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Aktien: Keiner will das Fest verlassen, wenn es am schönsten ist

Trotz fehlender Anlagealternativen, Negativzinsen und Börsenrally sind noch immer nicht mal 10% der Bundesbürger als Anleger an den Aktienmärkten aktiv.

Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) lag die Zahl der Aktionäre im Jahr 2016 bei knapp 8,98 Mio. Der Statistik zufolge füllen deutlich mehr Deutsche jede Woche einen Lottoschein aus (nämlich etwas mehr als 40%!), obwohl sie wissen, dass die Chance eines Gewinns bei 1 zu über 15,5 Mio. liegt und das Risiko bei 100%.

Die Verlustgefahr ist bei Aktien im Vergleich dazu überschaubar. Allein im DAX konnten in den letzten 20 bis 30 Jahren Renditen von 6 bis 9% p.a. erzielt werden – trotz zwischenzeitlicher Börsencrashs.

Im Alltag finden Sie die besten Argumente für Aktien

Privatanleger hierzulande haben nur wenig Vertrauen in den Aktienmarkt. „Die Börse hat für mich etwas Befremdliches. Es ist kein Alltagsgeschehen“, Statements wie diese höre ich immer wieder aus dem Bekanntenkreis. Ich sage: Gehen Sie hinaus, liebe Leser.

Mitten im Alltag finden Sie die besten Argumente für Aktien. In den Supermärkten werden Einkaufswägen voller Produkte von Nestlé, Procter & Gamble und Beiersdorf herausgefahren. In den Restaurants und Kneipen werden Getränke von Coca-Cola und Anheuser-Busch ausgeschenkt.

Unser fahrbarer Untersatz stammt von der einen oder anderen Automarke. Ebenso ist unser Zuhause voll von technischen Gerätschaften, die aus dem Hause renommierter Technologie-Schmieden stammen.

Börse kann so einfach sein. Fragen Sie sich doch einfach einmal selbst, welche Produkte, Marken, Geräte Sie bevorzugen. Auf welche Art und Weise Sie Ihren Alltag aber auch Ihre Freizeit verbringen. Was essen und trinken Sie gern?

Welches Klamotten-Label bevorzugen Sie? Meistens sind Sie sich selbst ein viel besserer „Börsenberater“ als Sie es vielleicht vermuten würden. Denn hinter beliebten und gefragten Produkten steckt oftmals auch ein sehr erfolgreiches Unternehmen.

Keiner will das Fest verlassen, wenn es am schönsten ist

Und wenn Sie Aktionär dieser Unternehmen sind, verdienen Sie in den meisten Fällen an deren Erfolgen mit. Der Konsum der Massen ist die Rendite von morgen. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen für die Börse könnten kaum besser sein.

Die Wirtschaft wächst, ohne Überhitzungserscheinungen zu zeigen. Die Zuversicht der Unternehmen ist groß.

Wenn es aber nach den Crash-Propheten gegangenen wäre, hätte eigentlich schon vor Wochen Schluss sein müssen mit der Börsenparty. Doch es kam ganz anders. Keiner will aktuell das Fest verlassen, wenn es am schönsten ist.

Und so zeigen sich die Aktienmärkte weiterhin robust. Auch wenn es wie etwa zu Wochenbeginn einmal zu leichten Gewinnmitnahmen kommt, so werden diese doch immer wieder rasch „gekauft“, um im Anschluss neue Höchstkurse zu erreichen. Das beste Beispiel dafür erleben wir heute.

Am Morgen haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt geradezu erleichtert auf den Ausgang der Wahlen in Großbritannien reagiert. Der DAX startete mit neuer Kraft in den Tag und legte in den ersten Handelsminuten um 0,73% auf 12.806 Punkte zu.

Nach Einschätzung von Beobachtern hebt bei der Briten-Wahl die Schlappe der konservativen Partei von Premierministerin Theresa May die Chancen auf eine Einigung mit Großbritannien bei den Brexit-Verhandlungen.

Natürlich wird es an den Märkten aber irgendwann auch einmal wieder zu einer längeren Korrektur oder Konsolidierung kommen. Dass es in diesem Tempo nicht ewig steil nach oben gehen kann, versteht sich von selbst und darauf müssen wir vorbereitet sein.

Deutsche Auto-Aktien – Damoklesschwert „Diesel-Gate“ drückt Kurse

Momentan fehlen den Investoren offensichtlich aber einfach die Alternativen zum Aktienmarkt.

Und obwohl die Bewertungen einiger Aktien zugegebenermaßen inzwischen recht hoch erscheinen, gibt es aber nach wie vor Schnäppchen und Chancen, die Sie als Anleger nutzen können. Beispielsweise rückt die Autobranche derzeit wieder verstärkt in unseren Fokus.

Deutsche Auto-Aktien will momentan niemand haben. Zum einen schwebt nach wie vor das Damoklesschwert „Diesel-Gate“ über den Herstellern Volkswagen, Daimler und BMW. Zum anderen stiehlt der US-Elektrofahrzeug-Hersteller Tesla derzeit allen die Show.

Es vergeht kaum ein Tag ohne vollmundige Aussagen von Tesla-Chef Elon Musk und viele Marktteilnehmer haben offenbar Angst, dass die hiesige Autobranche den Zug verpasst.

Dass aber auch die deutschen Autokonzerne bei alternativen Antrieben bereits kräftig mitmischen und milliardenschwere Investitionen anschieben, wird dabei offenbar völlig übersehen.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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