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Dow Jones: Dow Jones: Wird das noch ein ganz großer Bullenmarkt?

Gestern hatten zwei enorm wichtige Tagesereignisse das Potenzial den Donnerstagshandel massiv zu beeinflussen: Die OPEC-Sitzung und die Beratungen des US-Senats über die geplante, große Steuerreform. Wie haben sich diese Ereignisse nun aber tatsächlich auf den Handel ausgewirkt?

OPEC verlängert Fördermengenbegrenzung bis Ende 2018

Die OPEC-Sitzung verlief unspektakulär. Man einigte sich auf die vorzeitige Verlängerung der Fördermengenbegrenzung bis Ende 2018. Der Ölpreis konnte erwartungsgemäß nur wenige Minuten von dem Beschluss profitieren und setzte seine vor Tagen begonnene Konsolidierung fort.

Ob es nach dem Beschluss noch zu neuen Jahreshochs kommen wird oder ob sich die Korrektur mangels neuer Impulse nun ausweitet, ist weiterhin offen. Spannender war ohnehin das andere, gestrige Ereignis:

Bezüglich der US-Steuerreform gab es eine etwas unerwartete Entwicklung: Die Herrschaften debattieren immer noch und werden frühestens heute zu einem Beschluss kommen. Knackpunkt ist immer noch die Tatsache, dass den meisten Senatoren die Steuerentlastung zu weit geht/ zu teuer wird.

Es wird daher an einem mehrheitsfähigen Kompromiss gearbeitet. Wahrscheinlich wird die steuerliche Entlastung dann etwas geringer ausfallen als ursprünglich geplant (im Gespräch sind automatische Steueranpassungen), ohne jedoch die erhofften Wachstumseffekte allzu sehr zu gefährden. Mal sehen, wie groß der Wurf schlussendlich wird.

US-Steuerreform heute? Chancen auf Einigung gestiegen!

Die gute Nachricht: Damit steigen die Chancen, dass es überhaupt eine Steuerreform gibt! Wenn Sie die US-Kommentare zu diesem Ereignis lesen, dann spüren Sie, wie groß die Vorfreude vieler Amerikaner auf „mehr Geld in der Tasche“ ist.

Und da die Herrschaften ihr Geld lieber ausgeben als sparen, dürfte jeder Dollar mehr künftig auch in den Konsum fließen und somit die Wirtschaft voranbringen, was dem hochverschuldeten Staat wiederum höhere Steuereinnahmen bringen sollte. So zumindest die Idee.

Stellen Sie sich das einmal bei uns vor! Stellen Sie sich vor, eine neue Bundesregierung würde wirklich eine massive Steuerentlastung (der Bürger, weniger der Unternehmen) beschließen, nachdem wir seit langer Zeit mit die höchste Steuerbelastung der ganzen Welt haben.

Nachdem der Mittelstand in den vergangenen Jahrzehnten systematisch gemolken wurde und ausgeblutet ist, um wahnwitzige Umverteilungsprojekte sozialistischer Bauart zu finanzieren (etwa den EU-Bürokratenapparat oder „Entwicklungshilfe“, die in erster Linie korrupten Regimes in der Dritten Welt das Überleben sichert). Was würde für ein Ruck, für eine Aufbruchsstimmung in diesem Land herrschen!

Leider nur ein Traum, denn die deutschen Wähler haben sich zuletzt mehrheitlich wieder für die alten, ideenlosen Krusten entschieden. Immerhin so wenige Wähler, dass es nicht einmal mehr für stabile Mehrheiten recht. Das macht etwas Hoffnung, dass sich vielleicht in vier Jahren etwas ändern könnte.

Aber zurück zum US-Markt. Der war offenbar erfreut, dass die Vorfreude auf die Steuerreform nun mindestens einen Tag länger dauern kann und sprang auf ein neues Allzeithoch.

Dow Jones im November gleich mit zwei Rekorden!

Der Dow Jones erreichte erstmals in der Geschichte die runde Marke von 24.000 Punkten. Der Index konnte mit dem Ende des Monats November aber noch einen weiteren Rekord verbuchen: Er erreichte die meisten Monatsgewinne in Folge seit 22 Jahren!

Der Dow steigt nämlich bereits 8 Monate in Folge! Allein im November um +3,8%, wobei ein Großteil der Gewinne erst in den vergangenen drei Tagen zustande kam.

Ältere Leser erinnern sich vielleicht: Vor 22 Jahren (also im Jahr 1995, ich hatte mit Aktien damals noch nichts am Hut) tobte ein kräftiger und jahrzehntelanger Bullenmarkt, der erst im März des Jahres 2000 sein vorläufiges Ende finden sollte.

Dow Jones Tageschart: Neuer Rekord – 24.000er Marke geknackt!

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Wird das noch ein ganz großer Bullenmarkt?

Auch seit dem Jahr 2013 haben wir wieder einen großen Bullenmarkt, der dem der 1980er und 1990er Jahre durchaus das Wasser reichen könnte.

Aus charttechnischer Sicht spricht jedenfalls nichts für ein nahes Ende dieser Rally. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die runde 24.000er Marke für den Dow eine Verschnaufpause bedeuten könnte. Wie so häufig an runden Marken.

Ich gehe weiter davon aus, dass es NACH dem US-Senatsbeschluss zu Gewinnmitnahmen kommen dürfte. Da sich die positiven Effekte der Steuerreform aber überhaupt erst im kommenden Jahr zeigen werden, dürfte die Rally spätestens dann neue Nahrung erhalten.

Mehr als eine Verschnaufpause ist daher vorerst nicht zu erwarten.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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