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Nestlé Aktie: Nestles neuer Chef packt an: Mutiger Umbau beflügelt Aktie

Ulf Mark Schneider macht ernst. Gerade ein halbes Jahr ist der neue Nestle-Chef im Amt, doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass er den Laden gehörig umkrempeln dürfte.

Schneider, der zuvor als Manager beim Gesundheitskonzern Fresenius tätig war, ist seit rund 100 Jahren der erste Nestle-Chef, der von extern kommt. Und das ist vielleicht gar nicht so verkehrt, um frischen Wind ins Unternehmen zu bringen und mit Traditionen zu brechen, die manch ein Firmenveteran womöglich längst zu liebgewonnen hat, um den Rotstift anzusetzen.

Aus für Süßwaren?

Konkret steht offenbar das US-Süßwarengeschäft auf dem Prüfstand, ein Verkauf der Sparte wird immer wahrscheinlicher. Das hat vor allem zwei Gründe: Erstens schwächelt der Bereich und belastet die Bilanz, seit 2013 gehen die Marktanteile zurück, Nestle fiel 2014 auf Rang vier zurück hinter Mars, Hershey und Lindt & Sprüngli. Auch insgesamt wird der Markt immer schwieriger, denn auch in den USA gibt es einen starken Trend hin zu gesünderer Ernährung, da passen Schokoriegel und Fertiggerichte oftmals nicht mehr so gut ins Konzept der Kundschaft.

Der zweite Grund ist denn auch, dass das Image der Süßwaren nicht so recht zu den Zukunftsplänen passt, die bei Nestle schon seit längerem geschmiedet werden. Bereits 2011 hat der Schweizer Konzern damit begonnen, in einen eigenen Gesundheitsbereich zu investieren.

Gesünderes Image

Das erklärte Ziel ist es, sogenanntes Superfood oder auch Health Food zu entwickeln, also Nahrungsmittel, die nicht nur gesund sind, sondern auch gesund machen beziehungsweise den Konsumenten bei der Prävention von Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Alzheimer oder Stoffwechselbeschwerden zu unterstützen.

Es passt daher ins Bild, dass sich Nestle mit Schneider einen ausgewiesenen Experten gerade aus dem Gesundheitsbereich an Bord geholt hat – und der macht nun Nägel mit Köpfen. Sein Vorgänger Paul Bulcke hatte zwar ebenfalls mehrfach schwächelnde Sparten zur Disposition gestellt, ging dabei aber nie über Gedankenspiele hinaus und hoffte letztlich auf Sanierungsmöglichkeiten. Dazu scheint es nun nicht mehr zu kommen.

Stattdessen dürfte das US-Süßwarengeschäft ausgelagert werden – und das könnte Analysten zufolge erst der Anfang sein auf dem Weg zu einem tiefgreifenden Umbau und Neuanfang für Nestle.

Nestle Aktie legt kräftig zu

Anleger honorierten den neuen Tatendrang, die Aktie legte nach Bekanntwerden der Überlegungen rasch um mehrere Prozentpunkte zu. Nach längerer Stagnation konnte die Nestle Aktie seit Anfang Mai einiges an Boden gutmachen und erreichte Ende Juni ein 52-Wochen-Hoch bei etwas über 79 Euro.

Zuletzt war das Papier für rund 76 Euro oder 84 Schweizer Franken zu haben und notierte damit etwa 10 Prozent oberhalb des Vorjahresniveaus. Analysten sehen die Nestle Aktie unterdessen auf einem guten Weg in Richtung 90 Franken und mehr.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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