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Aktien: Träumen muss erlaubt sein

Bin ich schon im Sommerloch oder habe ich einen Trump-Koller? Irgendwie fehlte mir angesichts von 28 Grad Außentemperatur am Wochenende gerade der richtige Bezug zur Börse.

„Schreibe doch über das DFB-Pokalfinale!“ rief mir mein fußballbegeisterter Sohn zu, der dem Spiel seiner Eintracht gegen Borussia Dortmund entgegenfieberte. Gut, da fiel mir immerhin die Meldung ein, dass die „Deutsche Börse“ in der kommenden Saison „Ärmel-Sponsor“ des Bundesligisten wird.

„Hat der deutsche Finanzplatz Nr. 1 endlich begriffen, dass Frankfurt einen Traditions-Verein im deutschen Oberhaus besitzt?“, schoss es mir durch den Kopf.

Während sich die Top-Vereine in England oder Spanien die Sponsoren aussuchen können, ist die Eintracht derzeit ja froh, wenn wenigstens eine Bier-Firma etwas Geld in die chronisch leere Kasse einzahlt.

Nur das Beste ist für die Besten scheinbar gut genug, daher wollen Top-Firmen leider nicht unbedingt mit mittelklassigen Clubs identifiziert werden. Bei Bayern München hingegen würde nahezu jeder „hier“ rufen, wenn die deutsche Nr. 1 einen Nachfolger für die Allianz oder für Adidas sucht.

Bei der Eintracht ist da noch viel Nachholbedarf. Und da war dann doch schon der erhoffte Transfer zur Börse. Auch hier investieren die großen Kapitalsammelstellen und Vermögensverwalter in erster Linie in die absoluten Top-Unternehmen.

Wenn Sparer Monat für Monat Milliardensummen in Aktien-Fonds investieren, legen die Fondsmanager das Geld in erster Linie in DAX- oder Dow Jones-Unternehmen oder eben in die großen IT-Giganten wie Apple, Amazon, Google oder Facebook an.

Daher machen auch Sie keinen Fehler, in erster Linie in die Top-Unternehmen zu investieren.

Überraschungen gibt es immer wieder

Doch es gibt ja auch immer Überraschungen. So hat der große FC-Bayern das Pokalfinale verpasst. Und es war am Ende ja tatsächlich auch knapp und die Eintracht war nah dran am Sieg gegen Dortmund und wäre damit wieder interessant für Sponsoren geworden.

Schließlich wäre Frankfurt dann DFB-Pokal-Sieger und nicht nur Bundesliga-Elfter. Ja, auch an der Börse darf man natürlich auch einmal auf Außenseiter setzen, auf Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe, die einfach mit viel Schwung und Dynamik überzeugen.

In Unternehmen, die den Platzhirschen „ans Leder“ wollen oder einfach mit einer völlig neuen „Taktik“ überraschen.

Gerade jetzt, wo die Märkte ja insgesamt eine starke Rally hinter sich haben und die Bewertungen der bekannten Trend-Aktien nicht mehr wirklich günstig sind, macht das sogenannte „Stock-Picking“ wieder Sinn.

Dabei geht es darum, unterbewertete oder zurückgebliebene Aktien zu identifizieren, die derzeit einfach niemand auf dem Schirm hat. In Unternehmen, die aber durchaus das Zeug dazu haben, wieder ins Rampenlicht zu rücken.

Auch hier kann man einen Vergleich zum Fußball durchaus ziehen: Aktuell werden Sie noch mit einem Bruchteil der Bayern München-Verhältnisse Hauptsponsor von Eintracht Frankfurt.

Und auch eine VIP-Lounge oder Business-Seats sind im Vergleich zur Allianz-Arena in der Commerzbank-Arena noch für „Peanuts“ zu bekommen.

Wer aber jetzt investiert, befindet sich in der Pole-Position, sollte die Eintracht in einigen Jahren „Champions-League“ spielen. Auch eine Art von Spekulation.

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Über den Autor
Jürgen Schmitt

Jürgen Schmitt hat Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda studiert und ist Mitbegründer der Beratungs- und Investmentgesellschaft Meconomics.

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