MenüMenü

Amazon.com Aktie: Amazon: Das nächste große Ding?

Wenn Amazon anrückt, zittern regelmäßig selbst etablierte Branchengrößen. Zu Recht, wie die Vergangenheit gezeigt hat.

Wann immer der Onlineriese, der einst als digitaler Buchladen gestartet ist, seine Fühler ausstreckt in Richtung neuer Geschäftsfelder, lehrt Amazon die neuen Konkurrenten das Fürchten. Der erwähnte Buchhandel hat das schmerzlich zu spüren bekommen, etliche alteingesessene Buchhandlungen sind in den vergangenen Jahren aus den Innenstädten verschwunden, nur wenige große Ketten sowie kleine, meist inhabergeführte Geschäfte mit treuer Stammkundschaft können sich noch behaupten.

Inzwischen hat sich Amazon längst zum Online-Alleskönner gewandelt und macht neben den Buchhändlern auch insgesamt dem Einzelhandel das Leben schwer. Es gibt kaum noch einen Konsumartikel, den der Onlinehändler nicht im Sortiment hätte – oder zumindest über kooperierende Drittanbieter liefern kann.

Neues Geschäftsfeld: Onlinebezahlung

Das Geschäftsfeld, in das Amazon seit kurzem vordringt, hat jedoch bereits einen dominanten Platzhirsch, und der heißt: Paypal. Mit Amazon Payments will das US-Unternehmen den Bereich Onlinebezahlung erobern. Anfang des Jahres gab es dazu erste Zahlen.

Demnach haben 33 Millionen Kunden den Bezahldienst von Amazon bereits mindestens einmal genutzt. Das Zahlungsvolumen hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Auch die Zahl der Händler, die Amazon Payments als Zahlungsmittel auf ihrer eigenen Website akzeptieren, hat sich mehr als verdoppelt.

Aus Kundensicht ist der Bezahldienst denkbar einfach gehalten: Ein Kundenkonto bei Amazon genügt, die Zahlungsabwicklung erfolgt über die dort hinterlegten Kontoinformationen. Eine zusätzliche Registrierung ist nicht notwendig, ebenso wenig bedarf es einer Mitgliedschaft bei Amazon Prime – obgleich mehr als die Hälfte derer, die den Bezahldienst nutzen, den Konzernangaben zufolge auch für Prime registriert sind.

Mehr Konkurrenten beleben das Geschäft

Neben Amazon drängt auch Apple mit Apple Pay inzwischen verstärkt in das Segment vor. Beide Unternehmen schwärmen von enormen Wachstumsraten, was die aktiven Nutzerzahlen sowie das Zahlungsvolumen angeht. Allerdings muss man dabei stets im Hinterkopf haben, dass beide erst am Anfang ihrer Bemühungen stehen und somit von einer bislang vergleichsweise geringen Basis ausgehen.

Paypal hingegen ist bereits seit Jahren etabliert – und freut sich dennoch über zweistellige Wachstumszahlen. Im Schlussquartal 2016 lag das Transaktionsvolumen via Paypal bei gut 99 Milliarden US-Dollar und damit 25 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

Paypal hat der Konkurrenz gegenüber einen weiteren Vorteil: Nicht nur bei den Kunden ist der Bezahldienst so bekannt wie beliebt, auch die Akzeptanz auf Händlerseite ist hoch. Mehr als zwei Drittel einer getesteten Stichprobe von über 900 Online-Anbietern akzeptierte Paypal als Zahlungsmethode, Amazon Payments hingegen war nur auf etwas mehr als jeder zehnten Seite verfügbar.

Amazon Aktie: Gute Aussichten

Es ist also noch einiges aufzuholen, doch wer Amazon kennt, weiß, dass man hier die Konkurrenz nicht scheut, sondern als Ansporn versteht. Das Potenzial ist jedenfalls reichlich vorhanden, schließlich verfügt auch Amazon über einen jahrelang gewachsenen, immens großen Kundenstamm, der sich über den Globus verteilt.

Steigt deren Interesse und somit die Nachfrage nach Amazon Payments als Zahlungsoption, werden auch die Händler früher oder später mitziehen – gute Aussichten also für Amazon, die Anleger im Blick behalten sollten.

Aktionäre dürfen sich aber ohnehin über gute Zeiten freuen: Die Amazon Aktie hat auf Jahressicht um mehr als 50 Prozent zugelegt. Wer vor fünf Jahren eingestiegen ist, hat seinen Einsatz inzwischen mehr als vervierfacht.

Auch jenseits der Statistiken um Amazon Payments sind die Prognosen aus Anlegersicht äußerst erfreulich. Analysten empfahlen die Amazon Aktie zuletzt unisono zum Kauf, die Kursziele liegen dabei überwiegend zwischen 900 und 1.000 US-Dollar, die Deutsche Bank sieht sogar Potenzial auf 1.050 Dollar. Zuletzt war das Papier für rund 850 Dollar oder etwa 800 Euro zu haben.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

Regelmäßig Analysen über Aktien erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Felix Reinecke. Über 344.000 Leser können nicht irren.