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BB Biotech: Biotech- und Pharmawerte stehen in den Startlöchern

Man glaubt es kaum, aber manchmal ist US-Präsident Donald Trump auch für positive Nachrichten verantwortlich. Und das noch nicht einmal mit „fake news“.

So wurde jüngst in einigen Medien darüber spekuliert, dass schon bald die strengen Zulassungsverfahren der US-Gesundheitsbehörde FDA für Medikamente gelockert werden könnten.

Trump habe sich demnach dafür ausgesprochen, Pharmaprodukte in Zukunft schneller auf den Markt zu bringen und den in den USA sehr langwierigen Gang durch die verschiedenen Studienphasen zu verkürzen.

Darüber hinaus tut sich derzeit einiges in der weltweit umstrittenen Gentechnologie, die – trotz aller berechtigten Vorbehalte – kaum noch aufzuhalten sein dürfte.

Auch diese Branche wird mit Sicherheit von einer Lockerung der FDA-Auflagen, so sie denn durchgesetzt wird, profitieren. Denn die FDA ist als Behörde auch für den Ernährungssektor verantwortlich und damit für die Verfahren zur Zulassung genmanipulierter Produkte.

Passend dazu hat BB Biotech in dieser Woche mit ordentlichen Jahreszahlen aufgewartet. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft wird in Fachkreisen nicht zu Unrecht auch als „Biotech-Fonds“ bezeichnet.

Sie ist eine der größten Beteiligungsgesellschaften der Welt, die über ihre Tochtergesellschaften ausschließlich in Unternehmen der Bio- und Gentechnologie sowie der Pharmaindustrie investiert. Aber das nur am Rande.

Rosige Zukunft für die Biotech- und Pharma-Industrie

Dem Biotech- und damit auch dem Pharma- und Gentechnologie-Sektor steht zweifelsohne eine aussichtsreiche Zukunft bevor.

Sollten sich die Gerüchte um Trumps Lockerungstendenzen, die er ja auch in anderen Bereichen zeigt, bestätigen, dann natürlich mehr denn je.

Zudem sprechen der demografische Wandel und die Entwicklung der Weltbevölkerung, die explosionsartig ansteigt, verbunden mit der drastischen Zunahme von sogenannten „Wohlstandskrankheiten“ – allen voran Diabetes – dafür, dass hier ein enormer Markt wartet bzw. schon existiert.

Es sprechen viele Faktoren dafür, dass die Pharma- und Biotech-Werte glänzende Aussichten für die Zukunft haben. Eine Quelle, die über Trumps Lockerungstendenzen in Richtung FDA in jüngster Zeit berichtet hat, ist das US-Nachrichtenmagazin Forbes.

Noch im Wahlkampf letztes Jahr veröffentlichte es ein aussagekräftiges Zitat des damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, das für sich spricht:

Trump will den roten Teppich der FDA „beschneiden“

„Die FDA Nahrungsmittel-Polizei diktiert den Farmern, wie sie Getreide und Gemüse anzubauen haben. Sie schreibt sogar den Nährmittelgehalt von Hundefutter vor. Die Regularien bestimmen die Nutzung der Äcker, die die Farmer bestellen und auch die Hygienevorschriften, die beim Anbau einzuhalten sind. Ja, es wird sogar festgelegt, wann und auf welcher Weide die Tiere grasen dürfen. Und dann werden noch eine Menge Steuern für diesen ,Überwachungs-Overkill‘ verlangt… Meine Reformen beinhalten auch das Beschneiden des roten Teppichs der FDA. Dort warten mehr als 4.000 Arzneimittel auf ihre Zulassung. Wir wollen speziell die Zulassung lebenswichtiger Medikamente beschleunigen…“

So hart wie Trump mit der FDA ins Gericht geht, so weich könnte hier die Pharma-Industrie fallen. Dementsprechend äußerten sich die Vertreter des US-Pharmaverbandes wenig kritisch zu Trumps jüngsten Lockerungsankündigungen – verständlich.

Man begrüße es, wenn überladene Regularien abgebaut würden. Dabei denkt der Verband aber nicht zwingend an beschleunigte Zulassungsverfahren.

Es geht ihm unter anderem um Lockerungen bei der Arzneimittelwerbung. Hier sei angemerkt, dass die USA eines von nur zwei Ländern weltweit sind, in denen Werbung für verschreibungspflichtige Mittel überhaupt zulässig ist.

US-Pharmaindustrie schweigt und genießt

Man braucht sicher nicht zu erwähnen, dass die US-Pharmaindustrie sich auch zum Einreiseverbot für Muslime in Schweigen gehüllt hat.

Aber man sollte erwähnen, dass eventuell gelockerte Zulassungsverfahren für bestimmte Medikamente sicher auch ihre Schattenseiten hätten, denn natürlich ist es wichtig, Arzneimittel ausreichend auf ihre Neben- und Wechselwirkungen hin zu überprüfen, bevor man sie für den Markt frei gibt.

Andererseits – was ist mit jenen Patienten, die an einer lebensbedrohlichen oder als unheilbar geltenden Krankheit leiden und wissen, dass Medikamente in der Pipeline von Unternehmen sind, die sie vielleicht retten könnten, aber erst noch durch x Studienphasen laufen müssen.

Ein Dilemma, für das es vielleicht keine richtige oder falsche Lösung gibt. Aber man sollte in einer möglichen Lockerung der Regularien auch das Positive sehen.

Denn, abgesehen von den verbesserten Gewinnaussichten für zahlreiche Unternehmen, wären hiermit sicherlich viele Hoffnungen für schwer kranke Menschen verbunden, die dadurch mehr zu gewinnen als zu verlieren hätten.

Alles hat zwei Seiten – Sehen wir auch die Positive

Auch wenn ich persönlich im Hinblick auf eine gesunde Ernährung keine Befürworterin der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion bin, so muss ich einräumen, dass eine Lockerung der FDA-Regularien, die dann sicherlich auch als Beispiel für andere Länder Schule machen dürfte, die sich zum großen Teil an die amerikanischen Vorschriften anlehnen, in vielerlei Hinsicht auch Vorteile hätte.

Man kann es eben nicht jedem recht machen. Das gilt für alle Lebenslagen.

Und wenn die Zeit in diesem Zusammenhang berichtet, Trump gehe über Leichen, dann kann ich dazu nur bemerken, dass es auf der anderen Seite sicher viele Menschen gibt, die durch eine schnellere Markteinführung, beispielsweise von Krebsmedikamenten, froh wären, wenn ihr Leben gerettet oder verlängert werden könnte. Aber hier soll sich jeder selbst sein Urteil bilden. Eines ist jedoch fast unausweichlich:

Biotech- und Pharmawerte stehen in den Startlöchern

Auch zwischen unseren Redakteuren sowie Chefanalysten entfachte eine heiße Diskussion, als wir gestern hier in der Redaktion über dieses Thema fachsimpelten.

In einem Punkt waren sich dann aber doch alle einig: Unsere Chefanalysten sind zuversichtlich für einen möglichen Boom der Biotech-Branche.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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