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Aktien: Fake News wohin man blickt

Viele Menschen halten „Fake News“ (gezielte Falschnachrichten) solange für langweilig und unwichtig, solange ihre Auswirkungen sie nicht selbst betreffen. Ich war da schon immer anderer Meinung und wurde darin jetzt persönlich einmal mehr bestätigt.

Vor knapp zwei Jahren stand ich in Frankfurt mit meinem Auto an einer Kreuzung. Mit an Bord war meine Frau, mit der ich zusammen ein Eishockey-Spiel ansehen wollte. Plötzlich knallte es, ein weißer Lieferwagen war wohl etwas zu dicht an mir vorbeigerauscht.

Ich stieg aus, der Lieferwagen setzte zurück und fuhr auch noch auf ein nachfahrendes Fahrzeug auf. Während ich noch nach möglichen Schäden Ausschau hielt, sah ich nur den Beifahrer aus dem Fenster blicken. Bevor ich mich verständigen konnte, setzte der Kleintransporter auch schon seine Fahrt fort.

Mir gelang gerade noch ein Handy-Foto zu schießen, auf dem das Kennzeichen zu erkennen war.

Um es kurz zu machen: Die Angelegenheit endete so, dass mich Ali K… und Mustafa M…, nachdem ich den Versicherer über das Kennzeichen ausfindig gemacht hatte, um den leichten Schaden zu regulieren, bezichtigten, selbst der Unfallverursacher gewesen zu sein und offensichtlich auch noch ihre schlechten Deutschkenntnisse ausgenutzt hätte, um die Sachlage anders darzustellen.

Mein Rechtsschutzanwalt hätte gern noch weiter Schriftverkehr geführt und prozessiert, doch bei Aussage gegen Aussage mit jeweiligen Zeugen wäre ohnehin auch seinem Ermessen nach nichts herausgekommen.

Also habe ich ihn gebeten, die Sache zu beenden. Zwei Jahre später wurde ich nun auf das Polizeirevier gebeten, weil die Frankfurter Staatsanwaltschaft scheinbar „Ermittlungen wegen Prozessbetrug“ eingeleitet hat.

Dazu wurde ich verhört und konnte einmal mehr meine Verwunderung zum Ausdruck bringen, was in unserem Staat so alles möglich ist.

Politische Börsen haben kurze Beine

Natürlich sind das alles Bagatellen gegenüber dem Zirkus, den uns US-Präsident Donald Trump seit seinem Amtsantritt liefert. Auch hier wundert man sich, was auf allerhöchstem Niveau so alles passiert. Und auch hier steht am Ende Aussage gegen Aussage. Profitieren werden hier aber beide Seiten.

Der Ex-FBI-Chef ist nun geradezu prädestiniert dafür, ein „Enthüllungsbuch“ zu schreiben und Mr. Trump wird den gescheiterten Amtsenthebungsversuch als weiteren Erfolg feiern.

Wissen Sie, was an all diesen Kleinkriegsschauplätzen am besten ist? Dass sie Unternehmen, die Wirtschaft und auch die Börse überhaupt nicht mehr tangieren.

Wir alle nehmen uns und auch die Irrungen und Wirrungen in der Politik und dem gesellschaftlichen Leben viel zu wichtig. Präsidenten kommen und gehen, ebenso wie Anwälte, Richter und Börsenblogger.

Doch das Rad dreht sich weiter, Menschen forschen und entwickeln, der Fortschritt ist auf lange Sicht nicht aufzuhalten, auch wenn er hin und wieder Rückschläge verkraften muss. So wird es sicherlich irgendwann mal eine Europäische Union geben, die diesen Namen auch so verdient.

Vielleicht in 50, 100 oder 150 Jahren. Zuvor kann es nach dem Brexit aber auch noch den Italexit, Spanexit oder auch den Deutschexit geben. Irgendwann werden sich künftige Generationen aber als ein gemeinsames Volk mit gemeinsamen Interessen verstehen.

Die Globalisierung ist und bleibt für mich ein Friedensbringer, auch wenn sie zunächst auch viele Probleme mit sich bringt, die zu negativen Entwicklungen führt. Wir leben einfach zu kurz, deren Lösungen allesamt mitzubekommen.

Dafür dürfen wir immerhin zu Lebzeiten in die besten Unternehmen investieren, die diese Entwicklung maßgeblich vorantreiben. Und das ist allemal besser, als sich über Nullzinsen auf dem Sparbuch zu ärgern. War das jetzt eine gelungene Überleitung? Darüber werde ich nachdenken.

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Über den Autor
Jürgen Schmitt

Jürgen Schmitt hat Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda studiert und ist Mitbegründer der Beratungs- und Investmentgesellschaft Meconomics.

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