MenüMenü

Apple Aktie: Apple: Und wieder gibt’s keine Innovationen!

Die Gerüchte-Küche rund um Apple kochte mal wieder deutlich heißer, als das kalifornische Unternehmen selbst. Was sollte nicht alles in diesen Wochen präsentiert werden?

Ein neues iPad Pro, neue kleine iPads, neue Apple Watches, neue iMacs, neue Mac Pros und vielleicht sogar ein iMac mit 8K-Display – das hochauflösendste der Welt.

Und was kam am Ende? Ein iPhone 7 in rot und einen Nachfolger für das alte iPad Air 2. Beide neuen Produkte glänzen durch die Abwesenheit neuer Features.

Im Gegenteil – beim neuen iPad lässt Apple sogar eine Antireflexions-Beschichtung im Display weg. Angeblich, damit es heller ist.

Da das Display aber bisher schon sehr hell war, dürfte es wohl eher darum gegangen sein, mal wieder Kosten zu sparen.

Es gab weder ein Update für das eineinhalb Jahre alte iMac-System noch für die 3,5 Jahre unverändert verkauften Premium Workstations Mac Pro, die inzwischen der Konkurrenz meilenweit hinterher hecheln.

Nachdem die Apple-Aktie gestern ein neues Allzeithoch markierte, stürzte sie ab und beendete den Handelstag mit einem Minus von 1,15%.

Vom Hoch aus gesehen ging es sogar 2,1% abwärts. Begeisterung über die neuen Produkte sieht anders aus.

Einmal mehr dürften sich die Börsianer gefragt haben, wo Apples Mega-Entwicklungs-Etat von mehr als 10 Milliarden US-Dollar versickert.

Wenn es nicht einmal langt, um Standard-PC-Komponenten in ein Gehäuse zu stecken, selbiges zu validieren und in die Läden zu stellen, woran hapert es denn dann bei Apple?

Ist der Konzern zu satt geworden? Denkt das Management unter CEO Tim Cook, dass die Kunden auch die teils veralteten Systeme kaufen?

Vor allem der völlig vernachlässigte Mac Pro könnte langfristig ein Problem für Apple werden. Die professionellen Nutzer wenden sich in Scharen ab.

Bislang arbeiten viele noch an 2012er Mac Pro, die durch Bastelarbeiten auf den neusten Stand der Technik gebracht werden konnten. Doch damit ist es inzwischen auch vorbei – eine weitere Aufrüstung ist nicht möglich.

Wer mit Videos, Musik und Bildern arbeitet und auf höchste Rechenleistung angewiesen ist, wechselt inzwischen ins Windows-Lager. Diese Kunden kommen nicht mehr so schnell zurück.

Und so wird Apple noch abhängiger vom iPhone, das schon jetzt gut ¾ aller Umsätze verantwortet.

Noch hege ich die Hoffnung, dass Apple in den kommenden Wochen noch beim iMac und Mac Pro nachlegt.

Die neusten Prozessorgenerationen von Intel und AMD, die Apple dafür einsetzen könnte, sind schließlich seit Januar und März erhältlich.

Sollte das nicht geschehen und sich Apple tatsächlich auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen, ist fraglich, wie lange das Allzeithoch Bestand haben wird.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

Regelmäßig Analysen über Aktien erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Mick Knauff. Über 344.000 Leser können nicht irren.