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S&P 500: US-Inflationsdaten: Grünes Licht für Dezember-Zinsschritt?

Die Verbraucherpreise stiegen im Oktober um 0,1% zum Vormonat, was genau im Rahmen der Erwartungen lag. Die Jahresrate bei der Verbraucherpreisinflation in den USA fällt damit leicht von 2,2 auf 2,0% zurück. Vor allem dank zuletzt etwas gesunkener Benzinpreise.

Interessanter wird es jedoch bei der Kernrate ohne die volatilen (manche sagen: ohne die lebenswichtigen) Bereiche Lebensmittel und Energie. Denn die Kernrate wird von den Notenbanken gern als Argument benutzt. Hier zeigt sich ein leichter Anstieg von 1,7 auf 1,8% (im Vergleich zum Vorjahresmonat).

Devisen- und Aktienmarkt hadern noch mit Dateninterpretation

Die Kernrate lag aber auch schon bei 2,2%, zuletzt das gesamte Jahr 2016 hindurch. Im laufenden Jahr überraschte sie fast durchweg auf der Unterseite. Auch jetzt liegt sie immer noch unter dem Ziel der US-Notenbank von 2% und nimmt der Notenbank damit etwas den Wind aus den Segeln für einen weiteren Zinsschritt im Dezember.

Andererseits könnte gerade der Aufwärtsdreh der Kernrate im Oktober wieder ein Argument für genau diesen nächsten Zinsschritt sein.

Die Märkte waren sich gestern jedoch nicht einig, wie sie die Daten nun interpretieren sollen. Unmittelbar nach Datenveröffentlichung fielen Aktien und der Dollar.

Wenige Stunden später dann genau das umgekehrte Bild: Aktien erholten sich deutlich, der Dollar stieg. Ein steigender Dollar würde eigentlich einen Zinsschritt bedeuten, der aber den Aktien zu schaffen machen müsste. Devisen- und Aktienmarkt sind sich also weiter uneins bei der Interpretation.

Bleibt nur der Blick auf die Charts: Der S&P 500 befindet sich nach der Vollendung einer kleinen Topp-Formation (ich berichtete an dieser Stelle gestern darüber) in einer untergeordneten Korrektur, der Dollar korrigiert nach dem Bruch eines kurzfristigen Erholungstrends ebenfalls. Die gestrigen Zwischenerholungen ändern an diesen Bewegungen noch nichts.

Machen Sie sich auf Überraschungen gefasst

Immerhin konnte der S&P 500 gestern in einer kräftigen Erholung die Nackenlinie seiner kleinen SKS-Wendeformation zurückerobern. Weitere Stärke könnte gar zum vorzeitigen Abbruch der Korrektur führen.

Soweit sind wir aber noch nicht, so dass weiter fallende Kurse vorerst wahrscheinlicher bleiben. Für die kommenden Wochen gilt: Bleiben Sie auf überraschende Marktentwicklungen gefasst. Es bahnen sich große Verschiebungen an!

S&P 500 Stundenchart: Kleine Wendeformation fertig – Bären aber schwach

http://stockcharts.com/c-sc/sc?s=%24SPX&p=60&yr=0&mn=1&dy=25&i=t46904291703&a=556980611&m=o&r=1510814286818&r=1510814415882

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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Herausgeber: Investor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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