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IBM Aktie: IBM Aktie: Unterschätztes Cloudgeschäft?

Das Jahr 2017 markiert einen wesentlichen Abschnitt mit Blick auf den rasanten technologischen Fortschritt unserer Zeit. Im Herbst wird das iPhone zehn Jahre alt und ungefähr zeitgleich soll mit dem Model 3 das erste massentaugliche Fahrzeug des E-Auto-Herstellers Tesla vom Band laufen.

Smartphones haben unseren Alltag im vergangenen Jahrzehnt revolutioniert, zunehmend automatisierte und elektrisch betriebene Fahrzeuge werden uns wohl in den kommenden zehn Jahren beschäftigen. Beide technologischen Revolutionen haben für die jeweils beteiligten Branchen massive Umbrüche mit sich gebracht oder werden dies in Zukunft noch tun.

Umbrüche im Technologiesektor

Besonders deutlich zeigt sich das beim Blick auf den Markt mit klassischen PCs. Die sind spätestens seit dem Siegeszug der Smartphones und Tablets zu wahren Ladenhütern geworden. Privathaushalte verzichten zunehmend komplett auf die Geräte, benötigt werden sie fast nur noch zur Ausstattung von Unternehmen.

Und so sind auch die Branchengrößen von einst, die die Computerentwicklung vor allem in den 1990er Jahren massiv vorangebracht haben, gezwungen, ihre Geschäftsfelder neu auszurichten.

IBM beispielsweise hat bereits vor Jahren damit begonnen, seine Schwerpunkte zu verschieben und sich anders aufzustellen. Gerade in den Bereichen Hard- und Software wurde vieles verkauft oder eingestampft, dafür wurden an anderer Stelle fleißig Zukäufe getätigt.

Watson soll Mediziner unterstützen

Besonders deutlich wird das mit Blick auf den Supercomputer namens Watson. Der hat in den vergangenen Jahren massiv dazugelernt – und zwar vor allem im medizinischen Bereich. Mit Hilfe zigtausender Datensätze, Röntgenbildern, Patientenakten und Fachliteratur wurde der Computer darauf trainiert, Therapieansätze zu erarbeiten, insbesondere im Bereich der Krebsforschung.

Hier war Watson durchaus erfolgreich. In Testreihen hat der Computer in beeindruckenden 99 Prozent der Fälle die gleichen Behandlungsvorschläge erarbeitet wie die behandelnden Ärzte – plus Alternativen, die vom menschlichen medizinischen Fachpersonal zum Teil übersehen wurden.

Wer mit Watson zusammenarbeitet, hat dementsprechend einen riesigen Erfahrungsschatz vor sich und kann diese Ergebnisse mit in die Behandlungsplanung einbeziehen. IBM will auf diese Weise kräftig mitmischen im Gesundheitsbereich.

IBM Aktie: Unterschätztes Potenzial?

Mit Blick auf den Aktienkurs lief es hingegen zuletzt weniger rund: Nach einer mehrmonatigen Rally hat das Papier seit Anfang März deutlich Federn lassen müssen, wohl nicht zuletzt Gewinnmitnahmen belasteten den Kurs.

Der Wert der IBM Aktie fiel um etwa 4 Prozent von gut 173 Euro Anfang März auf zuletzt rund 163 Euro zurück. Dennoch steht auf Jahressicht unterm Strich ein Plus von 22 Prozent.

Analysten sehen zudem weiteres Aufwärtspotenzial. Eine aktuelle Einschätzung von Morgan Stanley empfiehlt die IBM Aktie zum Kauf und hat das Kursziel von 187 auf 212 US-Dollar angehoben. Der Studie zufolge werden die Erfolge des Unternehmens im Cloud-Geschäft durch den Markt bislang nicht hinreichend gewürdigt, bis 2020 aber stark an Bedeutung gewinnen.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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