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Tesla Motors: Tesla Aktie: Analysten schlagen Alarm

Es war eine Nachricht, die die Schlagzeilen dominierte, als der US-Elektroautobauer Tesla im Börsenwert kürzlich etablierte Hersteller wie General Motors oder Ford überholte.

Doch der Erfolg der Tesla Aktie fußt vor allem auf dem Prinzip Hoffnung. Hoffnung auf das Model 3, mit dem Tesla bekanntlich den Massenmarkt erobern will und dessen finale Version im Juli vorgestellt werden soll, wenn die Produktion anläuft. Bis Ende des Jahres sollen dann die ersten Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert werden, rund 400.000 Vorbestellungen hat Tesla für sein 35.000-Dollar-Fahrzeug inzwischen eingesammelt.

Die Skepsis wächst

Allmählich aber macht sich unter Beobachtern Skepsis breit. Und das liegt nicht nur daran, dass Tesla-Gründer und Firmenchef Elon Musk dafür bekannt ist, ambitionierte Ziele zu stecken und diese dann zu verfehlen. Das gilt insbesondere für zeitliche Vorgaben. Immer wieder wurden in der Vergangenheit die selbst gesetzten Deadlines massiv überschritten.

Aber daran hat man sich inzwischen gewöhnt. Viel schwerwiegender dürfte die Frage sein, ob denn wirklich alle 400.000 Kunden das Model 3 auch tatsächlich kaufen wollen, wenn sie die endgültige Version erst einmal gesehen haben. Hinzu kommt, dass Tesla bei seinen bisherigen Modellen – dem SUV Model X und der Luxuslimousine Model S – einige Testphasen und Optimierungszyklen übersprungen hat.

Kurzum: Das Produkt reift erst beim Kunden, immer wieder tauchen Fehler auf, die ausgebessert werden müssen – auf Kosten von Tesla. Eine etwaige Rückrufaktion wäre bei wenigen tausend Fahrzeugen noch zu verschmerzen, bei einem Massenmodell könnte das jedoch zu einer enormen finanziellen Belastung für Tesla werden.

Chaotische Produktion, geringe Marge

Ziemlich hektisch bis chaotisch wirkt auch der Produktionsbetrieb, der binnen kürzester Zeit massiv aufgestockt werden muss. Nach 84.000 Fahrzeugen im Jahr 2016 soll 2018 bereits eine halbe Million Autos fertiggestellt werden – eine Mammutaufgabe, die wohl nicht ohne Reibungsverluste und Kollateralschäden umzusetzen sein wird.

Apropos Verluste: Bisher macht Tesla vor allem Minus. Das könnte selbst bei durchschlagendem Erfolg des Model 3 so bleiben, denn die Marge ist deutlich stärker begrenzt als bei den Vorgängern. Hinzu kommt, dass sich das Model X nur schleppend verkauft – und Analysten wie etwa die Experten von Goldman Sachs bereits davor warnen, dass der Verkaufsstart des Model 3 die Absatzzahlen des Model S beeinträchtigen könnte.

Tesla Aktie: Analysten schlagen Alarm

Generell warnten die Goldmänner zuletzt vor deutlich zu hoch gesteckten Erwartungen mit Blick auf das zweite Halbjahr – und setzten konsequenterweise das Kursziel auf 190 Dollar herab. Sie raten dazu, sich von Tesla Aktien zu trennen.

Skeptisch zeigten sich auch die Kollegen von Morgan Stanley, die es für fraglich halten, ob Tesla sein übergeordnetes Ziel erreichen wird, sich auf lange Sicht als dominanter Player am Markt für Elektrofahrzeuge zu behaupten. Sie halten es für wahrscheinlicher, dass Tesla früher oder später zum Übernahmeziel wird.

Doch trotz aller Warnungen von Skeptikern: die Tesla Aktie steigt und steigt. Allein in den vergangenen sechs Monaten hat sich das Papier um gut 70 Prozent verteuert und kostete zuletzt gut 370 US-Dollar oder 330 Euro.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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