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S&P 500: Gefahr: Aktien und Volatilität steigen gemeinsam

Ich spiele nicht gern den Spielverderber. Aber an der Börse geht es nun einmal um Wahrscheinlichkeiten und nicht um Wunschdenken. Natürlich würde ich mir wünschen, dass die Kurse garantiert immer in dem Tempo weitersteigen, wie sie es zuletzt taten.

Aber: Ich muss immer auch Gefahren abwägen, Ein- bzw. Ausstiege timen oder mich um Absicherungen kümmern, falls der Trend kippen sollte. Jetzt ist definitiv nicht die richtige Zeit für Einstiege.

Die Börsen befinden sich aktuell in einer Übertreibungsphase, die jeden Tag von einer mehrmonatigen Korrekturphase abgelöst werden kann. Ein Indiz dafür schauen wir uns jetzt an.

Börsenrally: Zuviel des Guten?

Normalerweise laufen Aktien und Volatilität (wir betrachten hier S&P 500 und VIX) genau gegenläufig. Steigen Aktien, sinkt die Volatilität, die häufig auch als „Angstindikator“ bezeichnet wird.

Steigende Kurse erfreuen die Anleger, die Angst vor nachhaltigen Verlusten nimmt ab. Bis es eines Tages zu viel des Guten wird. An dem Punkt sind wir jetzt.

Seit mehreren Wochen steigt nämlich der VIX mit dem S&P 500 zusammen, was äußerst ungewöhnlich ist. Noch dazu in einer so steilen Rally wie zuletzt. Die Anleger (vor allem die Profis, die den VIX handeln) bekommen kalte Füße.

S&P 500 mit Volatilitätsindikator VIX: Steigen beide zusammen, wird es gefährlich

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Aktuelle Situation vergleichbar mit August 2016 und Januar 2005

Zuletzt war dies im August 2016 der Fall. Damals jedoch in deutlich geringerem Ausmaß als heute. Die Folge war eine vier Monate andauernde Schaukelbörse, bei der es zeitweise recht kräftig abwärtsging.

Es war jedenfalls keine angenehme Börsenphase für die Anleger. Erst recht nicht, für die, die zu spät eingestiegen waren.

Einen ähnlich ausgeprägten Gleichlauf zwischen VIX und S&P 500 wie jetzt hatten wir schon lange nicht mehr. Zuletzt war dies in der Börsenrally von August 2004 bis Januar 2005 der Fall.

Die Folge damals: Eine Korrektur, die sich über mehr als 3 Monate bis in den April 2005 hinzog. Erst danach ging es wieder aufwärts mit den Kursen.

Wann kommt die Korrektur?

Es sollte mich wundern, wenn nicht bald Ernüchterung einsetzt und die Kurse erneut über mehrere Monate korrigieren würden. Die Profis bekommen nicht grundlos kalte Füße. Die gute Nachricht: Dann bieten sich Anlegern, die die Rally verpasst haben, endlich wieder vernünftige Einstiegschancen.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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