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Amazon.com Aktie: Amazon goes Fashion – Jetzt mischt Bezos auch noch die Modebranche auf

Amazon ist eine Aktie wie sie im Buche steht und eine Aktie, über welche man ganze Bücher füllen könnte. Der größte Onlinehändler der Welt liefert derzeit Nachrichten am Fließband.

Fast täglich wartet das Unternehmen aus Seattle mit neuen Meldungen auf, die immer wieder aufs Neue den Ideenreichtum von Konzernlenker Jeff Bezos untermauern.

Neuester Clou: Das Modegeschäft. Mit Textilien fremder Marken handelt das Internetwarenhaus schon längst. Doch offenbar möchte Bezos jetzt auch verstärkt eigene Kollektionen auf den Markt bringen.

Amazon gönnt sich keine Verschnaufpause

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die US-Firma iRobot den Sprachassistenten von Amazon (Alexa) auf die eigenen Staubsaugerroboter der Roomba-Serie bringen möchte.

Künftig wird man also seinen Roboter per Sprachsteuerung in die Ecke schicken können, in der es gerade besonders wichtig ist, Staub und Dreck aufzusaugen.

Letzte Woche wartete Amazon dann mit einer weiteren Überraschung auf: So will der Online-Händler nun mit seinem Angebot Amazon Fresh auch in Deutschland mitmischen.

Im April soll der Startschuss fallen, dann geht Amazon Fresh zunächst in Berlin an den Start. Dabei wird die Tochter der Deutschen Post, DHL, als exklusiver Lieferant die Zustellung der Lebensmittel übernehmen.

Amazon für den Laufsteg

Und heute lese ich wiederum, dass der Internetkoloss künftig auch in eigene Mode machen will. Meine Shopping-Sensoren, mit denen nun einmal jedes weibliche Geschlecht ausgestattet ist, sind bei diesem Thema jedenfalls sofort angesprungen.

Natürlich bin ich nicht nur aus privater Sicht auf die neuesten modischen Kreationen aus dem Hause Amazon gespannt, sondern ich betrachte das Ganze selbstverständlich auch aus dem Blickwinkel einer Börsenredakteurin.

Nachdem die Website Amazon.com 1995 als reiner Online-Buchhandel an den Start ging, hat sich der Konzern in den darauffolgenden Jahren zu einem allumschlingenden Internet-Imperium mit unzähligen Standbeinen und den verschiedenartigsten Geschäftsfeldern gemausert.

Da macht es nur Sinn, dass Amazon auch sein Modegeschäft weiter aufhübscht. Insbesondere hat es Jeff Bezos dabei auf den europäischen Modemarkt abgesehen.

Das Online-Geschäft mit Kleidung und Schuhen in Westeuropa bringt es den Schätzungen des britischen Marktforschers Euromonitor International auf 42 Mrd. Dollar.

Eigene Labels bringen höhere Margen

Dabei haben eigene Kollektionen für Amazon einen ganz entscheidenden Vorteil: Mit eigenen Labels lässt sich eine spürbar höhere Marge einfahren als mit eingekaufter Ware, bei der für Amazon nur eine recht magere Händlerspanne abfällt.

„Mode gehört zu den am schnellsten wachsenden Kategorien bei Amazon. Wir sind erst in der Anfangsphase einer sehr langfristigen Investition“, erklärt die Vizepräsidentin von Amazon Fashion Europa Susan Saideman.

Noch im Frühjahr möchte der Konzern in Großbritannien mit seiner Mode loslegen.

Auf dem Heimatmarkt USA läuft das Geschäft mit Eigenmarken übrigens schon auf vollen Touren. Mit ganzen sieben eigenen Labels ist Amazon hier bereits unterwegs.

Unter Marken wie Lark & Ro oder North Eleven verkauft Amazon etwa Mode für Kinder, Herrenschuhe, Anzüge und Kleider.

Der Konkurrenz dicht auf den Fersen

Die modischen Ambitionen der Amerikaner dürften Konkurrenten wie den Berliner Online-Versandhändler Zalando aufhorchen lassen. Noch liegt Zalando in Bezug auf die Marktanteile vor Amazon.

Die Berliner bringen es in Westeuropa beim Verkauf von Mode und Schuhen auf einen Anteil von 6,1%. Doch Amazon ist den Deutschen mit einem Marktanteil von 5,7% schon jetzt dicht auf den Fersen.

An der Spitze, knapp vor Zalando, rangiert Marktführer Otto mit einem Anteil von 6,2% auf dem westeuropäischen Markt.

Kritiker aus der Textilbranche bemängeln zwar, dass es Amazon an fachkundiger Modekompetenz fehle. Dafür kann das Imperium von Jeff Bezos aber einen riesigen Kundenkreis und eine überaus solide Geschäftsbasis auf der Haben-Seite verbuchen.

2016 war Amazon mit großem Vorsprung umsatzstärkster Onlineshop in den fünf größten E-Commerce-Märkten Europas – darunter Deutschland und Großbritannien als Topmärkte.

Den Experten der US-Bank Morgan Stanley zufolge war allein Amazon in Deutschland und Großbritannien im letzten Jahr für ein Drittel des gesamten Umsatzwachstums im Einzelhandel verantwortlich.

Diesen Erfolg hat Amazon letztlich einer ausgeklügelten Logistik, modernen Lagerhäusern sowie enormen Kapazitäten im Bereich IT, Datenspeicherung und Analyse zu verdanken.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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