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Aktien: Pharma-Aktien im Comeback-Modus

Aktien aus den Bereichen Pharma und Biotechnologie gehörten im vergangenen Jahr ganz klar zu den Underperformern.

Die Angst, dass die neue US-Regierung die zum Teil hohen Preise von Medikamenten/Arzneimitteln künftig drastisch senken und deckeln würde, ließ die Befürchtung wachsen, dass sich die einst boomende Branche künftig mit deutlichen Einbußen bei den Gewinnmargen konfrontiert sehen wird und die Aktien an der Börse entsprechend überbewertet sein könnten.

Zudem trübte der Siegeszug der Generika, sogenannter Nachahmer-Präparate, die Umsatzaussichten ein.

Doch wer sich mit den langfristigen Wachstumsperspektiven von Pharma- und Biotechnologieunternehmen beschäftigt, wird sehr schnell zu dem Schluss kommen, dass die Aussichten für diese Branche ausgezeichnet sind.

Der Kampf gegen Volksgeißeln wie Krebs, Aids oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist noch lange nicht gewonnen. Wer in diesen Bereichen Medikamente zur Marktreife bringt, dem winken auch in den kommenden Jahren satte Gewinne.

Lukrativer Wachstumsmarkt

Dieser Schluss liegt ohnehin nahe, wenn man sich einfach mal die demografische Entwicklung ansieht, vor allem in Asien, wo rund zwei Drittel der Weltbevölkerung leben. Auch auf dem flächenmäßig größten und einwohnerstärksten Erdteil altert die Bevölkerung.

In Japan werden heute Frauen im Schnitt 87 Jahre alt, Männer um die 80 Jahre.

Experten erwarten, dass sich diese Entwicklung langfristig in anderen Ländern der Region wiederholen könnte. Einhergehend damit dürften insbesondere auch die verstärkt im Alter auftretenden chronischen Krankheiten zunehmen.

Manko bisher: Vor allem aber in den bevölkerungsreichen Ländern der Region befinden sich die Gesundheitsmärkte noch im Aufbau. Schauen wir uns die Zahlen einmal genauer an: In der Volksrepublik China lagen die Gesundheitsausgaben zuletzt bei 5,6% der Wirtschaftsleistung.

In Indien lagen sie mit 4,7% und in Indonesien mit nur 2,9% sogar noch darunter. Zum Vergleich: In Deutschland liegen die Gesundheitsausgaben derzeit bei 11,3%, in Japan bei 10,2%.

Durch etwa zusätzlich benötigte Gesundheitseinrichtungen, mehr medizinische Geräte sowie Wohlstandskrankheiten wie Bluthochdruck, Asthma und Diabetes, die aufgrund der Nachahmung ungesunder westlicher Lebensgewohnheiten auch in Asien inzwischen immer häufiger auftreten, bleibt die Medizin- und Biotechbranche nach wie vor ein lukrativer Wachstumsmarkt.

Roche – Forschungsstarker Pharma-Gigant

Mit einer im Branchenvergleich überdurchschnittlichen Innovationskraft punktet dabei beispielsweise das Schweizer Traditionsunternehmen Roche.

Der weltweit tätige Pharmakonzern sowie Hersteller von Reagenzien und Geräten zur medizinischen Untersuchung mit Hauptsitz in Basel forscht aktuell besonders auf den Gebieten Onkologie, Virologie, Neurologie und Transplantationsmedizin.

Die Schweizer haben in den USA von der Food and Drug Administration (FDA) bereits für 14 in der Entwicklungspipeline befindliche Medikamente den Status „Breakthrough Therapy Designation“ erhalten.

Bei diesem Status akzeptiert die US-Behörde für Lebensmittel und Medikamente verkürzte klinische Studien und ermöglicht einen schnelleren Zulassungsprozess.

In China wurde jüngst das Lungenkrebsmittel Tagrisso von AstraZeneca zugelassen. Des Weiteren veröffentlichte das Pharmaunternehmen hervorragende Phase-3-Studiendaten zu dem Eierstockkrebs-Medikament Lynparza. Positiv zu werten ist auch ein Lizenzdeal mit TerSera Therapeutics.

Dieses Unternehmen sicherte sich im Februar die Rechte an dem Prostatakrebs-Medikament Zoladex in den USA und Kanada.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete der Pharma-Riese ein operatives Ergebnis von umgerechnet 12,9 Mrd. Euro. Auch der Start in 2017 verlief für Roche mit einem Umsatzzuwachs von 4% sogar noch besser als gedacht.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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