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Aktien: Nordkorea: „Soll ich jetzt alles verkaufen?“

Ein besorgter Leser hat mir heute Morgen eine E-Mail geschrieben: „Sollte man wegen der Eskalation mit Nordkorea jetzt alles verkaufen?“

Zunächst einmal eine wichtige Bemerkung: Solche Anfragen überschreiten regelmäßig die Grenzen einer individuellen Vermögensberatung. Diese ist für Börsenredaktionen und Analysten grundsätzlich nicht erlaubt, und daran halte ich mich auch.

Denn als Analyst, der für verschiedene Börsenpublikationen verantwortlich ist, kann ich nicht abschätzen, welche Vermögensstrategie dieser Anleger verfolgt.

Haben Sie ein Depot von 20.000 oder einer Million Euro?

Auf Börsenmessen wie der Invest in Stuttgart habe ich Anleger kennengelernt, die über ein kleines Depot von 20.000 Euro verfügen. Andere kommen auf weit über eine Million.

Ein Anleger bezieht bereits Rente, ein anderer ist in der Ausbildung und kann monatlich für Aktien vielleicht gerade einmal 200 Euro ausgeben. Jeder hat deshalb ein ganz anderes Risikoprofil und sollte eine andere Strategie verfolgen.

Fragen Sie doch mal Ihren Fahrlehrer

Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich die Deutschen mehr um ihr Auto als um eine vernünftige Vermögensstrategie kümmern. Jedenfalls ist mir keiner bekannt, der nach der bestandenen Führerschein-Prüfung seinen Fahrlehrer gefragt hat: Welches Auto passt denn jetzt am besten zu mir?

Bei Aktien kommt mir das aber häufig so vor. Welche Aktie zu welchem Anleger am besten passt, kann jeder Anleger nur für sich entscheiden.

Trump wird zum Börsenrisiko

Kommen wir zu Trump und den zunehmenden geopolitischen Spannungen. Ich hatte im Profit Radar bereits darauf hingewiesen, dass Trump eine probate Strategie anwendet, um von seinen innenpolitischen Mißerfolgen abzulenken. Das macht ihn aber nicht weniger gefährlich.

Denn er ist ebenso unerfahren wie irrational. Die Wall Street nimmt Trump jedenfalls zunehmend als Risikofaktor war. Die Folge: Geld strömt aus hoch-spekulativen Aktien in den sicheren Hafen Gold.

Die Wall Street wird auch Trump überleben

Meine Empfehlung lautet:

  1. Halten Sie sich an Ihre Stop-Marken, die ich grundsätzlich nach charttechnischen Kriterien richte.
  2. Setzen Sie weiter auf Gold Absicherung Gold, ob nun als ETF, Aktie oder Hebel-Zertifikat.
  3. Überzogene Angst ist ebenso wenig ein guter Ratgeber wie überzogene Gier. Krisen sind Kaufchancen. Das sehen Sie auch an diesem Langfrist-Chart des Dow Jones.

Keine Frage: Die Wall Street wird auch Trump überleben. Und es wird eine Zeit nach Trump kommen, eventuell schneller als viele es derzeit für möglich halten

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Über den Autor
Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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