MenüMenü

Nestlé Aktie: Nestle: Nach schwachem Jubiläumsjahr zurück zu alter Stärke?

Nahrungsmittel verkaufen sich immer, unabhängig von konjunktureller Großwetterlage oder kurzfristigen Trends. Der Erwerb eines Autos oder einer Immobilie wird in Krisenzeiten vielleicht aufgeschoben, der Kauf eines Joghurts oder einer Tütensuppe hingegen nicht.

Frei nach diesem Motto galten Nahrungsmittelkonzerne lange als sichere Bank für risikoscheue Anleger. Das gilt umso mehr für einen weltweit aufgestellten Riesenkonzern wie Nestle mit seinen unzähligen Markenprodukten im Sortiment. Seit über 150 Jahren bestücken die Schweizer die Küchenschränke Europas und der Welt.

Neuer Chef, neues Glück?

Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2016 lief es nicht wirklich rund für Nestle. Das Umsatzplus lag in den ersten neun Monaten bei gerade einmal 3,3 Prozent und fiel damit so gering aus wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Die konzerneigene Zielmarke sieht ein jährliches organisches Wachstum von 5 Prozent vor – seit Jahren scheitert Nestle Quartal für Quartal an dieser Vorgabe.

Nun aber soll ein neuer Chef das Ruder herumreißen. Mit Ulf Schneider setzen die Schweizer – entgegen ihrer Tradition – nicht auf einen Mann aus den eigenen Reihen, sondern haben einen erfahrenen Manager aus dem Gesundheitsbereich angeworben. Schneider war zuvor für Fresenius tätig.

Zukunftsmarkt Healthcare

Der Hintergrund kommt nicht von ungefähr: Auch Nestle will stärker in Sachen Gesundheit punkten, Healthcare heißt das Stichwort, das den Konzern wieder zu altem Glanz zurückführen soll. Neben gesunden und gesundheitsfördernden Lebensmitteln sind damit beispielsweise auch Hautpflegeprodukte oder spezielle Produktlinien für Babys oder Senioren gemeint.

Nestle selbst forscht bereits seit einigen Jahren in diesem Segment, hat aber noch einiges aufzuholen. Strategische Zukäufe gelten daher als recht wahrscheinlich, aber auch teuer – immerhin tummeln sich in diesem Gebiet auch Pharmakonzerne, die ihre Fühler ebenfalls in diesen Bereich ausstrecken.

Nestle Aktie profitiert von Dividendenpolitik

Dass Anleger dem Nahrungsmittelkonzern trotzdem die Treue halten, hat neben traditioneller Verbundenheit wohl auch mit der großzügigen Dividendenpolitik der Schweizer zu tun. Die Dividende fließt zuverlässig und regelmäßig – und bleibt mindestens stabil. Oftmals wird die Ausschüttung jedoch auch angehoben.

Im Zuge der Finanzkrise 2008 etwa zeigte Nestle sich Anlegerinteressen gegenüber besonders aufgeschlossen, die Ausschüttungsquote wurde angehoben auf über 60 Prozent des Gewinns und verblieb mit Ausnahme des Jahres 2014 auch auf diesem hohen Niveau.

Anleger wissen das zu schätzen, insbesondere dann, wenn sich der Aktienkurs eher seitwärts bewegt. Für allzu üppige Kurssprünge war die Nestle Aktie nie bekannt, gerade 2016 erwies sich jedoch als besonders schwieriges Jahr.

Nachdem sie monatelang nicht von der Stelle gekommen war, schaffte die Nestle Aktie zwar im Frühsommer einen Anstieg, büßte jedoch sämtliche Zugewinne im Herbst wieder ein. Immerhin: Im Dezember ging es wieder aufwärts. Und Analysten zeigten sich zuletzt zuversichtlich mit Blick auf die künftige Entwicklung der Nestle Aktie.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

Regelmäßig Analysen über Aktien erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Felix Reinecke. Über 344.000 Leser können nicht irren.