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Aktien: Gilead Sciences-Aktie: Immer für eine Überraschung gut

Mit der Gilead Sciences-Aktie investieren Sie in Gilead Sciences, einen US-Pharmazie- und Biotech-Konzern, dessen Fokus auf der Forschung und Entwicklung von Therapien für lebensbedrohliche Infektionskrankheiten wie z. B. HIV oder Hepatitis liegt.

Gilead Sciences, Inc. wurde 1987 von einem jungen Arzt namens Michael Riordan in Kalifornien (USA) gegründet. Inspiriert von dem biblischen Ort Gilead, erfolgte ein Jahr später, in 1988, bereits die Umbenennung in Gilead Sciences. 1992 erfolgte der Gang an die Börse.

Ab 1988 war Donald Rumsfeld als Mitglied des Aufsichtsrats tätig. Ab 1997 wurde er Vorsitzender des Aufsichtsrats. 2000 trat er jedoch von diesem Posten zurück, um Verteidigungsminister unter George W. Bush zu werden.

Übernahmen und Firmenkäufen sichern den nötigen Vorsprung

Gileads´ Kernkomptenz liegt in der Entwicklung von Therapielösungen für lebensbedrohliche Infektionskrankheiten wie z. B. HIV, Hepatitis B, Hepatitis C und Influenza. Die dafür nötigen Wirkstoffe werden zum großen Teil in eigenen Labors entwickelt.

Aber auch Übernahmen und Unternehmenskäufe sind das Mittel erster Wahl, um sich die Rechte an erfolgsversprechenden Medikamenten, Wirkstoffen und Therapielösungen zu sichern.

Gilead Sciences heute

Mehr als 8.000 Mitarbeiter auf mehreren Kontinenten sorgen dafür, dass sich Gilead Sciences zu einem der führenden biopharmazeutischen Unternehmen entwickelt hat. In den USA beherrscht Gilead 75% und weltweit 50% des Nischenmarktes „Therapielösungen für lebensbedrohliche Infektionskrankheiten“.

Das Geheimnis von 50% Gewinnwachstum in 2 Jahren

Vor allem die Hepatitis C-Therapielösungen Sovaldi und Harvoni bescherten Gilead zuletzt Umsatzzahlen in astronomischer Höhe. Denn Gilead lässt sich diese wirksamen Medikamente teuer bezahlen, zu teuer wie sich viele unabhängige Parteien sicher sind.

So hat eine Berechnung der AOK in 2014 ergeben, dass eine 12-Wochentherapie gegen Hepatitis C zum Preis von bis zu 60.000 € verkauft wird, während die Kosten für Entwicklung, Herstellung und Vertrieb seitens Gilead den Berechnungen nach bei ca. 1.500€ liegen müssten.

Diese enorme Gewinnspanne bescherte Gilead in 2014/2015 die absoluten Boomjahre. So konnte Gilead allein durch die Abverkäufe seiner Hepatitis-Blockbuster die Umsätze um 31% und die Gewinne um fast 50% erhöhen.

Innerhalb von nur 2 Jahren ist Gilead Sciences in der Liste der Fortune500 (also der Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen der USA) von Platz 250 auf Platz 86 vorgerückt.

Gilead Sciences: Rangliste Fortune 500 seit 2008

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Quelle: beta.fortune.com

Gleichzeitig belegt Gilead Platz 17 in der Fortune-Liste der 100 „Fastest Growing Companies“ und Platz 316 unter den „Global 500“, also den 500 größten Unternehmen der Welt.

Börsengang und Dividende

Der Börsengang von Gilead Sciences erfolgte 1992. Die Aktie ist an der Technologiebörse NASDAQ notiert. Die erste Dividende in der Firmengeschichte wurde im Sommer 2015 ausgezahlt.

Seither schüttet das Unternehmen quartalsweise eine Dividende an seine Aktionäre aus. Aufs Jahr 2016 hochgerechnet betrug die Dividende pro Aktie 1,88 US-Dollar, was einer Dividendenrendite von 2,58% entspricht.

Dies soweit zur Geschichte von Gilead Sciences. Doch wie sieht es mit der Gilead Sciences-Aktie aus? Lohnt sich ein Einstieg in eine langfristige Investition oder eignet sich der Wert mehr für das kurzfristige Trading?

Hier ein langfristiger Aktien-Chart der Gilead Sciences-Aktie.

Langfristchart Gilead Sciences-Aktie ISIN US3755581036 seit 1994

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Ganz langfristig betrachtet, ist die Gilead-Aktie ein „Traum“ für jeden Anleger. Während eine Aktie im Januar 1994 noch für 0,4 Dollar zu haben war, erreichte die Aktie im Juni 2015 ihr Allzeithoch bei 121,21 Dollar.

Das entspricht einem Gewinn in 21 Jahren von unglaublichen 30.150 Prozent und einer durchschnittlichen Jahresrendite von 31,26 Prozent!

Dennoch darf diese unglaubliche Performance nicht darüber hinweg täuschen, dass die Gilead-Aktie zwischen 1996 und 2001 heftige Berg- und Talfahrten hinnehmen musste. Zwischen 2007 und August 2012 befand sich der Wert zudem in einer sehr volatilen Seitwärtsphase (s. Rechteck).

Ein näherer Blick in den Chart seit 2011 zeigt, dass Gilead offensichtlich immer wieder für eine Überraschung gut ist:

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Anfang 2011 startete die Gilead-Aktie bei einem Kurs von ca. 19 US-Dollar eine herausragende Rally. 2012 wurde diese Rally durch die Übernahme von Pharmasset, dem Unternehmen das Sovaldi, eines der Blockbuster-Hepatitis C-Medikamente entwickelt hatte, weiter angefacht.

Im Sommer 2015 mündete die Bergfahrt in ihrem Allzeithoch bei 121,21 Dollar. Dieser Anstieg entspricht mehr als einer Ver-6-fachung des Werts in knapp 5 Jahren.

Wie eingangs erwähnt, konnte Gilead seine Umsätze und Gewinne zwischen 2014 und 2015 um bis zu 50% erhöhen. Seit Ende 2015 ist jedoch Schluss mit dem Kursfeuerwerk. Der Kurs bewegt sich seither deutlich unterhalb seines 256-Tage-GDs.

Fazit Gilead Sciences-Aktie – Der Wind weht rauer

Ausschlaggebend für das Ende der Rally in 2015 ist wohl vor allem die wachsende Diskussion um die hohen – von der Allgemeinheit als ungerechtfertigt hoch bewerteten – Preise, die Konzerne wie Gilead für lebensrettende Medikamente in Rechnung stellen.

Dieser Sachverhalt ist nun in den Fokus regulatorischer Überprüfungen gerückt worden. Sollten staatliche Regularien hier in Zukunft einen Riegel vorschieben, ist wohl erst einmal Schluß mit exorbitanten Umsatz- und Gewinnzuwächsen. Das wissen auch die Anleger und haben vorsichtshalber ihre Anteile verkauft.

Hinzu kommt, dass Gilead sich künftig in einem wesentlich schärferen (Preis-) Wettbewerb behaupten muss. Patente auf ehemalige Blockbuster-Medikamente laufen aus und die Konkurrenz drängt allmählich nach vorne.

Durch neue Medikamente und günstigere Verkaufspreise sichert sich die Konkurrenz allmählich ihren Teil am kleinen – und daher hart umkämpften –  Nischenkuchen.

Gilead steht also viel Arbeit bevor, um sich auch künftig in diesem wandelnden Marktumfeld behaupten und Investoren weiterhin – aber auch wieder – für sich gewinnen zu können.

Sollte Gilead es gelingen an alte Erfolge anzuknüpfen und sich in der hart umkämpften Nische zu behaupten, dann können Anleger sich auch künftig über satte Renditen erfreuen. In Anbetracht des letzten Allzeithochs bei 121 US-Dollar und vom aktuellen Kurs um die 71 US-Dollar ausgehend, besteht ein Renditepotenzial von mindestens 40%.

Totgesagte leben länger

Die Zeichen, dass Gilead Sciences sich wieder erholen und an alte Zeiten anknüpfen wird, stehen gut. Bereits in der Vergangenheit hat das Management von Gilead gezeigt, dass es einen guten Riecher für extrem lukrative Unternehmens­übernahmen und -käufe hat.

Des Weiteren setzt Gilead nach wie vor auf die Forschung und Entwicklung neuer Blockbuster-Medikamente, von denen bereits neue Hoffnungsträger, u. A. aus dem Onkologiebereich, kurz vor der Veröffentlichung stehen.

Dies und zukünftig weiter geplante Dividendenzahlungen lassen die Aktie von Gilead Sciences als lukrative Option in das Blickfeld jedes langfristig ausgerichteten Anlegers rücken.

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