MenüMenü

General Electric Akt.: General Electric: Neuer Chef, neuer Schwung, neue Erfolge?

Während der Technologiesektor am Freitag und Montag auf breiter Flur – erst in Übersee und im Anschluss daran auch hierzulande – mit heftigen Abverkäufen zu kämpfen hatte, schaltete eine Aktie, vollkommen unbeirrt von den überraschenden Verwerfungen, in den Klettermodus.

Die Rede ist vom US-Technologiekonzern General Electric.

Dieser sorgte gestern nämlich mit der Ankündigung eines Wechsels an der Führungsspitze für gute Laune und Fantasie bei den Aktionären. Der langjährige Unternehmenslenker des Industrie-Riesen, Jeffrey Immelt, macht auf seinem Chefposten Platz für Nachfolger John Flannery. Aber der Reihe nach…

Es begann alles mit einer Glühbirne

Was Ende des 19. Jahrhunderts mit der Erfindung der Glühbirne durch Thomas Alva Edison begann, wurde eine der großen Erfolgsgeschichten der industriellen Revolution des 20. Jahrhunderts: Edison bezog 1876 ein Labor im kalifornischen Menlo Park.

In diesen Laboratorien machte er mehrere bahnbrechende Entdeckungen, u.a. erfand er dort auch die Glühbirne.

Im Jahr 1890 gründete er in den USA die Edison General Electric Company, um seine verschiedenen Unternehmungen unter einem Dach zu vereinen. Dieses Unternehmen fusionierte 1892 mit der Thomson-Houston Electric Company zur General Electric Co.

Das war aus finanziellen Gründen erforderlich, denn Fehlentscheidungen wie beim Wechselstrom, auslaufende Patente sowie hohe Kosten durch Expansion und Patentrechtsstreite brachten das noch junge Unternehmen in Schieflage.

Auch gut 125 Jahre später durchläuft General Electric (GE) eine Phase des Umbruchs. Die Old Economy tat sich lange sehr schwer damit, ins neue Technologie-Zeitalter durchzustarten und ein Riesen-Konglomerat wie GE erst Recht.

Doch GE ist es bislang in jedem Sturm gelungen, das Steuer herumzureißen. Und auch diesmal stehen die Chancen sehr gut, dass es gelingt, den Koloss in ruhigere Fahrwasser zurückzubringen.

Immelt tritt nach 16 Jahren ab

Dies wird ab 1. August nun die Aufgabe von John Flannery sein, der dann Jeffrey Immelt als Vorstandschef ablösen wird. Dass der US-Industriekonzern einen neuen Chef bekommt, teilte das Unternehmen am Montag überraschend mit.

Immelt führte den Industrie-Riesen seit knapp 16 Jahren. In seine Amtszeit fiel die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise, die GE schwer belastet hatte. Nach dieser Erfahrung hatte er die weitgehende Trennung von der Finanzsparte beschlossen und vorangetrieben.

Bei Investoren stand Immelt allerdings insbesondere wegen der schwachen Aktienkursentwicklung der jüngeren Zeit in der Kritik. Während der marktbreite New Yorker S&P 500-Index seit Beginn des Jahres bisher knapp 9% zulegte, verlor das Papier von GE im gleichen Zeitraum um die 12%.

Zudem hinkte die Aktie der Kursentwicklung von Konkurrenten wie Siemens hinterher. Erst im März hatte Immelt auf Druck von Investoren dem Konzern neue Ziele im Industriegeschäft verordnet und die Gehälter im Top-Management stärker an den Geschäftserfolg geknüpft.

Neuer Chef, neuer Schwung, neue Erfolge?

Die Nachricht über den jetzigen Führungswechsel wurde an der Börse mit Wohlwollen aufgenommen. Auf dem Frankfurter Börsenparkett notiert die GE-Aktie aktuell bei 25,99 Euro, an der Wall Street bei 28,94 Dollar.

Seitdem die Aktie seit Dezember 2016 immer weiter gen Süden abgesackt ist, hat sie nun wieder in den Vorwärtsmodus geschaltet.

Chart: General Electric-Aktie (Dollar-Kurs)

Chart_GE (002)

(Quelle: comdirect.de)

Flannery habe „komplexe Finanz- und Industriegeschäfte auf der ganzen Welt geleitet und dabei dem Medizintechnikgeschäft, dem Indiengeschäft und dem GE-Geschäftsentwicklungsteam während der erfolgreichen Alstom-Übernahme vorgestanden“, sagte Vorstandsmitglied Jack Brennan.

Flannery begann seine Karriere bei GE im Jahr 1987 und leitete bisher das Medizintechnikgeschäft. Unter seiner Führung erzielte die GE-Gesundheitssparte im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwas über 18 Mrd. Dollar. Immelt bleibt noch bis Ende des Jahres Chef des Verwaltungsrates.

Dann wird Flannery auch diesen Posten übernehmen. Immelt habe das Unternehmen umgebaut und auf die Weltmärkte ausgerichtet, würdigte der neue Chef Flannery seinen Vorgänger.

GE zahlt seit 118 Jahren Dividende

Nun noch einige Fakten, die Sie als Anleger vielleicht interessieren könnten: Wussten Sie, dass GE das einzige Unternehmen im Dow Jones ist, das bereits bei der Gründung des Börsenindex enthalten war? Und auch beim Thema Dividendenzahlung lohnt sich ein genauerer Blick.

Die erste Dividende schüttete der Konzern vor sage und schreibe 118 Jahren – im Jahr 1899 – aus! Damals feierte das Unternehmen gerade mit einem Röntgenapparat weitreichende Erfolge und hat damit eine weitere erfolgreiche Sparte, das Medizinsegment, begründet.

In den letzten Jahren hat GE den Fokus wieder auf das Industriegeschäft gelegt, das über die Jahre zu groß gewordene Finanzgeschäft wurde zurechtgestutzt. Um den Konzern auf Rendite zu trimmen, hat der scheidende Vorstandschef Immelt den Rotstift zuletzt immer wieder angesetzt.

Erst kürzlich kündigte er ein gigantisches Sparprogramm für dieses und nächstes Jahr an. Es soll die Kosten um 2 Mrd. Dollar senken. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie soll in diesem Jahr bei 1,60 bis 1,70 Dollar liegen. Beim Umsatz peilt GE ein Wachstum von 3 bis 5% an.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

Regelmäßig Analysen über Aktien erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Kathrin Dörfeld. Über 344.000 Leser können nicht irren.