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S&P 500: S&P 500 Analyse: Wieviel Boom ist bereits eingepreist?

Heute habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Die gute zuerst. Die Rezession der Unternehmensgewinne in den USA ist endlich vorüber! Damit verschwindet auch die größte Bedrohung für die gegenwärtige Börsenrally.

Die gute Nachricht: Die Unternehmensgewinne explodieren regelrecht

Wir erinnern uns: Zwischen Ende 2014 und Mitte 2016 liefen die Kurse an der US-Leitbörse nur noch volatil seitwärts und drohten sogar mehrfach nach unten wegzubrechen. In Europa bildete sich sogar ein hartnäckiger Abwärtstrend. Die Ursache dafür waren rückläufige Unternehmensgewinne, die mit der recht üppigen Bewertung nicht harmonierten.

Die Gewinne der US-Unternehmen sanken volle sieben Quartale lang, also fast zwei Jahre. Der erste Silberstreif zeigte sich erst im vorangegangenen Quartal (Q3/ 2016), als es erstmals wieder zu einem leichten Gewinnanstieg kam.

Im abgelaufenen Berichts-Quartal Q4/2016 setzen die US-Firmen sogar noch einen drauf. Gemäß Standard & Poors sollen die Unternehmensgewinne nun sogar schon 33 Prozent höher liegen als im Vorjahresquartal (Q4/2015). Das wäre das beste Wachstum seit mehreren Jahren!

Da die Unternehmensgewinne die Muttermilch der Börsenrally sind, kann es ja eigentlich nur noch aufwärts gehen an den Märkten. Oder?

Die schlechte Nachricht: Das ist weitgehend an den Börsen eingepreist

Nun die schlechte Nachricht: Mit US-Börsen auf frische Allzeithochs ist diese äußerst positive Entwicklung bereits weitgehend in den Kursen eingepreist. Die Börsen haben wie immer alles bereits vorweggenommen.

Sie begannen bereits vor einem Jahr – im Frühjahr 2016 – zu steigen. Als es bei den Wirtschaftsdaten und Gewinnen noch wirklich düster aussah. Aber sie hatten wieder Recht mit ihrer positiven Einschätzung. Die Erholung folgte auf dem Fuß.

S&P 500 Tageschart: Wieviel Boom ist bereits eingepreist?

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Die Börsen haben die Entwicklung mit dem „üblichen“ halben Jahr Vorlauf eingepreist

Der S&P 500 ist von seinen Mehrjahrestiefs vor einem Jahr bis heute um rund 27 Prozent gestiegen. Die Unternehmensgewinne im gleichen Zeitraum um rund 33 Prozent (wenn die Schätzungen erfüllt werden).

Da bleibt nicht mehr viel Raum für weitere Kursgewinne, zumal nicht zu erwarten ist, dass die Unternehmensgewinne weiter mit diesem ungewöhnlich hohen Tempo steigen.

Der positive Basiseffekt des schwachen Vorjahresquartals wird nämlich bald verschwinden. So sehen wir jetzt schon fast wieder die gleichen hohen Bewertungen am US-Aktienmarkt wie vor einem Jahr.

Das heißt aber nicht, dass ich jetzt fallende Börsen erwarte. Die Bewertungen müssen in den kommenden Monaten einfach nur wieder in eine vernünftige Relation hineinwachsen. Das kann durch eine zähe Seitwärtskonsolidierung oder auch durch eine scharfe Korrektur geschehen.

Wie ich die Börsen kenne, werden wir eher das erstgenannte Szenario sehen. Genau wie zuletzt im Frühjahr und im Herbst 2016. Keine große Sache. Aber eben auch kein Grund, sich gerade jetzt mit neuen Engagements die Finger zu verbrennen, wo in den kommenden Monaten Schnäppchenkurse zu erwarten sind.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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