MenüMenü

Aktien: Übernahmesturm tobt in der Fintech-Branche

Der DAX schwächelt ganz offensichtlich und hat die Marke von 13.000 Punkten eindeutig aus dem Blick verloren. Nur eine Branche stemmt sich gegenwärtig erfolgreich gegen den Abwärtstrend in Deutschland und Europa: die Fintech-Unternehmen.

Die Gründe für die Stärke dieser Aktien sind klar: Hier tobt ein Übernahmekampf wirklich historischen Ausmaßes. Derzeit greift z.B. der US-Kreditkarten-Dienstleister Vantiv nach der britischen Worldpay Group. Volumen der Transaktion: mindestens 9 Milliarden Euro.

Daneben haben zwei US-Investoren ein Übernahmeangebot für das britische Fintech-Unternehmen Paysafe Group vorgelegt.

Volumen hier: ungefähr 3,2 Milliarden US-Dollar. Paysafe wiederum bietet aktuell für einen kleinen US-Anbieter (Merchants Choice) knapp 500 Millionen US-Dollar. Aber der Reihe nach: Was macht diese Fintech-Unternehmen eigentlich so attraktiv?

Hier sehe ich zwei langfristige Erfolgsfaktoren: Erstens wird die Barzahlung (im Einzelhandel) zunehmend verdrängt. Besonders Skandinavien ist hier schon sehr weit.

So ist mittelständischen Einzelhändlern z.B. in Dänemark mittlerweile freigestellt, in welcher Form man die Zahlung entgegennimmt. Faktisch ist damit Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel abgeschafft. Profiteur sind die diversen Zahlungsdienstleister (neudeutsch: Fintechs).

Weit wuchtiger wirkt allerdings der zweite Trendfaktor: Der Privatverbraucher wickelt immer mehr Käufe und Bestellungen im Internet ab.

Hierfür benötigen die Internet-Handelsplattformen von Amazon, eBay usw. eine verlässliche Infrastruktur, die eben Unternehmen wie Paysafe, Worldpay oder hierzulande Wirecard stellen.

Deren Geschäftsmodell ist fast genial: Zuerst verdient man daran, dass man dem Einzelhändler die Software-Infrastruktur zur Verfügung stellt.

Daneben sind die Fintechs allerdings auch am abgewickelten Zahlungsvolumen beteiligt. Zwar verdient man hier pro Transaktion nur wenige Promille. In der Gesamtschau freilich ist dieses Geschäftsmodell eine pure Gelddruckmaschine.

Wenn Unternehmen einmal einen umsatzstarken Einzelhändler, wie eine Supermarktkette oder eine Fluglinie betreuen, rollt hier unablässig der Rubel, sowohl werktags wie auch wochenends. Hier wird in der Tat rund um die Uhr verdient und das 7 Tage pro Woche.

US-Banken holen sich jetzt das Geschäft zurück

Traditionellerweise ist das Geschäft der Zahlungsabwicklung selbstverständlich eine Angelegenheit der Geschäftsbanken. In der Vergangenheit waren diesen Marktteilnehmer allerdings die Hände gebunden.

Man hatte schwer unter der Immobilien- und Finanzkrise gelitten und musste ohnmächtig zuschauen, wie kleine Software-Unternehmen den neuen Markt aufrollten. Inzwischen sind allerdings vor allem die US-Banken wieder zu alter Finanzstärke zurückgekehrt.

Selbst die ehemaligen Schwächlinge in Deutschland, wie Deutsche Bank oder Commerzbank, punkten wieder am Markt und haben in den vergangenen Monaten Substanz und Kriegskasse aufgebaut.

Und das ist jetzt wichtig: Bisher haben wir im in diesem Übernahmesturm in der Fintech-Branche nur die Vorspeise gegessen. Denn jetzt schalten sich die schweren US-Player ein, um das verlorene Geschäft um die Zahlungsabwicklung zurückzuerobern.

Hier einige Zahlen: Die US-Bank JP Morgan wiegt aktuell an der Börse 280 Milliarden Euro. Das Kreditkarten-Unternehmen Visa kommt auf eine Marktkapitalisierung von 160 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Der europäische Fintech-Marktführer (Wirecard)  wird aktuell mit 9 Milliarden Euro bewertet.

Als Börsianer verstehen Sie sofort, was jetzt geschehen wird: Die Großen werden die (innovativen) Kleinen fressen. Zumal die Online-Zahlungssysteme der klassischen (großen) Geschäftsbanken harte Rohrkrepierer sind.

Oder haben Sie schon jemals mit „Paydirekt“ bezahlt? Zur Information: Das ist das neue Zahlungssystem der deutschen Sparkassen und Banken. Das wird man bald einstellen und lieber die Systeme der jungen Fintechs verwenden.

Meine Empfehlung für Sie: Wirecard ist gegenwärtig sicherlich kein Schnäppchen mehr. Gleichwohl: Ein Verkauf im gegenwärtigen Boom-Umfeld ist absolut verboten.

 


Jetzt gratis Buch bestellen
Nur für kurze Zeit !
Der Investor-Verlag schenkt Ihnen das brandneue Buch "Reich mit Kryptowährungen".


Erfahren Sie wie Sie:

  • große Gewinne erzielen
  • Verluste vermeiden
  • von den Profis lernen
Zur Gratis-Aktion "Reich mit Kryptowährungen"
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Alexander von Parseval

Der Augsburger Vermögensverwalter entstammt einer alten französischen Bankiersfamilie, deren Wurzeln bis in die Spätrenaissance zurückreichen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Alexander von Parseval. Herausgeber: FID Verlag GmbH. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz