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Starbucks Aktie: Starbucks: Chefwechsel, Insiderverkäufe, Prognosesenkung – Was nun?

Stößt die Kaffeehauskette Starbucks an ihre Wachstumsgrenzen? Flacht der Hype um den beliebten Kaffeeröster aus Seattle allmählich ab? Ein wenig könnte man fast diesen Eindruck gewinnen.

Denken wir nur einmal zurück: Vor fünf Jahren hatte gefühlt wirklich jeder einen Starbucks-Becher in der Hand. Starbucks-Kaffee schmeckt gut. Sogar die Stars schwören auf das koffeinhaltige Heißgetränk aus dem Hause Starbucks.

Obendrein bekommt man noch ein „cooles“ Starbucks-Logo auf seinem Becher mitgeliefert, ebenso wie seinen eigenen Namen. Und auch in den Filialen war immer Wohlfühlen angesagt.

Doch im abgelaufenen Geschäftsjahr geriet die Kaffee-Aktie gewaltig unter Druck. Unter anderem haben ein angekündigter Wechsel an der Konzernspitze sowie die Flaute in der US-Gastronomiebranche an den Nerven der Anleger gezehrt.

Und dann mussten sie zuletzt auch noch eine gekappte Jahresprognose verdauen. Der Manager William Bradley trennte sich vor wenigen Tagen fast zu den diesjährigen Tiefstständen von unternehmenseigenen Aktien im Volumen von rund 6 Mio. Dollar.

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Starbucks-Wachstum flaut ab

Anleger zeigten sich zuletzt besorgt, weil die Kaffeerestaurant-Kette ihr hohes Wachstumstempo zum Jahresende nicht beibehalten konnte. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (per Ende Dezember) kletterten die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert zwar um 7% auf 5,7 Mrd. Dollar.

Im Vorquartal hatte Starbucks allerdings noch einen Zuwachs von 16% verbucht. Analysten hatten hier mit besseren Zahlen gerechnet. Sie gingen im Schnitt von 5,8 Mrd. Dollar aus.

Vor allem der amerikanische Markt macht dem Unternehmen derzeit zu schaffen. Im abgelaufenen Quartal nahmen die Erlöse in der Region nur um 3% zu. Dafür lief es für den Konzern in Asien deutlich besser – hier stand am Ende ein Umsatzplus von 18% in den Büchern.

Wohlbemerkt: Starbucks steckt jedoch nicht in der Krise, wie man an den Gewinnzahlen ablesen kann. Im zurückliegenden Quartal legte der Gewinn deutlich um 9% auf 752 Mio. Dollar zu. Die operative Marge erhöhte sich auf 19,8%. Die Zahl ihrer Filialen erhöhte die Kette um 649 auf 25.734 Läden.

Der Chart der Aktie sieht aktuell folgendermaßen aus: Von ihrem Januarhoch bei 59 Dollar ist die Aktie nach der Zahlenvorlage bis auf 53,81 Dollar zurückgefallen. Inzwischen notiert sie wieder bei rund 55 Dollar.

Chart: Starbucks-Aktie

Chart_Starbucks-Aktie

(Quelle: comdirect.de)

Jahresprognose gesenkt

Mehr noch als das verlangsamte Wachstum im abgelaufenen Quartal dürfte die gesenkte Jahresprognose den Aktionären missfallen haben. Für das laufende Geschäftsjahr geht der Konzern nur noch von einem Zuwachs beim Umsatz von 8 bis 10% aus.

Die bisherige Messlatte war deutlich höher angesiedelt, sie lautete auf eine zweistellige Zuwachsrate. Der Gewinn je Aktie soll bei 2,09 bis 2,11 Dollar landen. Gleichzeitig hat sich Starbucks auf die Agenda geschrieben, im laufenden Jahr 2.100 neue Filialen zu eröffnen.

Im April übernimmt Kevin Johnson das Ruder

Wie der Blick auf den Chart zeigt, ist die Starbucks-Aktie bereits 2016 unter Druck geraten. Damals gab der Konzern einen Wechsel an der Führungsspitze bekannt.

Am 3. April wird Kevin Johnson das Amt des langjährigen Vorstandschefs Howard Schultz übernehmen. Johnson war bisher vor allem in der High-Tech-Branche tätig. Anleger befürchteten daher, dass seine fehlende Erfahrung im Einzelhandel, zum Problem für den Konzern werden könnte.

Eine andere Meinung vertreten dagegen die Experten von Börse easy:

„Der künftige CEO Kevin Johnson hat als COO (Chief Operating Officer) ‚gedient‘, er verfügt als früherer Mitarbeiter von Microsoft und Juniper Networks über die richtigen Kenntnisse, um Starbucks in einer stark technologieorientierten Phase zu führen. Insofern waren Kursrückgänge von 3%, nachdem die Personalie bekannt gegeben wurde, nicht gerechtfertigt.“

Außerdem: Auch Schultz bleibt als Chairman bei der Kaffeehauskette und wird sich künftig insbesondere um die Entwicklung eines neuen Premium-Geschäftsbereichs kümmern.

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Über den Autor Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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