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Aktien: US-Leitbörse: Der „Trump-Trade“ wird rückabgewickelt

Erinnern Sie sich noch? Kurz nach der US-Präsidentenwahl Anfang November 2016 überschlugen sich die Börsen regelrecht vor Euphorie. Seit dem vergangenen Donnerstag schlägt die Stimmung komplett ins Gegenteil um: Der „Trump-Trade“ wird rückabgewickelt.

Der US-Mittelstand säuft ab

Besonders deutlich wird dies am Russell 2000 Index, der die kleinen US-Unternehmen abbildet. Hier galt bisher die Devise, dass US-Präsident Trump es schaffen würde, die Binnenkonjunktur und den Mittelstand wieder anzukurbeln.

Der Russell Index stieg deshalb direkt nach der US-Wahl 2016 wie eine Rakete innerhalb weniger Wochen um fast 30 Prozent. Im Laufe dieses Jahres war er dann größtenteils damit beschäftigt, diese unglaubliche Rally zu verdauen. Inzwischen hat er aber offenbar erhebliche Magenprobleme bekommen.

Erstmals seit November 2016: Russell 2000 Index nominal im Bärenmarkt

Denn in der vergangenen Woche erfolgte ein Ausbruch aus dem seit November 2016 gültigen Aufwärtstrendkanal nach unten. Gleichzeitig wurde die 200-Tage-Linie erstmals seit Beginn der „Trump-Rally“ nach unten gebrochen.

Der Russell-Index – mithin der US-Mittelstand – befindet sich damit nominal im Bärenmarkt. Sowohl für die US-Wirtschaft als auch für die US-Konjunktur ist das kein gutes Zeichen.

Russell 2000 Tageschart: Bullen verabschieden sich durch die Hintertür

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Zumindest eine Zwischenerholung ist jetzt fällig

Doch es ist auch nicht alles hoffnungslos. Aktuell setzt der Russell auf einer wichtigen Unterstützung bei 1350 Punkten auf. Von dort müsste zumindest eine Zwischenerholung möglich sein.

Gelänge dem Index sogar eine nachhaltige Rückeroberung der 200-Tage-Linie, können wir das Kursgeschehen der vergangenen Woche als sommerlichen Ausrutscher abtun. Aber was, wenn dies nicht gelingt?

In diesem Falle sehen wir weitere, erhebliche Kursrückgänge. Die nächste massive Unterstützung liegt nämlich erst 100 Punkte tiefer bei 1260 Punkten. Dort hätte der Index dann 2/3 der „Trump-Rally“ korrigiert – ein recht übliches Korrekturziel in Bullenmärkten.

Einmalige antizyklische Chance in Kürze

Der „Trump-Pessimismus“ dürfte dann so groß sein, dass es sich lohnen wird, über einen antizyklischen Einstige nachzudenken. Nicht nur in den Russell-Index, sondern generell in den US-Markt. Die Trump-Euphorie vom vergangenen Herbst/Winter war gefährlich.

Dass der Markt jetzt gleich ins krasse Gegenteil dreht, serviert Ihnen jedoch eine einmalige Einstiegschance auf dem Silbertablett.

Natürlich erfordert dies Mut und gutes Timing. Denn die Volatilität an den Börsen explodiert gerade, nachdem diese über viele Monate hinweg geradezu eingeschlafen war.

Auch ein echter „Mini-Crash“ ist – passend zum Ausrutscher-Monat August – nicht ganz auszuschließen. Der zu frühe Vogel könnte sich also den Schnabel verletzen.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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