MenüMenü

Tesla Motors: Megatrend-Markt Elektroautomobilität: Tesla vs. BYD

Sollte ich mich als Anlegertyp definieren, dann würde ich mich als überzeugten Big-Business-Investor bezeichnen.

Ich investiere mein Kapital nahezu ausschließlich in Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen mich in meinem Alltag nahezu täglich und überall umgeben. Damit bin ich in der Vergangenheit sehr gut gefahren.

Ich finde es grundsätzlich wichtig, auf dem Aktienmarkt mit Überzeugung zu agieren. Das hat auch Warren Buffett so gehandhabt.

Der milliardenschwere Star-Investor ist für seine konventionellen Investments bekannt. „Investiere nur in eine Aktie, deren Geschäft du auch verstehst”, ist eine seiner vielen Weisheiten. Und sein Erfolg spricht für seine Strategie.

Doch hin und wieder weicht auch er von seinem Kurs ab.

Einen Ausreißer gibt es in seinem Depot: eine Firma, deren Name „Erschaffe deine Träume“ bedeutet – Build Your Dreams (BYD), ein chinesischer Elektroautobauer.

Und genau dieses Unternehmen hat im vergangenen Jahr Tesla vom Absatz-Thron gestoßen.

Tesla ist der E-Auto-Pionier

Aber die meisten E-Autos verkauften 2016 andere

76.230 Elektroautos hat Tesla im Jahr 2016 verkauft. 102.500 E-Autos brachte Konkurrent  BYD (Build Your Dreams) an den Verbraucher – und damit deutlich mehr als der Milliardenkonzern.

Das Besondere daran: BYD hat seine Stromer ausschließlich in China unters Volk gebracht, während Tesla seine Wagen inzwischen weltweit vertreibt.

Konkurrenz bekommt Firmenlenker Elon Musks darüber hinaus auch von anderer Seite.

Nachdem der angeschlagene Mitsubishi-Konzern bei der Renault/Nissan-Allianz eine neue Heimat gefunden hat, kommen diese gemeinsam auf mehr als 104.000 verkaufte Elektroautos im vergangenen Jahr.

Damit hätte man Tesla sogar auf Platz 3 verdrängt.

Aber: BYD hat trotz stärkerer Verkaufszahlen deutlich weniger umgesetzt als der US-Konkurrent.

Mit Erlösen von 3,88 Mrd. Dollar für die Fahrzeuge lagen die Chinesen deutlich hinter dem Tesla-Konzern, der 2016 einen Umsatz von 6,35 Mrd. Dollar generiert hatte.

BYD-Stromer sind – verglichen mit der Konkurrenz – deutlich günstiger zu haben, was sich umsatzseitig natürlich negativ auswirkt.

Dafür hat BYD bereits ein solides Geschäft mit deutlichen Gewinnsteigerungen vorzuweisen.

Für 2017 erwarten Analysten einen Gewinn von 0,57 US-Dollar und die Ausschüttung einer Dividende von 0,16 Dollar p.a.

Bei einem aktuellen Kursniveau von rund 5,60 Dollar ist die Aktie des chinesischen Autobauers mit einem 2017er KGV von 9,8 und einer Dividendenrendite von 2,8% im Vergleich zu Tesla (geschätztes 2017er KGV: -126; Dividende 0,00 Dollar) fundamental also eine echte Perle.

Diese operative Stärke dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, warum US-Star-Investor Warren Buffett bei BYD statt bei Tesla investiert ist.

Geht es um das Megatrend-Thema Elektromobilität stehen beide Firmen besonders im Rampenlicht. Und werden vom Markt dennoch völlig gegensätzlich wahrgenommen.

Auf der einen Seite steht Tesla mit seinem schillernden Konzernboss und hochfliegenden Wachstumsplänen, durchgestylten und hochwertigen Autos, aber tiefroten Zahlen und nur dem vagen Versprechen an seine unzähligen Investoren, dass schon bald die Gewinne sprudeln und sich ihre Milliarden von Dollar, die sie in Tesla gesteckt haben, bezahlt machen.

Auf der anderen Seite steht BYD, das auf den ersten Blick gegenüber Tesla trotz des visionären Namens „Build Your Dreams“ wie eine graue Maus wirkt, dafür aber bereits profitabel wirtschaftet und auf operative Ebene mit dem Bau von Elektroautos wie auch Batterien schon länger zwei Schwerpunktthemen im Bereich Elektromobilität besetzt.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Cindy Ullmann

Cindy Ullmann nimmt regelmäßig die Welt der Insidergeschäfte unter die Lupe. Sie stellt die wichtigsten „Directors’ Dealings“ vor.

Regelmäßig Analysen über Aktien erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Cindy Ullmann. Über 344.000 Leser können nicht irren.