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Aktien: Snapchat: Besser Finger weg von diesem Zocker-Papier!

Gestern hatten wir einen der größten IPOs, also einen der größten Börsengänge, aller Zeiten. Snap ging an die Börse, die Muttergesellschaft des Social Media und Chat-Netzwerks Snapchat. Es gab 10x mehr Zeichnungsaufträge als Aktien verkauft werden sollten.

Daher lag der Zuteilungspreis am Ende auch bei 17 US-Dollar, obwohl die Preisspanne, innerhalb der verkauft werden sollte, nur zwischen 14 und 16 US-Dollar lag.

Die Erstnotiz lag dann noch einmal deutlich darüber. Eröffnet wurde der Handel mit 24 US-Dollar und ging dann im Laufe des Tages auf mehr als 26 US-Dollar nach oben. Beendet wurde der Handel dann schließlich bei 24,48 US-Dollar.

Die Marktkapitalisierung liegt nun bei 28,4 Milliarden US-Dollar. Damit ist man zwar deutlich teurer als Twitter (11,5 Milliarden), hinkt Facebook (398 Milliarden) aber weit, weit hinterher. Die große Frage lautet nun, ob Snap ein zweites Facebook werden könnte.

Ich bezweifle es. Snap macht nicht nur keinen Gewinn, das Wachstum war zuletzt auch kaum der Rede wert. Obwohl Facebook mehr als 10x so viele aktive User hat wie Snapchat, wuchs Facebook im 4. Quartal 2016 stärker als Snapchat.

Dabei ist es doch Wachstum, was bei Unternehmen wie Snapchat die hohen Bewertungen rechtfertigt.

Wenn nun aber der kleine Emporkömmling langsamer wächst als der marktbeherrschende Branchenriese, frage ich mich, was die hohe Bewertung der verlustreichen Gesellschaft rechtfertigt.

Für mich ist Snapchat daher eine Börsenblase ohne Substanz. Zumindest müsste Snapchat deutlich schneller wachsen als Facebook. Ich halte es für durchaus möglich, dass Snapchat schon bald den Twitter-Weg gehen wird.

Auch dort haben wir es mit mauem Wachstum und hohen Verlusten zu tun und Aktionäre der ersten Stunde sitzen inzwischen auf dick roten Zahlen in ihrem Depot.

Mein Rat daher: Sie müssen nicht jeden Börsen-Hype mitmachen.

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Über den Autor
Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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