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Dow Jones: Wichtige Börsenwegweiser: Dow Jones Transportations & Dow Jones Industrials

Der Dow Jones Transportation Average beinhaltet 20 der größten, börsennotierten Transportunternehmen (wie Luftfahrt, Schienenverkehr, Versender) aus den USA. Der Dow Jones Industrial Average umfasst die 30 größten US-Unternehmen.

Laut Dow-Theorie ist eine Rally (oder eine Hausse) dann intakt, wenn sowohl der Dow Jones Transportations, als auch der Dow Jones Industrials steigen bzw. neue Hochpunkte erklimmen. Der Dow Transportations hat dabei oft einen vorlaufenden Charakter.

Heute betrachten wir diese beiden wichtigen Indizes einmal im historischen Kontext. Beginnen wir mit einem ganz langfristigen Chart, seit 1960.

Dow Jones Transportation & Dow Jones Industrials seit Januar 1960

Blau: Dow Jones Transportation

Grün: Dow Jones Industrials

Achten Sie bitte zunächst links unten auf das schwarze Rechteck. Im Jahre 1966 erreichten beide Indizes vorläufige neue Allzeithochs. Und dauerte es – nach einer wilden Achterbahnfahrt – geraume Zeit bis diese Allzeithochs nachhaltig geknackt wurden.

Dem Dow Transportations gelang dies bereits ab 1980, der Dow Jones Industrials brauchte etwas länger, bis 1982. Anders ausgedrückt: An dieser Stelle können Sie dem Dow Transportations tatsächlich einen vorlaufenden Charakter attestieren. Schließlich folgte danach dann eine der beeindruckendsten Hausse-Phasen aller Zeiten!

Der (eigentliche) Start der Börsen-Aufwärtsbewegung

Rot eingekreist sehen Sie das Tief beider Dow-Indizes im Herbst 1966.

Nun gut, der Dow Industrials waberte noch – wie erwähnt – nach einer Rally einige zeitlang seitwärts, während der Dow Transportations deutlicheren Aufwärtscharakter zeigte. Den nächsten Chart lassen wir zeitlich genau bei diesem Tief beginnen, im September 1966.

Dow Jones Transportation & Dow Jones Industrials seit Januar 1966

Der Dow Transportations stand damals im Tief bei etwa 138 Dollar, heute bei 9120. Das ist ein Gewinn von 6.510 Prozent (!) und dies entspricht immerhin einer durchschnittlichen Jahresrendite von 8,57 Prozent.

Der Dow Industrials lag damals bei etwa 570 Dollar, heute bei 20.800. Dies wiederum ist ein Gewinn von 3.549 Prozent und entspricht einer durchschnittlichen Jahresrendite von 7,31 Prozent.

Natürlich werden die wenigsten vor 51 Jahren genau beim Tief eingestiegen sein … beeindruckend ist diese (leicht inflationäre …) Entwicklung dennoch.

Dow Transportations korrigiert stets deutlicher

Betrachten bitte die schwarzen Rechtecke. In diesen Phasen sind beide Indizes gefallen. Wie Sie erkennen, fällt der Dow Transportations stets etwas heftiger als der Dow Industrials. In manchen Phasen fällt der Dow Transportations, während der Dow Industrials „nur“ seitwärts tendiert (also eben die Abwärtsbewegung nicht mitmacht).

Nehmen wir als Beispiel die Abwärtsbewegung in der Finanzkrise.

Der Dow Transportations fällt in dieser Phase vom Hochpunkt (5.492 Punkte, 6. Juni 2008) bis zum Tiefpunkt bei 2.146 (9. März 2009) um 60 Prozent.

Der Dow Industrials hat etwas früher den Hochpunkt markiert (14.164 Punkte, 6. Oktober 2007) und fiel bis zum Tiefpunkt bei 6.547 (ebenfalls am 9. März 2009) um 53 Prozent.

Noch deutlich wird dieser Unterschied (der Korrektur-Intensität), wenn wir den finalen Kursabsturz ab Anfang 2009 betrachten:

Der Dow Transportations fällt ab Januar 2009 bis zum Tief etwa 42 Prozent, während der Dow Industrials „nur“ 27 Prozent abgeben musste.

Und noch eine Auffälligkeit …

Okay, wir haben nun also herausgefunden, dass der Dow Transportations in Korrekturphasen (meist … fast immer) stärker fällt als der „große“ Dow Industrials. Daneben habe ich keine relevante Phase gefunden, in der der Dow Transportations steigt und der Dow Industrials fällt.

Das mag jetzt nicht wirklich verwundern (wenn alles steigt, steigt halt auch der Dow Transportations).

Doch wie können wir uns dies zunutze machen?

Denken Sie an den übernächsten Schritt!

Ich kenne kaum einen (professionellen) Börsianer, der nicht eine bevorstehende Korrektur erwartet. Vorsorglich werden schon manche Depots „bereinigt“ bzw. es werden in vielen Börsendiensten Gewinn-Mitnahmen vorgenommen. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden.

Doch ich schaue mir lieber die Charts an und agiere weniger „nach Gefühl“. Und wie ist da die Sachlage?

Der Dow Jones Industrials klettert von Allzeithoch zu Allzeithoch … und der Dax kämpft um die 12.000 Punkte-Marke, um bei deren Überwinden ebenfalls (bald) ein neues Allzeithoch zu erreichen …

Und was wird früher oder später passieren?

Klar, die Börse wird korrigieren!

Ob dies morgen, nächste Woche oder im Sommer oder 2018 stattfinden wird, weiß ich nicht.

Doch ich weiß, was ich danach machen werde.

Conclusio: Ich werde mir dann (auch) genau den Dow Transportations anschauen. Sollte sich hier charttechnisch eine Aufwärtsbewegung andeuten, haben wir ein Indiz für das Ende der globalen (!) Korrektur, mithin eine gute Einstiegsmöglichkeit.

Wie gesagt, das ist eine Strategie für „übermorgen“. Doch es ist sicherlich nicht verkehrt, den meisten Börsianern schon heute einen Schritt voraus zu sein …

Am besten wäre es dann natürlich, wenn der Dow Transportations wie üblich etwas heftiger korrigiert als der große Bruder Dow Industrials.

Ich denke, ich habe Ihnen nun den Zusammenhang zwischen Dow Transportations Dow Industrials etwas näher gebracht. Morgen schauen wir uns die aktuelle Lage etwas genauer an.

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Über den Autor
Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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