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Aktien: Ein interessanter Globalisierungsgewinner als Investmentidee

Gegründet 1953 in Hamburg gehört dieser deutsche Maschinenbauer und Intralogistikunternehmer mit einem weltweiten Marktanteil von 8,56% zu den Top 3 der größten Hersteller von Flurförderzeugen.

Jungheinrich ist ein Konzern, der mittlerweile auf mehr als 60 Jahre Erfahrung zurückblicken kann und sich trotz seiner enormen Unternehmensentwicklung den Geist eines Familienunternehmens bewahrt hat.

Vor allem für langfristige Anleger könnte dieser Wert als interessante Depotbeimischung in Frage kommen. Schauen wir uns daher zunächst einmal die geschichtliche Entwicklung von Jungheinrich an, um ein umfassenderes Bild malen zu können.

Die Wurzeln von Jungheinrich reichen zurück bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts. Damals wird der Betrieb noch als Hamburger Im- und Exportunternehmen H. Jungheinrich & Co. unter Herrmann Jungheinrich geführt. Seine Söhne Friedrich und Otto Jungheinrich erben das Unternehmen nach dessen Tod in 1947.

Die Ameise legt den Grundstein für eine bis heute anhaltende Erfolgsgeschichte

Friedrich Jungheinrich nimmt die Zügel in die Hand und legt den Grundstein für den weltweiten Siegeszug des Unternehmens, indem im Spätsommer 1953 die Umbenennung und Neugründung der H. Jungheinrich & Co. Maschinenfabrik erfolgt.

Schon Jahre zuvor meldet Friedrich Jungheinrich das Patent für die „Ameise“ an. Dabei handelt es sich um einen kleinen, wendigen und extrem tragfähigen Hubwagen, der maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen hat. Noch heute steht die „Ameise“ synonym für die ganze Gattung der Hubwagen (nicht zu verwechseln mit dem Gabelstapler!).

Das globale Wachstum von Anfang im Blick

Das Unternehmen profitiert in seinen Anfangsjahren vom Wirtschaftsboom der 50er und 60er Jahre. Sowohl im In- als auch im Ausland finden die Hubwagen, Schlepper und anderen Flurförderzeuge von Jungheinrich einen reißenden Absatz. Das Unternehmen beginnt schon früh mit dem Aufbau der ersten Filialen im europäischen Ausland und legt so das Fundament für einen global agierenden Konzern.

Bis Ende der 90er Jahre fährt die Jungheinrich AG eine Mehr-Markenstrategie. Mit dem Ziel im Premiumsegment für Flurförderzeuge aufzutreten, wird diese jedoch zur Jahrtausendwende in eine Ein-Markenstrategie mit dem Fokus auf den Direktvertrieb umgewandelt.

Heute steht der Name Jungheinrich für einen global agierenden Logistikanbieter, der weltweit mit rund 14.000 Mitarbeitern in 100 Ländern vertreten ist und seine breite Angebots- und Produktpalette stetig an den Bedürfnissen seiner globalen Kundschaft erweitert. Und dabei ist Jungheinrich sehr erfolgreich! Allein in den letzten 6 Jahren ist es gelungen, den Absatz in den letzten 6 Jahren um fast 65% auf rund 2,8 Mrd. Euro zu steigern. Wobei der Löwenanteil von nahezu 90% auf dem europäischen Markt erzielt wird.

Ein bodenständiges Management, das auf organisches Wachstum setzt!

So langweilig dieser Industriezweig auch auf Außenstehende wirken mag, eines wird ihr schnell klar:

Die Jungheinrich AG giert nicht danach, auf Teufel komm raus zu wachsen und unrealistischen Weltführer-Fantasien hinterher zu hetzen. Stattdessen handelt es sich um ein bodenständiges Unternehmen dem Größe nicht alles bedeutet. So hat Jungheinrich beispielsweise nicht das Ziel, unter allen Umständen die Nummer 1 unter den Anbietern zu werden. Stattdessen ist das Unternehmen bestrebt, seine aktuellen Marktanteile beizubehalten und durch organisches Wachstum auszubauen. Übernahmen, die allein dem Ausbau der Marktanteile dienen schließt der Vorstand der Jungheinrich AG daher auch kategorisch aus.

Stattdessen kommen Übernahmen nur in zwei Fällen in Frage:

  1. Das entsprechende Unternehmen bietet zur Produktpalette passende Technologien an, die Jungheinrich dabei unterstützen als Innovationstreiber aufzutreten. UND muss es günstig sein! Als gutes Beispiel lässt sich hier der Kauf der ISA GmbH in 2012 anführen. Dabei handelt es sich um ein Softwarehaus, dasInnovative Systemlösungen für die Automation anbietet und zu einem fairen Preis aufgekauft werden konnte. Dadurch war es Jungheinrich als eines der ersten Intralogistik-Unternehmen überhaupt möglich, digitale Logistiklösungen anzubieten.
  1. Es besteht die Möglichkeit, durch den Kauf Zugang in einen neuen und bedeutenden (ausländischen) Markt zu bekommen.

Jungheinrich hat sich trotz seiner Unternehmensgröße den Geist eines Familienunternehmens behalten. So ist die strategische Ausrichtung der Geschäftsführung von langfristiger Natur. Ein nachhaltiges Management, eine entsprechende Organisation und stabile Finanzen sind die logische Konsequenz.

Schauen wir daher im Folgenden auf den Bereich, der uns Anleger am meisten interessiert:

Zahlen, Daten, Fakten rund um Börsengang, Dividende und Kursentwicklung der Jungheinrich AG (ISIN: DE0006219934)

Der Börsengang erfolgte im August 1990. Damals notierte Jungheinrich noch im SDAX. Ende 2014 erfolgte dann der Aufstieg in den MDAX. Insgesamt sind 102 Mio. Aktien gezeichnet worden. Davon befinden sich sämtliche 54 Mio. Stammaktien im Besitz der Familiengesellschafter. Die restlichen 48 Mio. werden als stimmrechtslose Vorzugsaktien gehandelt.

Seit dem Börsengang in 1990 zahlt das Unternehmen eine jährliche Dividende an seine Anteilseigner aus.

Laut eigener Aussage verfolgt Jungheinrich „grundsätzlich eine Politik kontinuierlicher Dividendenzahlungen. Zielsetzung ist es, zwischen 25 und 30 Prozent des Ergebnisses nach Steuern an die Aktionäre auszuschütten.“

 

Datum Haupt-Versammlung (HV)Kurs zur HV (in Euro)Dividende (in Euro)Dividenden-rendite (in %)
25.05.201627,900,401,56
20.05.201521,850,351,97
16.05.201417,270,291,82
12.06.201312,170,292,92
13.06.20128,000,254,01
16.06.20119,960,181,86
16.06.20106,350,040,90
10.06.20093,800,186,07
11.06.20086,350,192,17
06.06.200710,530,182,34
14.06.20067,130,172,58

 

Werfen wir als nächstes einen Blick auf die langfristige Entwicklung der Jungheinrich-Aktie seit 2006:

Aktienchart Jungheinrich AG seit 2006

Seit Ende 2009 befindet sich die Aktie von Jungheinrich in einem schönen Aufwärtstrend. Der überaus starke Kurseinbruch in der Finanzkrise 2008 / 2009 verdeutlicht, dass die Nachfrageentwicklung im Maschinensektor stark abhängig von der globalen Konjunktur und den damit verbundenen Schwankungen ist. Damals brach die Nachfrage nach Gabelstaplern um die Hälfte ein.

Doch die Aktie konnte sich wieder aufrappeln und kennt seither eigentlich nur einen Weg: nach oben! Anfang Oktober 2016 markierte er Kurs bei fast 31 Euro sein Allzeithoch. Auch wenn der Kurs anschließend etwas korrigierte, zeigt der 256-Tage-GD an, dass der Aufwärtstrend auf langfristige Sicht nach wie vor intakt ist.

Aktienchart Jungheinrich AG seit 2015

Die kurzfristigere Betrachtung seit 2015 verdeutlicht den Rücksetzer nach Erreichen des Hochs Anfang Oktober 2016. Aktuell scheint es jedoch so, als hätte der Kurs sich wieder gefangen. Den aktuellen Kurs trennen derzeit nur wenige Prozentpünktchen vom Allzeithoch.

Und die Chancen, dass die Aktie dieses bereits in Kürze wieder in Angriff nimmt, stehen gut. Denn sowohl der kurzfristige 20-Tage-GD als auch der langfristige 256-Tage-GD deuten auf weiter steigende Kurse hin. Dann wäre der Weg frei für neue Höchststände.

Neueste Technologien, die eine effizientere Produktnutzung ermöglichen

Der Markt mit Flurförderzeugen ist stark umkämpft. Doch Jungheinrich ist mittlerweile ein breit aufgestelltes Maschinenbau- und Dienstleistungsunternehmen, das seine Kunden mit einem breiten Produktportfolio bestmöglich bei der Erreichung ihrer Ziele unterstützt.

So liefert Jungheinrich den Großteil seiner Elektrofahrzeuge mit einer bisher einzigartigen Energieeffizienz-Garantie aus. Diese besagt, dass eine Batterieladung ausreichend ist, um das Fahrzeug damit zwei Schichten ohne Unterbrechung einsetzen zu können. Den Kunden freut es, denn ihm ermöglicht diese Technologie eine wesentlich effizientere Nutzung seiner Maschinen.

Jungheinrich: Der Allrounder für zufriedene Kunden der Industrie

Auch der frühe Einstieg ins Logistik­systemgeschäft durch die Übernahme der Münchner Mias Group in 2015 macht sich für Jungheinrich bezahlt. Dadurch ist es Jungheinrich möglich, seinen Kunden den kompletten Rund-um-Service rund ums Lager und die damit verbundenen Abläufe aus einer Hand anzubieten. Eine Leistung die gerne in Anspruch genommen wird. Mittlerweile generiert der Konzern 25% seiner Umsätze aus Neugeschäften über diese Sparte.

Als Finanzdienstleister tritt Jungheinrich zudem als Leasinggeber für seine Flurförderzeuge auf und setzt so bereits 40% aller Neumaschinen ab. Zudem bietet der Konzern alte Leasinggeräte auf und vertreibt diese über ein firmeneigenes „Gebrauchtgerätezentrum“. Hinzu kommt eine weitere Erlösquelle in Form der Vermietung von Fahrzeugen. Dadurch macht sich Jungheinrich etwas unabhängiger von konjunkturzyklischen Nachfrageschwankungen.

Der Online-Handel als globaler Absatzmarkt der Zukunft

Auch sollte nicht vergessen werden, dass vor allem die Sparte des Onlinehandels stetig wächst. Denn, wo der Einzelhandel unter sinkenden Umsätzen ächzt, freuen sich Anbieter wie Amazon und Co. über stetig wachsende Absatzzahlen. Eben dieser Umstand erfordert eine künftig weiter steigende Automatisierung in der Lagerhaltung und den logistischen Abläufen sowie den steigenden Einsatz von Robotern.

Vor allem China stellt hier nach wie vor einen wachsenden Absatzmarkt dar, der von Jungheinrich bereits seit mehr als 12 Jahren sehr erfolgreich bearbeitet und stetig ausgebaut wird. Der Anteil des Gesamtumsatzes aus außereuropäischen Geschäften wächst bereits kontinuierlich.

Für Jungheinrich ergeben sich dadurch nach wie vor fantastische Wachstums­perspektiven. Immer jedoch auch unter der Prämisse, dass der Konzern nicht den Anschluss an die Weltmarktführer verliert und auch weiterhin seine Kernkompetenzen in Bezug auf führende Technologien und neue Märkte ausbaut.

Das nächste Ziel: 4 Mrd. Euro Umsatz bis 2020

Die Geschäftsführung von Jungheinrich ist guter Dinge, dass bis 2020 ein Umsatz von 4 Mrd. Euro erzielt wird. Was in Anbetracht des Wachstums der letzten Jahre und der eben beschriebenen Zukunftsaussichten ein durchaus realistisches Ziel ist.

Warten Sie ein Kaufsignal ab!

Anleger, die Wert auf eine stabile Dividende legen und vornehmlich in Unternehmen investieren möchten, die langfristig aufgestellt sind, ein nachhaltiges Management und stabile Finanzen aufweisen, können sicherlich einen Blick auf eine Aktie wie Jungheinrich werfen.

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