MenüMenü

Tesla Motors: Tesla-Aktie: Von Rekordumsätzen und roten Zahlen

Wir befinden uns mitten in der neuen Berichtssaison und auch in dieser Woche gab und gibt es einen regelrechten Zahlenregen. Am Dienstag präsentierte das nach Marktwert wertvollste Unternehmen der Welt, Apple, seine Quartalszahlen.

Gestern nach US-Börsenschluss hat mit dem Elektroauto-Pionier Tesla ein weiterer echter Trendsetter einen Einblick in seine Bilanz zum beendeten Quartal gewährt.

Das im kalifornischen Palo Alto ansässige Unternehmen hat im ersten Quartal 2017 Rekorde bei Produktion, Auslieferungen und Umsatz erzielt, ist dabei aber stärker als erwartet in die roten Zahlen geraten.

Der Verlust nahm verglichen mit dem Vorjahreswert von 282 auf 330 Mio. Dollar zu, wie die Firma des schillernden Tech-Milliardärs Elon Musk mitteilte. Beachtenswert: Die Erlöse verdoppelten sich auf 2,7 Mrd. Dollar!

Die Produktion konnte Tesla um satte 64% steigern und lieferte gut 25.000 Wagen aus, so viele wie nie zuvor in einem Quartal. Damit ist das Unternehmen auf Kurs, sein Absatzziel von 50.000 Autos im ersten Halbjahr zu erreichen.

Dennoch reagierten die Anleger auf das Zahlenwerk verhalten. Die Tesla-Aktie rutschte angesichts des höheren Minus ab.

Erst am 02. Mai 2017 markierte das Papier an der Nasdaq ein neues Rekordhoch bei 327,66 Dollar. Seit Jahresbeginn ist der Kurs schon um mehr als 45% gestiegen.

Chart Tesla-Aktie

Chart_Tesla

(Quelle: comdirect.de)

Stürmisches Wachstum kostet viel Geld

Grund dafür, dass ein höherer Verlust in den Büchern steht, sind vor allem Kosten im Zusammenhang mit dem für Juli geplanten Fertigungsstart des „Model 3“.

Mit seinem ersten Mittelklassewagen, der etwa 35.000 Dollar kosten soll, will Tesla von der Luxusnische in den Massenmarkt vordringen. Dafür nimmt Firmenchef Musk viel Geld in die Hand.

Der Starunternehmer hat einen sehr ehrgeizigen Zeitplan vorgegeben und will die Produktion in rasantem Tempo hochfahren. 2018 soll Tesla 500.000 Autos pro Jahr herstellen, für 2020 wird die Millionenmarke angepeilt.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Im vergangenen Jahr wurden lediglich rund 84.000 Wagen gefertigt.

Obwohl der Aufbau einer Produktionsplattform für die Massenfertigung große finanzielle Risiken birgt, ist das Vertrauen der Investoren bislang riesig.

Am Börsenwert gemessen zog das Start-up aus Kalifornien, das seit seiner Gründung in 2003 noch nie einen Jahresgewinn vorweisen konnte, zuletzt sogar am zweitgrößten US-Autobauer Ford vorbei und schloss zum Branchenführer General Motors auf.

Noch immer in aggressiver Aufbauphase

Doch Fakt ist: Irgendwann wollen die Aktionäre belastbare Gewinne sehen. Wann ist Tesla also soweit, um in die schwarzen Zahlen zu fahren?

Einige Analysten gehen davon aus, dass der US-Autobauer schon im kommenden Jahr einen Gewinn pro Aktie in Höhe von 1 Dollar ausweisen könnte. Andere wiederum halten dies für abwegig.

Denn noch immer befindet sich Tesla in einer aggressiven Aufbauphase. Wir erinnern uns: Tesla hat erst kürzlich das defizitäre Solarunternehmen Solar City übernommen.

Musk strebt demnach die Etablierung als E-Autohersteller und möglicherweise auch als Entwickler von elektrischen Speichersystemen an. Eine spannende Geschichte – aber eben auch eine spekulative!

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

Regelmäßig Analysen über Aktien erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Kathrin Dörfeld. Über 344.000 Leser können nicht irren.