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Unicredit Aktie: Bankenkrise in Italien – Stützpfeiler der Weltwirtschaft vor dem Kollaps

Die wirtschaftliche Lage in Italien ist – gelinde gesagt – katastrophal. Die Industrieproduktion ist auf dem Niveau der 1980er Jahre… und die Jugendarbeitslosigkeit liegt auf einem Rekordhoch von 40,3 %. Nun stehen mit Unicredit und Monte dei Paschi zwei der wichtigsten Banken Italiens vor dem Kollaps.

Italienische Regierung schreitet mit Milliarden-Rettungspaket ein

Monte dei Paschi di Siena (MPS) ist eine Institution in Italien – die Bank wurde bereits 1472 gegründet und ist die älteste der Welt. Doch ein Berg fauler Kredite hat MPS massive Verluste eingebracht – 2016 fuhr die Bank ein Minus von 3,5 MILLIARDEN Euro ein.

Durch die langjährige Wirtschaftsflaute sind in Italien Kredite in Milliardenhöhe geplatzt und das kriegt auch die älteste Bank der Welt zu spüren. Die Kernkapitalquote der Großbank liegt bei gerade mal 8 % – und damit weit unter den Vorgaben der EZB.

Um den Kollaps zumindest etwas aufzuschieben, sprang nun die italienische Regierung mit einer Finanzspritze von 6,6 Milliarden Euro ein und übernahm 70 % der maroden Großbank.

Stützpfeiler der globalen Wirtschaft vor dem Zusammenbruch

Nicht viel besser sieht es für Unicredit aus. Auch Unicredit ist eine wahre Institution – die Geschichte dieser Bank lässt sich bis ins Jahr 1473 zurückverfolgen. Im Schlussquartal 2016 musste Unicredit – ebenfalls wegen fauler Kredite – einen Rekordverlust von 13,6 MILLIARDEN Euro verbuchen

Laut dem Financial Stability Board (FBS) ist Unicredit eine der 30 Großbanken, die als „systemisch bedeutsames Finanzinstitut“ („systemically important financial institution“) eingestuft werden. Auf gut Deutsch: Es handelt sich hier um einen wichtigen Stützpfeiler des globalen Finanzsystems, der kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Nur eine Frage der Zeit, bis deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten werden

Lorenzo Bini Smaghi – ehemaliger EZB-Banker  und Chef von Société Générale – verlangte bereits lautstark nach einer Lockerung der europäischen Bail-In Regelung. Diese sehen vor, dass zunächst Gläubiger und Aktionäre geschröpft werden, bevor zur Bankenrettung schließlich der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird.

Bini Smaghi ist das nicht genug. Er pocht darauf, die Regeln außer Kraft zu setzen und auch Steuermittel zur Sanierung der Pleitebanken einzusetzen, da sonst die europäische Finanzindustrie vor einer massiven Systemkrise steht. Dabei macht er sehr deutlich, dass nicht nur italienische, sondern auch deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten werden sollen:

„Was wir brauchen ist eine europäische Lösung. Bislang hatten wir nur nationale Vorstöße. Wir brauchen eine klare Unterstützung.“

Italiener verschweigen den wahren Schaden

Offiziell sollen die italienischen Banken auf rund 360 Milliarden Euro fauler Kredite sitzen – also Krediten, die höchstwahrscheinlich niemals zurückgezahlt werden. Doch laut Zahlen der Deutschen Wirtschafts Nachrichten könnte der wahre Schaden viel höher liegen.

Banken-Experten gehen davon aus, dass mindestens 565 Milliarden Euro an faulen Krediten im italienischen Bankensystem stecken… und dass diese Zahl bis auf 1.000 MILLIARDEN Euro steigen könnte.

Anstatt das bankrotte Bankensystem Italiens grundlegend zu reformieren, spielen die europäischen Politiker lieber auf Zeit. Steuergelder – auch von deutschen Bürgern – sollen den Kollaps noch etwas hinauszögern.

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