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Intel Aktie: Intel schluckt Mobileye – jetzt bleibt noch NVIDIA übrig!

Das Übernahme-Karussell dreht sich einmal mehr. Computerchip-Hersteller Intel übernimmt das israelische Unternehmen Mobileye.

Das ist übrigens kein Startup, wie praktisch gleichlautend alle deutschen Medien berichten. Mobileye forscht seit 18 Jahren an Systemen für automatisches Fahren.

Der von Mobileye entwickelte Chip zur Verarbeitung von Kamera-Daten im Auto wurde von Tesla Motors zwischen Herbst 2014 und Frühjahr 2016 für den hauseigenen Autopiloten im Tesla Model S und X eingesetzt, bevor Mobileye die Kooperation beendete.

Seit 2007 werden Systeme von Mobileye im realen Einsatz betrieben, zum Beispiel im 1er, 5er, 6er und 7er BMW, diversen Fahrzeugen von Volvo, General Motors, Kia und Hyundai.

In der Regel handelt es sich dabei um Komponenten, die Fahrsicherheitsfunktionen ermöglichen und nicht um das von Tesla eingekaufte System für automatisches Fahren.

Intel geht jedoch davon aus, dass sich das künftig ändern wird. Die Chancen für den Chip-Riesen sind groß. Denn das automatische Fahren erfordert enorme Rechenkapazitäten.

Der von Tesla seit Frühjahr 2016 eingesetzte Computer für den Autopiloten 2 kostet als Testexemplar mehr als 10.000 US-Dollar und erreicht die 40-fache Rechenkapazität des früher von Mobileye zugelieferten Chips.

Massig Bedarf an den leistungsfähigen Chips von Intel wäre also vorhanden, wenn künftig alle Autos autonom fahren könnten.

Da man den Markt selbst verschlief, kauft sich Intel nun für 15,3 Milliarden US-Dollar Mobileye. Das entspricht einem Aufschlag von etwa einem Drittel auf den letzten Aktienkurs.

Von heute auf morgen avanciert Intel damit zu einem der wichtigsten Zulieferer für die Auto-Industrie.

Sitze und Scheiben kann jeder herstellen – Software und Chips für die Zukunftstechnologie autonomes Fahren nur eine Hand voll Unternehmen. Neben Intel sind das u.a. noch Bosch und NVIDIA.

Vor allem NVIDIAs Aktienkurs schießt übrigens nach oben, seitdem Tesla die NVIDIA-Technik in jedem neu gebauten Fahrzeug einsetzt.

Das Unternehmen wird mit 55 Milliarden Euro und dem 36-fachen Jahresgewinn bewertet. Die Zahlen zeigen bereits, welche Bedeutung der Aktienmarkt dem Thema beimisst.

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Über den Autor
Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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