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United Internet Ak.: Milliardenhochzeit: United Internet und Drillisch geben sich das Jawort

Einige von Ihnen haben es sicher schon gelesen. Am Telekommarkt steht uns der nächste Milliardendeal bevor. Die beiden im TecDAX notierten Konzerne United Internet (UI) und Drillisch geben sich das Jawort.

Am Freitag kurz bevor wir uns ins Wochenende verabschiedeten, sorgten die beiden Gesellschaften damit für einen ordentlichen Paukenschlag.

Der Internet-Provider United Internet mit Marken wie 1&1, GMX und Web.de will das Mobilfunkunternehmen Drillisch mit seinen bekannten Marken wie Smartmobil sowie Yourfone schlucken.

Das Ziel: UI-Vorstandschef Ralph Dommermuth möchte mit dem Milliardendeal eine starke vierte Kraft im deutschen Markt neben den Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland schmieden.

„Drillisch ist ein schnell wachsender Mobilfunkanbieter mit einem attraktiven Produktportfolio“, äußerte sich Dommermuth.

Die Fusions-Rakete hat gezündet

An der Börse sorgt das Vorhaben für gute Laune. Die Aktien beider Unternehmen gingen nach der Meldung durch die Decke. Drillisch-Aktien markierten ein neues Allzeithoch. Die Papiere von United Internet nähern sich wieder der 50-Euro-Marke und somit ihrem 2015er-Rekordwert.

Chart United Internet-Aktie

Chart_united Internet (002)

(Quelle: comdirect.de)

Mehr als 12 Mio. Kundenverträge

Das Unternehmen aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur dürfte wohl vor allem auch deshalb ein Auge auf Drillisch geworfen haben, weil die Hessen mit Telefónica Deutschland einen Deal zur Netzmiete eingegangen sind.

Drillisch kann demnach schrittweise bis zu 20% der Netzkapazitäten des Münchener O2-Betreibers nutzen – und hat eine Option auf weitere 10% bis 2020.

Gemeinsam sitzen United Internet und Drillisch auf mehr als 12 Mio. Kundenverträgen und machten vergangenes Jahr einen Umsatz von über 3,2 Mrd. Euro. Hauptkonkurrent Freenet zählte zuletzt 9,6 Mio. eigene Mobilfunkkunden.

Der Abschluss der Transaktion wird – so denn die Kartellwächter mitspielen und auch die Drillisch-Aktionäre zustimmen – bis Ende des Jahres erwartet.

Den Aktionären von Drillisch bietet United Internet im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebotes 50 Euro je Drillisch-Stückaktie (Nennwert: 1,10 Euro) in bar.

Das Barangebot ist als Alternative für die bestehenden Drillisch-Aktionäre gedacht, die ihre Anteile auch behalten können. Finanzieren möchte United Internet die Akquisition über ein Bankdarlehen.

Im Q1 weiter auf Wachstumskurs

Zum Wochenstart hat nun United Internet den Anlegern auch einen Einblick in seine Q1-Bilanz gewährt. Der Konzern hat seinen Wachstumskurs im ersten Quartal 2017 weiter fortgesetzt.

Die Gesellschaft konnte die Zahl der Kundenverträge, den Umsatz sowie die operativen Ergebniskennzahlen erneut verbessern.

Der Umsatz auf Konzernebene stieg zwischen Januar und März, trotz der bereits im Rahmen des Jahresabschlusses 2016 dargestellten Belastungen aus Regulierungseffekten, um 2,1% auf 989,2 Mio. Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 6,1% auf 215,0 Mio. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 8,8% auf 167,6 Mio. Euro. Das operative Ergebnis pro Aktie (operatives EPS) verbesserte sich von 0,50 Euro auf 0,55 Euro.

Die Anzahl der Vertragskunden wuchs im ersten Quartal aus eigener Kraft um 190.000 – davon waren 140.000 Mobilfunkverträge.

Der Mobilfunkanbieter Drillisch liegt nach Ablauf des ersten Quartals ebenfalls im Plan und sieht sich dank seiner stärkeren Ausrichtung auf lukrativere Kundenverträge auf Kurs zu seinen Jahreszielen.

Demnach konnte der TecDAX-Konzern alle wichtigen Umsatz- und Kennziffern steigern – die Zuwächse fielen dabei im Rahmen der Erwartungen aus. So zog der Serviceumsatz um rund ein Fünftel auf 151,1 Mio. Euro an.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 46,4% auf 35,1 Mio. Euro zu.

Jetzt richtig handeln!

Mit der geplanten Verschmelzung der beiden Konzerne entsteht die Nummer vier unter den Telekommunikations-Anbietern in Deutschland. Der Markt reagierte mit einem gewaltigen Kurssprung auf die Meldung. United Internet hält bereits 20% der knapp 55 Mio. Drillisch-Aktien.

Das Gebot für die übrigen Aktien liegt damit bei rund 2,2 Mrd. Euro.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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