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Intel Aktie: Intel-Aktie: Im Schatten der Highflyer – Chance oder Risiko?

Das Thema Künstliche Intelligenz rückt beim IT-Giganten Intel immer mehr in den Fokus. Nachdem der Halbleiterhersteller einst den Smartphone- und Tablet-Boom komplett verschlafen hat, soll dem Unternehmen ein derartiger Fauxpas nicht noch einmal unterlaufen.

Im Bereich Künstliche Intelligenz will man deshalb von Anfang an voll dabei sein und rüstet das eigene Portfolio fleißig auf.

Doch auch beim nach wie vor wichtigsten Standbein des Konzerns – dem PC-Markt – gibt es Positives zu vermelden: Die Schwäche scheint überwunden.

Deutliche Zuwächse im PC-Geschäft haben für einen versöhnlichen Jahresausklang bei den Amerikanern gesorgt, wie die von Intel gestern nach US-Börsenschluss veröffentlichte Bilanz zeigt.

Neuer Umsatzrekord erzielt

Der Konzernumsatz von Intel wuchs im vierten Quartal 2016 im Jahresvergleich um 9,8% auf die Rekordmarke von 16,37 Mrd. Dollar.

Der Nettogewinn gab zwar um 1% auf 3,6 Mrd. Dollar nach, die Börsianer waren dennoch zufrieden: Beim Ergebnis pro Aktie hatten sie 68 US-Cent erwartet, Intel kam auf 73 Cent. Der operative Gewinn legte um 5% auf 4,5 Mrd. Dollar zu.

Die Zuwächse im Geschäft mit PC-Chips fielen nach mehreren Jahren mit einem schrumpfenden Markt ungewöhnlich deutlich aus: Der Umsatz stieg in dem Bereich um 4% auf 9,1 Mrd. Dollar. Beim operativen Gewinn gab es einen Sprung um 29,5% auf 3,5 Mrd. Dollar.

Nach wie vor profitiert Intel vom schnell wachsenden Datenverkehr. Das Geschäft mit Chips für Rechenzentren kam um 8% auf 4,67 Mrd. Dollar voran. Mit einem operativen Ergebnis von 1,88 Mrd. Dollar lief es zugleich aber gut 13% weniger ertragreich als im Vorjahresquartal.

Aktuell notiert die Aktie des Halbleiterherstellers bei 37,56 Dollar – das 2016er Hoch bei über 38,10 Dollar ist damit zum greifen nah.

Chart: Intel-Aktie

Chart_Intel

(Quelle: comdirect.de) 

Zukunftsträchtige Märkte im Blick

Im Zukunftsmarkt der vernetzten Geräte – im sogenannten Internet der Dinge – konnte der Konzern mit Sitz im kalifornischen Santa Clara ebenfalls deutlich zulegen. Der Umsatz stieg hier um 16% auf 726 Mio. Dollar.

Damit macht der Bereich aber immer noch nur einen kleinen Teil des Intel-Geschäfts aus. Sein operativer Gewinn wuchs von 133 auf 182 Mio. Dollar.

Doch Experten sehen genau in diesem Segment ein riesiges Wachstumspotenzial für Intel. Der Konzern selbst will sich verstärkt unter anderem auch im Autogeschäft etablieren und arbeitet etwa mit BMW bei der Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge zusammen.

Außerdem will die von Brian Krzanich geführte Firma bei der nächsten schnellen Datenfunk-Generation 5G mitmischen und liefert Mobilfunk-Modems für einen Teil der iPhone-7-Geräte von Apple.

Durch Übernahmen kauft sich der Konzern dabei wichtiges Know-how ein. Im August 2016 erwarb Intel für 408 Mio. Dollar das Start-up Nervana, das einen klaren Fokus auf Deep Learning und Künstliche Intelligenz hat.

Und auch beim Top-Zukunftsthema Autonomes Fahren haben sich die Kalifornier zuletzt durch eine aussichtsreiche Unternehmensbeteiligung verstärkt. Denn Chiptechnologien für selbstfahrende Fahrzeuge sind gefragter denn je.

Erst kürzlich meldeten die Kalifornier, sich mit 15% am Kartendienst Here beteiligt zu haben, an welchem auch bereits Audi, BMW und Daimler Anteile halten.

Intel-Aktie – Das müssen Sie jetzt beachten

Noch laufen die Umstrukturierungsmaßnahmen bei Intel. Und noch hinkt das Unternehmen im Bereich der Cloud-Technologien und dem Internet der Dinge Chip-Giganten wie AMD oder nVidia hinterher.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Intel nur mit einem unveränderten Umsatz wegen des Verkaufs der IT-Sicherheitssparte.

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Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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