MenüMenü

S&P 500: S&P 500 Analyse: „Sell the news“-Rücksetzer!

Die US-Leitbörse bleibt hochspannend. Ein wesentlicher Teil der Aktien-Rally hängt von Trumps Steuerreform ab, die ja jetzt beschlossene Sache ist. Sie hängt aber auch an Trump selbst, dessen Stuhl zu wackeln scheint, wenn es nach einigen Medien geht. Bisher sind das allerdings „fake news“.

Hüten Sie sich vor „fake news“

Am Freitag etwa rutschten die Kurse zwischenzeitlich deutlich ab, als der US Sender ABC News meldete, dass der kurzzeitige nationale Sicherheitsberater Michael Flynn direkt gegen Trump aussagen werde. Diesen Bericht konnten Sie auch in vielen deutschen Medien unverändert sehen.

Der Bericht war allerdings falsch. Der zuständige Journalist wurde temporär freigestellt, ABC musste sich entschuldigen. Trump selbst schlug Anlegern in einem Tweet vor, ABC auf Schadenersatz zu verklagen, wenn sie wegen dem Kursrutsch Verluste erlitten hatten.

Abgesehen davon ergibt sich für Trump aus den Flynn-Aussagen aber keine unmittelbare Gefahr, denn die Befragung dreht sich um Nach-Wahl-Events ohne direkten Bezug zu möglichen russischen Wahl-Einmischungen.

S&P 500 Tageschart: „Sell the news““-Rücksetzer!

spx (12)

Der Vorgang zeigt allerdings zwei wichtige Sachverhalte. Erstens: Misstrauen Sie den Massenmedien. Zweitens: Die Märkte reagieren extrem sensibel auf politische Unsicherheiten in den USA.

Man mag Trump mögen oder auch nicht, aber es sind offenbar auch seine weitreichenden Reform-Vorhaben, die der Treibstoff der Aktienrally seit rund einem Jahr sind. Ob die Reformen richtig oder falsch sind, wird sich erst später zeigen.

US-Leitbörse: Gewinnmitnahmen, aber keine Toppbildung

Zum gestrigen Handelstag: Klassischer „Sell the news“-Handel. Eröffnung mit Kurslücke aufwärts, dann immer stärker werdende Gewinnmitnahmen und schließlich ein Schlusskurs im roten Bereich.

Trump twitterte zuvor noch: „Könnte ein großer Tag für den Aktienmarkt werden – und DICH!“ Pech gehabt. Donald taugt wenig als Markt-Analyst.

Es riecht nach einem Rücksetzer. Alle meine Kursziele für 2017 sind abgearbeitet. Mein letztes Kursziel für den S&P 500 lag bei mindestens 2630 Punkten. Auch dieses ist erfüllt. Dennoch kann es temporär weiter aufwärtsgehen. Eine Verschnaufpause ist aber dringend nötig.

Eine größere Topbildung sehe ich aus heutiger Sicht nicht. Ein Rücksetzer in den Bereich 2580 bis 2600 Punkte wäre aber sehr gesund. Mit der Verabschiedung der US Steuerreform hat der Markt für das kommende Jahr beste Aussichten auf weiter steigende Kurse.

Irgendwie muss aber auch einmal die derzeit große Euphorie raus, was üblicherweise in wochenlangen Seitwärtsphasen geschieht. Der Jahresbeginn 2018 ist ein heißer Anwärter auf eine solche Phase.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

Regelmäßig Analysen über Aktien erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Henrik Voigt. Über 344.000 Leser können nicht irren.