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Amazon.com Aktie: „Flash Crash“ schlägt am US-Aktienmarkt ein

Wie Sie wissen, kann eine Blase länger andauern als gedacht. Das beste Beispiel sind die US-Aktienmärkte, die in den letzten Wochen allesamt Rekordwerte notierten. Besonders der Nasdaq, wo die Technologiewerte eine große Rolle spielen, ist völlig überhitzt.

Flash Crash bei Amazon

Dort gab es am vergangenen Freitag einen ersten stärkeren Einbruch – nur ein Vorbote dessen, was schon bald auf die US-Märkte zukommt. Der Internet-Versandhändler Amazon stürzte beispielsweise von 1010 US-Dollar auf 927, um dann nachbörslich bei 977 zu schließen.

Das ganze war ein „Flash Crash“ – ein sehr schneller Einbruch mit anschließender teilweiser Erholung.

Den Einbruch sehen Sie deutlich im folgenden Chart, der den Kursverlauf von Amazon in den letzten zwölf Monaten zeigt.

SG1

Amazon ist nicht „irgendein“ Unternehmen. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 500 Milliarden US-Dollar gehört der Online-Händler zu den Schwergewichten an der Börse. Amazon ist längst ein etabliertes Großunternehmen und kein aufstrebendes Kleinunternehmen mehr.

Die Bewertung passt dazu aber überhaupt nicht! Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 200 – ein astronomischer Wert für ein Unternehmen, das seine explosive Wachstumsphase längst hinter sich hat… und das im Kerngeschäft – dem Versandhandel – immer noch KEINEN GEWINN erzielt!

Auch Tesla ist massiv überbewertet

Ganz ähnlich sieht es beim US-Automobilhersteller Tesla aus. Der Produzent von Elektroautos ist deutlich höher bewertet als sämtliche seiner Wettbewerber. Im folgenden Chart sehen Sie, wie viel Tesla, BMW, Ford und General Motors an der Börse je im Jahr 2016 verkauften Auto kosten.

SG2

Tesla müsste also in naher Zukunft etwa 30-mal mehr Autos verkaufen als 2016, um auf dem aktuellen Bewertungsniveau von BMW zu liegen. Selbst Elon Musk hält das nicht für realistisch. Der CEO von Tesla sagte in einem Interview mit der Zeitschrift Guardian:

„Die Marktkapitalisierung ist höher als wir es verdient haben.“

Die Einschläge werden weiter zunehmen

Was Sie aktuell erleben, ist das Ende einer Börsen-Manie. Die Aktienmärkte sind heillos überhitzt und selbst die CEOs der Tech-Unternehmen sehen ihre eigenen Aktien als überbewertet an.

Das ganze ist ein todsicheres Rezept für ein kommendes Desaster. Die Einschläge an den Börsen werden weiter zunehmen – wenn dann die Anleger reihenweise in Panik verfallen, droht im schlimmsten Fall ein Crash wie 2008.

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