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zooplus Aktie: Defensiver Dauerläufer und dubioser Übernahmepoker

In Zeiten wie diesen schauen sich die Anleger verzweifelt nach nachhaltigen, ja defensiven Werten um, die möglichst unabhängig von geopolitischen Ereignissen wie Terroranschlägen oder verbalem Säbelrasseln eine Konstante im Reigen der Börsenwerte bieten.

Genau so einen Wert hat Ihnen ja mein Kollege Mick Knauff schon mehrfach ans Herz gelegt. Bei seinem Favoriten aus dem defensiven Bereich geht es rund um´s Haustier.

Denn eines ist klar, was auch immer geschehen mag, das geliebte Haustier – ob Vierbeiner oder Goldfisch – ist der Deutschen liebstes Kind (neben dem Auto natürlich).

Das ist auch verständlich und aus psychologischer Sicht einleuchtend: Wenn sich rund um den Globus gerade mal wieder alles in Schutt und Asche zu legen scheint, worauf wir keinerlei Einfluss haben, dann freut man sich, wenn einen Tag für Tag das Heimtier unverändert begrüßt und sich vollkommen unbeeindruckt von alledem zuverlässig immer gleich verhält.

Ich selbst liebe übrigens unseren Familienhund auch sehr und freue mich auf die abendlichen Spaziergänge mit ihm, die mir Kraft und Ruhe nach einem anstrengenden Tag geben.

Das Haustier als Garant für Stabilität und Wachstum

Jetzt aber zur Börse und damit zur Aktie des Unternehmens, um das es heute geht: Zooplus hat heute Früh seine Quartalszahlen für das zweite Halbjahr gebracht und erneut mit kontinuierlichem Wachstum aufgewartet.

Für diejenigen unter Ihnen, die kein Tier haben oder zumindest von Zooplus noch nichts gehört haben: Europas führender Internethändler für Haustierfutter und -bedarf wurde 1999 in München gegründet.

Hier können Sie alles rund um´s Haustier – vom Futter bis zu Hundeleine oder dem Aquarium – bequem online bestellen.

Mit jährlich zweistelligen Wachstumsraten und einem prognostizierten Jahresumsatz von 875 Mio. in 2016 hat sich das Geschäftsmodell des E-Commerce-Tierartikel-Giganten bereits in 26 Ländern Europas erfolgreich bewährt und ist bislang kontinuierlich gewachsen.

Hier die Quartalszahlen zum zweiten Halbjahr 2017 wie heute Morgen präsentiert:

Gewusst wie: Zooplus setzt seit Jahren erfolgreich auf Herrchen und Frauchen

Zooplus hat seinen Wachstumskurs auch im ersten Halbjahr 2017 fortgesetzt. Mit Umsatzerlösen in Höhe von 517 Mio. Euro konnte ein Wachstum von 21% gegenüber dem Vorjahresberichtszeitraum generiert werden. (Erstes Halbjahr 2016: 428 Mio. Euro).

Wechselkursbereinigt lag das Wachstum der Umsatzerlöse bei 22%. Besonders das nachhaltige Stammkundengeschäft gilt als Hauptzugpferd für das fast garantierte Wachstum.

Dies verdeutlicht die umsatzbezogene Wiederkaufsrate, die für die erste Jahreshälfte wechselkursbereinigt erneut bei dem sehr hohen Wert von 94% lag. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte mit 5,1 Mio. Euro das Vorjahresniveau.

Aufgrund des extrem wettbewerbsintensiven Marktumfelds erreichte die Rohmarge im ersten Halbjahr 2017 mit 24,5% einen Wert leicht unter der des Vorjahres (Erstes Halbjahr 2016: 24,9%).

Die sonstigen betrieblichen Erträge, die sich im Wesentlichen aus Erlösen von Werbekostenzuschüssen der Lieferanten zusammensetzen, kletterten im ersten Halbjahr 2017 so stark, dass eine Gesamtmarge von 29,3% erzielt wurde, die vergleichbar mit dem Ergebnis in 2016 ist.

Die Gesamtkosten für Marketing, Logistik, Zahlungsverkehr, Personal und Verwaltung sowie Abschreibungen und Zinsen bezogen auf die Umsatzerlöse verbesserten sich gegenüber dem Vorjahr und erreichten im ersten Halbjahr 2017 einen Wert von 28,3%.

Anlaufkosten und Investitionen sollten sich auszahlen

Zooplus- Vorstandsvorsitzender Dr. Cornelius Patt zeigte sich ob des Zahlenwerks mehr als zufrieden: „Erstmals haben wir in einem Halbjahr Umsatzerlöse von mehr als 500 Mio. Euro erzielt. Damit setzen wir unsere langfristig orientierte Wachstumsstrategie konsequent fort.

Auch in den folgenden Quartalen wird der Fokus unseres Handelns in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld auf dem weiteren Ausbau der exzellenten strategischen Marktposition und der weiteren Verbesserung unseres Produktangebots liegen.

Hohes Umsatzwachstum zur Ausschöpfung der Marktpotenziale und als Treiber der zukünftigen Profitabilität wird somit weiterhin im Vordergrund stehen.“

Gerne bestätigte so die Führungsriege des Heimtier-Spezialisten die Prognose für das Gesamtjahr 2017 mit Umsatzerlösen von mindestens 1.125 Mio. Euro sowie einem EBT im Bereich von 17 Mio. bis 22 Mio. Euro.

So viel zum blanken Zahlenwerk. Was Investitionen anbelangt, bin ich mit meinem Kollegen Mick Knauff einer Meinung: Wer sich für nachhaltige Investments interessiert, der sollte sich stets genau über die Firmenstrategie, den Unternehmensaufbau sowie über die Historie eines vielversprechenden Wertes informieren.

Darüber hinaus ist es immer ein guter Tipp, in Firmen zu investieren, mit deren Konzept, Profil und Produkten man sich selbst identifizieren kann. Übrigens eine Devise, auf die auch Investorenlegende Warren Buffett schwört.

Seine Präsentation der Quartalszahlen verschoben hat übrigens Air Berlin. Hier stehen offenbar ganz andere Probleme im Vordergrund…

Air Berlin: Verschiebung der Halbjahreszahlen – dafür Tempo bei Übernahme

Die insolvente Airline Air Berlin hat am vergangenen Freitag gemeldet, die Vorlage ihrer Halbjahresbilanz, die für diesen Tag (18.08.) vorgesehen war, auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Angesichts der jüngsten Entwicklung müssen die Daten laut Unternehmensangaben noch einmal überprüft und eventuell aktualisiert werden.

Sie erinnern sich: Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft hat am Dienstag vergangener Woche Insolvenz beantragt, nachdem die Golf-Airline Etihad als Großaktionär Air Berlin die finanzielle Unterstützung entzogen hatte. Nun ist der Übernahmepoker in vollem Gange.

Laut Medienberichten gibt es bereits mehr als zehn Interessenten, die den „Pleitegeier“ wieder zum Fliegen bringen wollen. Bisher bestätigt sind allerdings nur Gespräche mit Lufthansa, die am kommenden Freitag noch konkretisiert werden sollen.

Zudem gelten die britische Billigfluglinie Easyjet, Tuifly und die Thomas Cook-Tochter Condor als ernsthafte Interessenten.

Dabei macht Air-Berlin-Boss Thomas Winkelmann Tempo: Er will die Übernahme der insolventen Fluggesellschaft innerhalb weniger Wochen unter Dach und Fach bringen. Gegenüber der BILD am Sonntag äußerte er: „Wir wollen den Verkauf spätestens im September abschließen. Sonst schwindet das Vertrauen der Kunden in die Airline.“

Das von der Presse stark beachtete Angebot des Nürnberger Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl sieht man bei Air Berlin offenbar als nicht seriös an. „Wir halten das für einen PR-Gag eines Trittbrettfahrers“, verlautete es am Sonntag aus der Firmenzentrale des Urlaubsfliegers.

Auch die Bundesregierung, die den Übergang mit einem 150 Mio. Euro-Kredit sicherstellen will, hat ein Wörtchen mitzureden. Sie sprach sich gegen die Übernahme durch nur ein Unternehmen aus.

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