun gut, vielleicht nicht für die zahlreichen Börsenneulinge, die genau jetzt „mindestens 100%“ erwarten und die künftigen Gewinne vorsorglich schon mal ausgeben).

Allerdings lohnt es sich, auf Korrekturen zu warten und Orders stärker zu limitieren, um die eigene Rendite deutlich zu erhöhen. Auf keinen Fäll sollten Sie jetzt den Kursen hinterherlaufen.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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