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Aktien: Für Einsteiger: Das „Beta“ einer Aktie

Vielleicht sind Sie auch schon einmal über den Begriff „Beta“ im Zusammenhang mit Aktien gestolpert? Oder Sie wissen bereits, worum es sich hierbei handelt?

Die meisten Anleger, mit denen ich spreche, wissen jedoch meist nicht viel mit dieser Kennziffer anzufangen. Da diese bei der Auswahl von Aktien manchmal jedoch ganz hilfreich sein kann, möchte ich kurz erklären, was es damit auf sich hat.

Unter dem Beta einer Aktie versteht man die Volatilität dieser Aktie gegenüber dem breiten Markt. Dies funktioniert wie folgt:

Die Analysten definieren, dass der Markt (also z.B. der S&P 500 Index im Falle der USA) ein Beta von 1 und Cash ein Beta von 0 hat. Gegen diese „Anker-Werte“ wird nun die Volatilität einer einzelnen Aktie gemessen.

Hat also eine Aktie ein Beta von größer als 1, so können Sie davon ausgehen, dass diese volatiler als der vergleichbare Marktindex ist. Analog dazu gilt für Aktien mit einem Beta kleiner als 1, dass diese weniger volatil als der zugehörigen Marktindex sind.

Je kleiner das Beta einer Aktie ist, desto näher kommt ein Investment in diese Aktie einem Investment in Cash von der Volatilität her betrachtet (nicht automatisch vom Risiko!) gleich.

Ein Beispiel: Sagen wir, die amerikanische Aktie ABC hat ein Beta von 0.5 und der S&P 500 bekanntlich ein festgelegtes Beta von 1. Somit sollte ABC sich im Schnitt halb so weit bewegen, wie der S&P 500. In anderen Worten: Verliert der S&P 500 10%, sollte der Verlust bei ABC bei ca. 5% liegen. Gewinnt der S&P 500 10%, sollte der Gewinn von ABC im Schnitt bei ca. 5% liegen.

Das Beta funktioniert also in beide Richtungen

Viele Anleger setzen das Beta einer Aktie mit dem Risiko einer Aktie gleich. Dies mag zwar in weiten Bereichen stimmen, jedoch steckt in solch einer Aussage nicht die ganze Wahrheit, denn letztlich ist das Beta nur eine Funktion der vergangenen Bewegungen der Aktie.

Was nicht berücksichtigt wird sind z.B. Punkte wie das Geschäftsmodell, welches der entsprechenden Firma zugrunde liegt, oder das zukünftige Risiko der Aktie bzw. das Verhalten der Aktie, wenn sich die Gesamtmarktbedingungen ändern.

Wenn wir vom „Beta“ reden, sprechen wir also primär von einem historischen Wert.

Dennoch kann dieser recht nützlich sein und gehört auch zu den Standard-Kennzahlen, die ich mir von jeder Aktie vor derem Kauf bzw. Verkauf ansehe.

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Über den Autor
Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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