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Aktien: Novo Nordisk: Das Zückerle für Ihr Depot?

Die Wurzeln von Novo Nordisk reichen bis in das Jahr 1923 zurück. Damals handelte es sich dabei noch um zwei eigenständige Unternehmen: Nordisk Gentofte, gegründet 1923 und Novo Industri, gegründet in 1925.

Beide Firmen forschten und entwickelten im Bereich der Diabeteserkennung und -behandlung. Bereits ein paar Jahre später, in den 40er Jahren, setzten beide Firmen Maßstäbe in der Herstellung der ersten Insulinpräparate.

In den 70er Jahren wurden die ersten B-Aktien von Novo Industri an der Börse Kopenhagen gehandelt. Anfang der 80er Jahre ist Novo die erste skandinavische AG deren Unternehmensanteile an der New Yorker Börse gehandelt werden.

Mit innovativen Diabetespräparaten an die Spitze

Beide Unternehmen setzten weiterhin mit großem Erfolg auf die Entwicklung immer besser verträglicher und immer länger wirkender Insulinpräparate. Aber auch die Benutzerfreundlichkeit steht im Fokus der Neuerungen.

So bringt Novo 1985 den NovoPen, den ersten Insulin-Injektionsstift auf den Markt. Eine revolutionäre Entwicklung für Millionen Diabetespatienten! Denn die zuvor zur Insulinverabreichung verwendeten Spritzen werden damit endlich überflüssig. Stattdessen ist es erstmals möglich, dass Patienten sich ihr Insulin einfach und ohne große Schmerzen verabreichen können.

1989 schließen sich Novo Industri und Nordisk Gentofte zu Novo Nordisk A/S, dem heute weltweit bekannten Pharmakonzern zusammen. Info am Rande: Die Abkürzung A/S steht für „Aktieselskab“, die dänische Rechtsform der Aktiengesellschaft.

Novo Nordisk heute

Knapp 30 Jahre später ist Novo Nordisk mit über 42.000 Mitarbeitern und Produktionsstandorten sowie Vertretungen und Büros auf der ganzen Welt vertreten. Zu den größten Märkten gehören vor allem Nordamerika, China und Zentraleuropa. Industrieländer also, die in Zukunft immer stärker mit den Folgen von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Adipositas zu kämpfen haben werden.

Mittlerweile generiert Novo Nordisk mehr als 80% seines Jahresumsatzes (2015: insg. 14,5 Mrd. Euro) aus der Sparte Diabetes/Adipositas und gehört mit mehr als 25 Millionen behandelten Diabetespatienten zu den Weltmarktführern im Bereich der Diabetes-Medikamente.

Die Volkskrankheit Nummer 1 sichert den zukünftigen Unternehmenserfolg

Und die potentielle Zielgruppe von Novo Nordisk wächst nahezu täglich. Mit mehr als 6 Millionen Erkrankten führt Diabetes die Liste der Volkskrankheiten in Deutschland ganz weit vorne an. Aber auch weltweit setzt sich dieser Trend fort.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass sich die Zahl der Diabetes-Erkrankungen in den nächsten 50 Jahren um 50% erhöhen und die Zahl der Betroffenen dadurch von 415 Millionen auf 642 Millionen steigen wird.

Um es ganz salopp zusagen: Diese Flut an Neuerkrankungen stellt für Novo Nordisk eine wahre Goldgrube dar. Denn nicht nur, dass Novo Nordisk seinen Umsatz anhand dieser Schätzungen an jährlichen Neuerkrankungen nahezu planen kann.

Häufig sind diese Patienten bis an ihr Lebensende auf die lebensrettenden und -erhaltenden Medikamente des Konzerns angewiesen.

Und vielleicht kennen Sie es ja von sich selber: Wenn Sie einmal ein Medikament eines bestimmten Herstellers gefunden haben, das Ihnen hilft und Erleichterung schafft, werden Sie den Anbieter so schnell nicht wechseln. So ist es auch Novo Nordisk möglich, seine Kunden ein Leben lang an sich und seine Produkte zu binden.

Hohe Investitionen in F&E sichern Weltmarktführerschaft

Der Unternehmensfokus liegt daher nach wie vor auf der Forschung und Entwicklung (F&E) in den Bereichen der Insulin- und Hormonproduktion. Allein in 2015 investierte der Konzern fast 2 Mrd. Euro (und damit knapp 13% seines erzielten Jahresumsatzes) in die F&E zukünftiger Neu- und Weiterentwicklungen.

Nur so ist es möglich, sich auch künftig als Weltmarktführer in der Diabetes-Sparte zu behaupten und den Betroffenen einen hohen Lebensstandard sowie ein langes Überleben zu sichern.

Soweit zur historischen Entwicklung von Novo Nordisk. Doch wie sieht es mit der Novo Nordisk-Aktie aus? Lohnt sich ein Einstieg in eine langfristige Investition oder eignet sich der Wert mehr für das kurzfristige Trading?

Schauen wir zunächst einmal auf die Entwicklung des Aktienkurses und seiner Dividende.

Börsengang und Dividende

Die Mehrheit seiner stimmberechtigten A-Aktien hält Novo Nordisk über die eigene Novo Nordisk-Stiftung. Die frei verfügbaren B-Aktien sind seit 1974 an der Börse von Kopenhagen und seit 1981 an der New Yorker Börse gelistet.

Die Dividende je Anteilsschein beläuft sich in 2016 auf 6,40 Dänische Kronen, was in Euro umgerechnet etwa 0,86 Euro und einer Dividendenrendite in Höhe von 1,6% entspricht. Für die Aktionäre von Novo Nordisk bedeutet dies die 18. Dividendensteigerung in Folge.

Datum Haupt-Versammlung (HV)Kurs zur HV (in DKK)Dividende (in DKK)Dividenden-rendite (in %)
18.03.2016366,506,401,60
19.03.2015341,905,001,92
20.03.2014245,804,502,26
20.03.2013190,303,601,96
21.03.2012162,702,802,12
23.03.2011130,202,001,59
04.03.201086,201,502,26

Lanfristige Kursentwicklung Novo Nordisk

Der Kurs der Novo-Aktie hat vor allem in den letzten 10 Jahren ordentlich an Wert gewonnen. Aktionäre, die 2006 zu einem Preis von knapp 5 Euro eingestiegen sind, konnten sich 10 Jahre später über eine Gesamtrendite von mehr als 1.000% freuen. Das entspricht einer jährlichen Durchschnittsrendite in Höhe von 27%.

Aktionäre, die dagegen erst seit 2016 investiert sind, mussten dagegen sogar eine Minusrendite von mehr als – 36% hinnehmen.

Werfen wir daher einen Blick auf den langfristigen Aktien-Chart der Novo Nordisk-Aktie.

Langfristchart Novo Nordisk-Aktie seit 2006

Die langfristige Entwicklung dieses Wertes verlief von 2006 bis 2015 nahezu bilderbuchmäßig. War die Aktie Anfang 2006 noch für einen Preis von um die 5 Euro zu bekommen, mussten gewillte Investoren im August 2016, auf dem Allzeithoch der Aktie, satte 55 Euro pro Anteilsschein hinlegen. Das entspricht einer Gesamtrendite von mehr als 1.000% und einer durchschnittlichen Jahresrendite von ca. 27%.

Der Langfristchart verdeutlicht auch, dass die Novo Nordisk-Aktie immer mal wieder von volatilen Ausbrüchen nach unten in ihrem steilen Renditeanstieg ausgebremst wurde. Nicht jedoch ohne anschließend mit frischen Kräften reihenweise neue Allzeithochs zu erklimmen.

Krise hin oder her: Medikamente werden immer nachgefragt

Selbst die Wirtschaftskrise 2008/2009 konnte diese Pharma-Aktie nicht allzu lange in ihrem Aufstieg bremsen. Denn mit lebenswichtigen Medikamenten verhält es sich ähnlich wie bei Lebensmitteln: Die Nachfrage danach verändert sich nur minimal. Und Krise hin oder her: Kaum ein Diabetes-Patient kann es sich lange erlauben auf sein lebenserhaltendes Insulin zu verzichten.

Langfristchart Novo Nordisk-Aktie seit 2015

Das letzte Allzeithoch aus August 2015 lag bei knapp 55 Euro und wurde zuletzt im Januar 2016 noch einmal angesteuert. Jedoch ohne Erfolg. Der Kurs schaffte es nur kurzzeitig den unsichtbaren Widerstand bei 52 Euro nach oben zu durchbrechen.

Stattdessen verließ ihn die Kraft und er tauchte sogar kurz unter die Unterstützung bei 45 Euro ab, um sich kurz darauf wieder zu fangen. Aber auch damit ist seit der zweiten Jahreshälfte 2016 Schluß. Seither sind neue Allzeithochs in weite Ferne gerückt und der Kurs kennt nur noch einen einzigen Weg: nach unten.

Fazit Novo Nordisk-Aktie

Novo Nordisk ist seit über 90 Jahren führend in der Versorgung von Diabetespatienten. Innovative Produkte, die den Patienten das Leben erleichtern sowie gut wirkende Insulinpräparate haben in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass die Aktie von Novo Nordisk als Evergreen in nahezu jedes langfristig ausgerichtete Depot Einzug gehalten hat.

Doch seit Anfang 2016 steht die Aktie unter enormen Druck.

So wurde nach 16 Jahren die Führungsspitze ausgewechselt, es gab eine imageschädliche Rückrufaktion einer Insulincharge und der mittlerweile omnipräsente Kampf gegen den erhöhten Preisdruck in den USA – dem sich mittlerweile viele Pharmakonzerne stellen müssen – sorgt für sinkende Umsätze und führte zu wiederholten Gewinnkorrekturen, die den Aktienkurs seit Anfang 2016 um fast 40% einknicken ließen.

2017 beginnt für Novo Nordisk mit einer guten Nachricht

Dennoch: Novo Nordisk hat in den vergangenen Jahren stets bewiesen, dass es fundamental auf soliden Füßen steht. Daher stehen die Chancen gut, dass auch dieses Tief lediglich ein temporärer Zustand sein wird, aus dem die Aktie gestärkt hervorgeht.

Immerhin konnte der Konzern im Januar 2017 bereits mit einer durchaus sehr positiven Nachricht in das neue Jahr starten. Denn es hat für eines seiner neueren Diabetes-Präparate nun auch die EU-Zulassung erhalten. Geplant ist es, das Medikament bis Mitte des laufenden Jahres in den ersten EU-Ländern auf den Markt zu bringen.

Zudem forscht Novo weiterhin an neuen Methoden der Insulineinnahme, um zukünftig ganz auf die leidigen Spritzen verzichten zu können.

Zudem darf ein wichtiger Fakt nicht vergessen werden:

An Nachfrage wird es Pharma-Unternehmen wie Novo Nordisk nicht mangeln!

Denn wie bereits eingangs erwähnt, ist Diabetes bereits in Deutschland DIE Volkskrankheit. Und diese Entwicklung wird sich auch weltweit fortsetzen.

Eine zunehmend alternde und immer fettleibigere Industriegesellschaft wird für einen stetig steigenden Absatzmarkt sorgen, von dem Novo Nordisk überproportional profitieren kann.

Dazu ist es allerdings von Nöten, dass der Konzern auch künftig alles dransetzen wird, weiterhin Marktführer in der Diabetes-Sparte zu bleiben.

Sollte Novo Nordisk dies gelingen, dann rücken neue Allzeithochs in greifbare Nähe. Für mutige Investoren könnten dann Renditen von 60% und mehr die Belohnung für ihre Risikobereitschaft und das nötige Vertrauen sein.

Anleger, die hohe Risiken lieber vermeiden möchten, sollten jedoch auf klare Einstiegssignale warten. Denn zum jetzigen Zeitpunkt sprechen die Indikatoren der Technischen Analyse eine andere Sprache.

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