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Aktien: Neuordnug in der E-Autobranche

Vielleicht haben auch Sie in letzter Zeit verstärkt darüber nachgedacht, beim nächsten Autokauf eventuell auf ein Elektro- oder Hybridfahrzeug umzusteigen. In meinem Bekanntenkreis jedenfalls läuft diese Diskussion immer häufiger.

Bei aller Konsumlaune, die ja momentan herrscht, und aller Aufgeschlossenheit gegenüber moderner Technik, gibt es jedoch gerade in Bezug auf das E-Auto noch erhebliche Bedenken.

Das fängt bei der Reichweite an und hört bei den Vorbehalten gegenüber der Leistung auf.

Grund genug, uns heute einmal eingehend mit der neusten Entwicklung aus diesem Sektor zu beschäftigen. Wie sieht es wirklich aus?

Handelt es sich um einen Hype, von dem alle Autohersteller profitieren wollen, oder doch eher um eine ernst zu nehmende Zukunftsvision, auf die wir uns in den kommenden Jahren einstellen sollten?

Lesen Sie hier, wie es derzeit auf dem Elektrofahrzeug-Markt aussieht. Nicht zuletzt ist das Ganze ja auch ein Politikum.

Informieren Sie sich hier über den Stand der Dinge

Erst kürzlich wurde bekannt, dass China, das als Hauptmarkt für Elektrofahrzeuge gilt, seine ehrgeizigen Ziele in Richtung Umrüstung auf E-Autos und Hybridfahrzeuge offenbar korrigieren will.

Die Regierung um Staatsoberhaupt Xi Jinping rudert nämlich zurück und erwägt eine Änderung der festgelegten Quoten für Elektroautos und Plug-in Hybrid-Modelle im Reich der Mitte.

Die bislang festgelegten Quoten für Fahrzeuge könnten demnach also bald revidiert und nach unten angepasst werden. Derzeit würden Veränderungen diskutiert, so die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Insider der Automobilbranche beruft.

Um die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen anzukurbeln, werden die „grünen“ Modelle von der chinesischen Zentral-Regierung mit Subventionen gefördert. Allerdings wird die Unterstützung bereits dieses Jahr erstmalig um 20% gekürzt.

Im Jahr 2020 sollen die Subventionen dann ganz wegfallen. Die Strategie, heimische Automobilhersteller in China so zu fördern, dass sie die ausländischen Wettbewerber im Bereich New Energy Vehicles (NEV) überholen, ist offenbar bislang nicht aufgegangen.

Was, wenn die Chinesen zurückrudern?

Eine Änderung der Quoten für „grüne Fahrzeuge“ in China würde selbstverständlich auch Konsequenzen für weltweit tätige Automobilhersteller wie Audi, BMW, BYD, Daimler, Tesla, Toyota, VW & Co. mit sich bringen, da der chinesische Automobilmarkt ohnehin der größte der Welt und damit die Lokomotive für den ganzen Sektor ist.

Das Ganze bleibt also spannend, denn China hat erst im Januar dieses Jahres wegen „Unregelmäßigkeiten“ das eigene Subventionsprogramm überarbeitet.

Fakt ist jedenfalls, dass beim Thema Elektromobilität sämtliche namhaften Autobauer enorm viel Gas geben, nicht zuletzt in der Hoffnung auf China.

Deutscher Vorreiter in Sachen E-Mobility ist Daimler

Hierzulande hat sich bislang hauptsächlich Daimler ins Zeug gelegt, was das Voranbringen der Elektro-Sparte anbelangt, wobei unter anderem BMW kräftig aufholt. Zu stoppen ist das E-Auto ohnehin nicht mehr, ob mit oder ohne chinesischem Vorstoß.

Das beweisen auch die jüngsten Zahlen des amerikanischen Elektroautoherstellers Tesla. Der Branchen-Pionier fährt nämlich gerade allen davon.

So wird Tesla Motors an der Börse erstmals höher bewertet als US-Marktführer General Motors und könnte sogar als Nächstes die deutschen Premiumhersteller BMW und Daimler überholen.

Denn mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,7 Sekunden fährt das Tesla-Model S in seiner stärksten Batterieversion mittlerweile fast jedem Sportwagen davon.

Nur der LaFerrari und der Porsche 918 Spyder können mit dem Tesla-Fahrzeug noch mithalten.

Tesla Motors fährt allen davon – Chinesischer Pionier holt auf

Immerhin wird das 2003 von dem legendären Visionär Elon Musk gegründete Unternehmen nach einer Reihe positiver Nachrichten derzeit mit 53 Mrd. Dollar bewertet.

Damit ist Tesla zum wertvollsten Autohersteller der USA aufgestiegen und ließ Marktführer General Motors, der nur noch auf knapp 50 Mrd. Dollar kommt, hinter sich. Langsam taucht Tesla nun sogar im Rückspiegel der deutschen Anbieter auf.

BMW verfügt über eine Marktkapitalisierung von rund 57 Mrd. Dollar, Daimler bringt es auf 76 Mrd. Dollar.

Aber auch die Chinesen schlafen nicht, was die Produktion anbelangt.

So hat der chinesische Elektroauto- und Batterieentwickler Build Your Dreams (BYD) erst gestern eine neue Fabrik für elektrisch betriebene Busse im Norden Ungarns in Betrieb genommen.

Wie die Technologie-Nachrichtenagentur IT-News meldet, befindet sich die neue Fertigungsstätte in der Stadt Komarom, im nördlichen Teil Ungarns.

Sie ist zugleich die erste Produktion für Elektrobusse im europäischen Raum und soll den Markt in Kontinental-Europa bedienen.

BYD eröffnet erste Produktionsstätte für Elektrobusse in Europa

Der Bereich Automobile ist Wachstumtreiber von BYD.

Der chinesische Technologiekonzern wolle bis zum Jahr 2018 insgesamt 20 Mio. Euro in die Produktionsstätte investieren und dann rund 300 Mitarbeiter beschäftigten, aktuell seien es 32, wie die ungarische Zeitung Origo berichtet.

Die Kapazität ist in zwei Fertigungslinien für insgesamt bis zu 400 Elektrobusse pro Jahr ausgelegt. Zudem sollen auch Reisebusse sowie später Gabelstapler und kleinere Fahrzeuge für die kommerzielle Nutzung gebaut werden.

Anfang des Jahres hatte der chinesische Technologie- und Automobilkonzern angekündigt, auch zwei Produktionsanlagen für Elektrobusse in Lateinamerika zu planen.

Außerdem will BYD den Bau von elektrischen Lastkraftwagen vorantreiben. LKW sind zwar weniger spektakulär als PKW, doch sie könnten einen großen Einfluss auf die Emissionen haben.

BYD hat nun die ersten 27 elektrischen LKW nach Kalifornien geliefert. Diese sollen vorrangig für die Feldarbeit eingesetzt werden.

Die Class 8-Trucks von BYD verfügen über Batterien mit einer Leistung von 209 Kilowattstunden und halten bis zu 15 Stunden mit einer Ladung durch. Auch das sind innovative Aussichten.

Amerika und China scheinen somit auf der Vorfahrtsstraße. Wir halten Sie auf dem Laufenden, wer wo und wann abbiegt.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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