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Dow Jones: Dow Jones Analyse: Zuviel des Guten?

Erst das Vorwahldrama in den USA, als die Mainstreammedien und die Wall Street einig waren, dass ein Präsident Trump direkt in den Weltuntergang führen würde (abzulesen am gigantischen vorbörslichen Kurseinbruch am Tag nach der Wahl).

Dann die schier grenzenlose Euphorie derselben Marktteilnehmer, die Trump nun offenbar als den neuen Messias ansehen. Beide Reaktionen waren bzw. sind völlig übertrieben, was in Korrekturen endet.

Erst Trump-Panik, jetzt Trump-Euphorie

Bleiben wir auf dem Teppich. So gut und vielversprechend die letzten Börsenwochen auch waren was die weitere Amtszeit des neuen US-Präsidenten angeht: Die gegenwärtige Überhitzung wird die kommenden Monate an den Börsen nicht gerade einfacher machen.

Momentan fiebert der Markt einer (angeblichen) Steuersenkung Trumps entgegen, die im Laufe der nächsten Wochen angekündigt werden soll. Details sind unbekannt. Ebenso, ob sich dafür die notwendigen parlamentarischen Mehrheiten finden werden.

Ganz abgesehen von der Tatsache, dass solche Maßnahmen nicht vor 2018 greifen werden (was auch für die geplanten Infrastrukturmaßnahmen gilt).

Die Börsen preisen Ereignisse üblicherweise mit etwa 6 Monaten Vorlaufzeit ein. Bei Ereignisse, die erst im Laufe des kommenden Jahres wirksam wären, sind sie eindeutig zu früh dran. Momentan erschöpfen die Anleger ihre Kräfte, was über kurz oder lang zu einer Korrektur führen muss.

Dow Jones: Zuviel des Guten?

Der Dow Jones etwa eilt seit mehreren Tagen wieder von einem neuen Allzeithoch zum nächsten. Im Dezember und Januar gab es zuvor nur eine kleine Seitwärtshase zum Verschnaufen. Nicht genug, um die bereits große Euphorie abzubauen.

Der letzte wirklich negative Handelstag mit einem Schlusskurs im unteren Fünftel der Tagesspanne liegt schon eine ganze Weile zurück. Es gab ihn am 28. Dezember, also vor 30(!) Handelstagen.

Dow Jones Tageschart: Seit 30 Handelstagen schönes Börsenwetter

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Diese Strecke von guten Börsentagen in Folge ist ungewöhnlich lang. In den letzten 30 Jahren wurde sie erst achtmal übertroffen. Jedes Mal kam es danach zu einer erhöhten Volatilität an den Börsen.

Oft verbunden mit einer Korrektur (Durchschnittsverlust im Maximum: 7 Prozent). Wenn sich die Anleger wie jetzt besonders sicher fühlen, hat dieser schöne Zustand an der Börse meist bald ein Ende.

Vorsicht: Es dürfte bald holpriger werden an den Börsen

Das heißt nicht, dass es ab jetzt abwärts gehen muss. Aber das heißt, dass es bald holpriger werden dürfte.

Die „übliche“ 7-Prozent-Korektur würde den Dow Jones ausgehend vom gegenwärtigen Niveau auf 19.000 Punkte zurückwerfen und damit ein ganzes Stück der Trump-Rally zwischenzeitlich wieder abfrühstücken. Aber es kann ja zuvor noch ein Stück höher gehen.

Profitiert Gold erneut?

Eine Anlageklasse dürfte in den kommenden Monaten aber erneut profitieren: Gold. Anders als die Aktienbörsen ist Gold nicht zu früh dran, wie die jüngsten Inflationsdaten zeigen.

Die gestrige Verbraucherumfrage der NY Fed zeigte Inflationserwartungen von satten 2,8 % – und damit den höchsten Stand seit 19 Monaten!

Daran gemessen müsste der Goldpreis eigentlich über seinen 2016er Hochs von 1370 Dollar notieren. Er steht derzeit aber nur bei 1230 Dollar. Allein schon daraus ergibt sich ein hübsches Aufwärtspotenzial.

Mal sehen was die US-Notenbank dazu sagt, die sich zuletzt erstaunlich kleinlaut in Bezug auf Inflation und Zinsschritte gab. Morgen beginnt die Anhörung von FED-Chefin Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des US-Senat.

Hier erhofft sich der Markt mögliche Hinweise auf den nächsten Zinsschritt. Gegenwärtig liegt die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung im März bei nur 18 %. Sollte die Notenbankchefin hier mehr Gas geben wollen, dann müsste sie jetzt schleunigst verbal intervenieren.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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