MenüMenü

Bilfinger SE

  • 37,98
  • +0,73
  • +1,92 %
  • ISIN: DE0005909006
  • WKN: 590900
  • 1T
  • 1M
  • 3M
  • >6M
  • >1J
  • >3J
  • >5J
Chart

Bilfinger Aktie: Bauindustrie im Umbruch

Wer die Probleme kennt, die auf einen privaten Bauherrn zukommen können, kann sich wenigstens ansatzweise vorstellen, womit führende industrielle Baukonzerne zu kämpfen haben. Die Schwierigkeiten beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie oder des Flughafens Berlin Brandenburg seien hier nur am Rande erwähnt.

Die Bilfinger SE mit dem Firmensitz im baden-württembergischen Mannheim ist ein Beispiel für ein führendes deutsches Unternehmen der internationalen Baubranche. Bis zum Frühsommer 2016 war Bilfinger mit mehr als 56.000 Mitarbeitern die achtgrößte europäische Baugesellschaft, das auf den Geschäftsfeldern Immobilien, Infrastruktur, und Industrieservice tätig war.

Bilfinger: Ein Konzern im Wandel

Bis zum 2. Quartal 2016 war Bilfinger SE ein weltweit tätiger Baukonzern, der mit einer Marktkapitalisierung von 1,66 Mrd. € im Mittelstands-Index MDAX notierte. Bis zu diesem Zeitpunkt bot das Unternehmen für öffentliche und private Auftraggeber Komplettlösungen für Immobilien und Infrastrukturprojekte.

Wie das Unternehmen Anfang Juni 2016 bekannt gab, habe man den Verkauf seines profitablen Immobilien- und Baugeschäfts an den skandinavischen Finanzinvestor EQT beschlossen. Wie Bilfinger darüber hinaus mitteilte, habe der Kaufpreis 1,2 Mrd. € betragen. Damit trennt sich der Mannheimer Konzern von 40 % seines Umsatzes und wird zerschlagen.

Was übrig bleibt, sind die Geschäfte mit der Infrastruktur und mit den Industriediensten rund um Kraftwerke, das allerdings unter dem schwachen Ölpreis und unter der Zurückhaltung bei Investitionen leidet. Die Krise, in der Bilfinger seit Jahren steckt, geht zurück auf die Energiewende. Dabei haben auch Managementfehler die Auftragslage zur Konstruktion und Wartung von Kraftwerken einbrechen lassen.

Bilfinger Aktie – Fakten, Kennzahlen und Kursentwicklung

Im Geschäftsjahr 2016 erzielte der Konzern einen Jahresumsatz von 6,481 Mrd. € und ein operatives Ergebnis von 76,8 Mio. €. Unter dem Strich ergab das einen Gewinn pro Aktie von 2,40 €, was einen KGV von 18,18 entspricht. Auch infolge der jüngsten Umstrukturierung erwartet das Management des Konzerns für die kommenden Jahre eine zunehmende Stabilisierung der Geschäftsdaten. So geht man für 2019 wieder von einem Gewinn pro Aktie von 3,96 € und einem KGV von 9,04 aus.

Bilfinger schüttete im Jahr 2015 keine Dividende an seine Anteilseigner aus. Nach internen Schätzungen soll die Dividende pro Aktie bis zum Jahr 2019 auf 2,20 € steigen, jedoch dürften diese Prognosen aufgrund der jüngsten Entwicklung mit einigen Fragezeichen behaftet sein.

Der Kurs der Bilfinger Aktie entwickelte sich in den zurückliegenden Jahren nicht sehr erfreulich. Dafür waren in erster Linie die bereits erwähnten Gründe verantwortlich. So musste der Titel zwischen dem 2. Quartal 2011 und dem 2. Quartal 2016 einen Rückgang um rund 45 % hinnehmen. Allerdings war zwischen Frühjahr 2015 und dem gleichen Zeitpunkt 2016 nur noch ein Verlust von etwa 5 % zu verzeichnen.

Wegen der Veränderungen der Konzernstruktur bei Bilfinger kommen die Analysten und Experten der Banken zu unterschiedlichen Prognosen der weiteren Entwicklung. Während die Experten des Bankhauses Lampe den Titel mit „verkaufen“ und Independent Research sowie Kepler Chevreux mit „halten“ bzw. „hold“ einstufen, bewerten Vertreter der DZ-Bank und der Commerzbank die Aktie mit „kaufen“ oder „buy“.

Investor-Verlag Themenübersicht

Sie gelangen mit Hilfe der unteren Buchstabenleiste schnell und direkt zu allen Themen auf Investor-Verlag.de. Über das jeweilige Thema gelangen Sie zum passenden Artikel.