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Aktien: Endlich werden die echten Probleme gelöst

Es ist vollbracht: Ab sofort kann nicht nur ein Mann eine Frau heiraten, sondern auch ein Mann einen Mann und eine Frau eine Frau. Ich bin mir nicht sicher, ob man als Mann auch schon zwei Frauen heiraten kann – irgendwann bin ich bei den Diskussionen um die „Ehe für alle“ ausgestiegen.

Um eines vorweg zustellen: Ich bin bezüglich der Formen, wie Menschen ihr Leben gestalten und zusammenleben, völlig tiefenentspannt.

Solange sie lieb und nett sind, die Demokratie und die Gleichberechtigung leben und schätzen, sollten Menschen frei entscheiden können, wie und mit wem sie zusammenleben wollen.

Doch wie kann es sein, dass wir uns in Deutschland eine ganze Woche lang auf allen Kanälen mit einem solchen Thema beschäftigen? Gibt es keine echten Probleme in Deutschland und der Welt?

Im Eiltempo wurde jetzt beschlossen, dass jeder jeden heiraten kann, wenn es aber um die Abschiebung ausländischer Krimineller in „unsere“ Urlaubsländer wie Tunesien oder Marokko geht, wird monatelang debattiert, geschachert und blockiert.

Wir lassen Millionen von Flüchtlingen, überwiegend nicht einmal identifiziert, in unser Land und respektieren fast bedingungslos ihre „andere Sichtweise“ zur Demokratie, zu Gleichberechtigung und zur Sexualität.

Hier wäre der Enthusiasmus zur Legalisierung von Homo-Ehen in der Tat sinnvoller und besser angebracht. Und das ärgert mich gewaltig.

Ich würde mich für meinen schwulen Friseur viel mehr freuen, wenn er mit weniger Angst und mit mehr Respekt vor seiner sexuellen Gesinnung in unserem Land leben könnte, als dass sich jetzt Politiker wochenlang dafür feiern lassen, dass er jetzt ein zweites Mal „richtig“ heiraten kann.

Ich bin heilfroh, dass ich mich mit Aktien beschäftigen darf

Unserer Kanzlerin kann das Ganze auf dem Weg zu ihrer Re-Inthronisierung im Herbst natürlich egal sein. Solange nicht über die Themen diskutiert wird, die mit echten Problemen behaftet sind, ist doch alles gut.

Jetzt kommt der Sommer, die Biergärten und Badeseen, der G-20-Gipfel, auf dem sie werbewirksam Donald Trump sagen kann, dass sie es „nicht gut findet, dass die USA aus dem Klimaabkommen ausgestiegen sind“ – und die Welt ist in Ordnung.

Ach fast hätte ich vergessen, dass Boris Becker nahezu pleite ist und seine aktuelle Frau vielleicht mit Oliver Pocher… Ja, es gibt sie wirklich, die großen Probleme dieser Welt.

Da bin ich doch immer wieder heilfroh, wenn ich mich mit Wirtschaft und Börse beschäftigen und endlich auch wieder einmal über ein „Ausatmen“ der Aktienmärkte berichten darf.

Ja, DAX & Co. können durchaus auch einmal wieder um 10 oder auch 15% zurücksetzen, damit der Markt wieder so attraktiv bewertet ist, dass wir mit Lust und Laune Aktien kaufen können.

Es ist eben so, wie es Altmeister André Kostolany immer wieder treffend dargelegt hat: Mit der Börse ist es wie mit einem Herrchen, das seinen Hund an der Leine Gassi führt. Das Herrchen steht für die Wirtschaft und läuft stets weiter nach vorn – mal etwas schneller, mal etwas langsamer.

Der Hund steht für die Börse, die mal an der Seite des Herrchens im Gleichschritt marschiert, mal hinterherläuft, stehen bleibt oder deutlich vorauseilt. Das hat sie zuletzt ein wenig übertrieben, so dass sie erst einmal wieder zum Herrchen zurück muss.

Wenn Sie das verinnerlicht haben, können Sie zumindest ein Problemfeld der Neuzeit einigermaßen gut im Griff haben: Ihren Vermögensaufbau.

Denn der funktioniert nicht mehr mit dem Sparbuch oder der kapitalbildenden Lebensversicherung, sondern am besten mit Aktien und einem einigermaßen vernünftigen Timing. Aber dafür haben Sie ja mich.

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Über den Autor
Jürgen Schmitt

Jürgen Schmitt hat Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda studiert und ist Mitbegründer der Beratungs- und Investmentgesellschaft Meconomics.

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