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Aktien: Luftnummern wie Snap, GoPro und Fitbit taugen nicht viel!

Ich bin Aktien-Fan. Ich bin jedoch nicht Fan aller Aktien. Als Langfrist-Anleger achte ich vor allem auf Substanz, Substanz und noch einmal Substanz.

Bei einer Aktie muss eine ausreichend große und beständige Basis für Wachstum vorhanden sein. Reine Luftnummern, deren Marktkapitalisierung zum größten Teil aus Phantasie besteht, haben bei mir wenig Chancen.

Ebenso wenig Aktien, bei denen vor allem auf eine Trendwende im Abwärtstrend gewettet wird. Die Deutsche Bank ist daher bei mir seit Jahren ein Dauerbrenner in Sachen Substanzlosigkeit.

Solange es die Deutschbänker nicht schaffen, Skandale zum Geschäftsmodell zu machen, wird sich daran wohl auch wenig ändern.

Aber es gibt noch mehr Luftnummern an der Börse. Eine neue kam gerade erst frisch aufs Parkett: Snap. Mir ist unklar, weshalb diese Aktie derartig gehypt wurde und wird. Snap als Betreiber des Chat-Netzwerks Snapchat hat keine Substanz.

Die Nutzerbasis ist verglichen mit Facebook winzig. Das Wachstum ist trotz der geringen Größe zuletzt sogar langsamer gewesen als bei Facebook. Snapchat bietet keine einmaligen, patentierten Funktionen an, sondern kann problemlos von Facebook kopiert werden.

Genauer gesagt übernimmt Facebook bereits eifrig Funktionen von Snapchat, was mit ein Grund für das geringe Wachstum bei Snapchat sein dürfte.

Das dürfte auch der Grund sein, weshalb der Aktienkurs nach einem kurzen Höhenflug inzwischen unter die Erstnotiz sank.

Ob GoPro oder FitBit: Es mangelt an Einzigartigkeit und Gewinnen

Und solche Luftnummern finden Sie viele an der Börse. Ich nenne nur drei: GoPro und FitBit oder Twitter. Der Action-Kamera-Hersteller GoPro wurde 2014 für knappe 29 US-Dollar erstmals an der Börse notiert, schoss auf fast 100 US-Dollar nach oben und kostet nun keine 8 US-Dollar mehr.

Der Hersteller von Fitness-Armbändern FitBit folgte ein Jahr später an die Börse. Los ging es für rund 30 US-Dollar, wenige Wochen später kostete die Aktie mehr als 50 und jetzt keine 6 US-Dollar mehr.

Und woran liegt es? Bei GoPro lag es an der aberwitzigen Bewertung bei gleichzeitigem Fehlen von Alleinstellungsmerkmalen. GoPro wurde in der Hoch-Phase mit einem Mehrfachen des Jahresumsatzes bewertet. Eine Kamera können andere Hersteller aber genauso gut herstellen.

GoPro versäumte es, in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit einzigartig zu werden. Das gleiche gilt für FitBit. Inzwischen ist die Auswahl an Fitness-Armbändern erschlagend und Handy-Hersteller wie Apple fügen immer mehr Funktionen in die eigenen Mobilfunkgeräte ein.

So misst das Apple iPhone schon seit Jahren nicht nur die Zahl der zurückgelegten Schritte, sondern auch die Kilometer, die zu Fuß bestiegenen Stockwerke, die Schlafzeit und weitere Daten werden bei gleichzeitiger Nutzung der Apple Watch erhoben.

Wozu brauchen Apple Nutzer also noch ein separates Fitness-Armband?

Die Aktienkurse von GoPro und FitBit reflektieren die Ersetzbarkeit dieser Anbieter. Sie verdienen kein oder kaum noch Geld, die Umsätze sinken. Daher mein Tipp an Sie: Lassen Sie besser die Finger von gehypten Aktien.

Schauen Sie sich die Zahlen der Unternehmen genau an. Gibt es exorbitantes Wachstum und können Sie sich vorstellen, dass das noch eine Weile so bleibt? Wenn nicht, dann ist ein Hype keinen müden Penny wert.

Legen Sie sich lieber eine Substanz-Aktie mehr ins Depot, als in eine künftige Depotleiche zu investieren. DAX, MDAX, TecDAX oder SDAX bieten genügend langfristig aussichtsreiche Aktien, bei denen Sie sich bedienen können!

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Über den Autor Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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