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Caterpillar Aktie: Ist das der große Gewinner der Trump-Ära?

Als Aktionär der Caterpillar Inc. profitieren Sie direkt von den Entwicklungen des größten Baumaschinenherstellers der Welt; dessen orangefarbene Baufahrzeuge mit dem markanten CAT-Logo seit mittlerweile mehr als 90 Jahren die Baustellen dieser Welt dominieren.

Die Kunden von Caterpillar sind über die ganze Welt verstreut. Die Produktpalette umfasst dabei nicht nur Bagger oder Planierraupen. Bergbaumaschinen, Diesel- und Erdgasmotoren, industriell eingesetzte Gasturbinen und dieselelektrische Lokomotiven runden das Angebot ab.

Die Nummer 1 unter den Baumaschinenherstellern der Welt

2015 erzielte der amerikanische Großkonzern mit Sitz in Illinois (USA) mehr als 47 Mrd. US-Dollar an Umsatzerlöse. Davon entfielen mehr als 24 Mrd. US-Dollar auf die Sparte der Baumaschinen.

Damit liegt Caterpillar mit mehr als 10 Mrd. Abstand deutlich vor seinem größten Konkurrenten Komatsu aus Japan und belegt nach wie vor Platz 1 unter den Baumaschinenherstellern der Welt.

Größte Baumaschinenhersteller weltweit nach Absatz in 2015 (in US-Dollar)

Quelle: https://de.statista.com

Doch bevor wir uns näher damit beschäftigen, ob auch die Aktie von Caterpillar zu den besten der Welt gehört, folgt zunächst ein kurzer (und nicht weniger spannender) Abriss der historischen Entwicklung dieses Traditionsunternehmens.

Begonnen hat alles 1925 mit der Caterpillar Tractor Company. Sie war das Ergebnis des Zusammenschlusses zweier Firmen: der C. L. Best Tractor Company von Daniel Best und der Holt Manufacturing Company, deren Geschäftsführer Benjamin Holt war.

Erschaffen, Bauen, Probleme lösen – Die Maxime der Raupe

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts setzte Benjamin Holt Maßstäbe in der Entwicklung leistungsstarker Baumaschinen, indem er als einer der ersten überhaupt das so genannte Kettenlaufwerk einsetzte.

Diese völlig revolutionäre Art der Fortbewegung resultierte daraus, dass Holt eine Möglichkeit suchte, um die Zugkraft und die Beweglichkeit seines schweren Dampftreckers (einer damals ebenfalls revolutionären Entwicklung) deutlich zu verbessern.

Dazu ersetzte er die Räder durch Holzbretter, die durch Ketten verbunden waren. Diese Entwicklung funktionierte so gut, dass ein Zuschauer, der diesem Spektakel beiwohnte, dieses ungewöhnliche Gefährt mit einer dahinkriechenden Raupe (engl. Caterpillar) verglich und damit den Namen prägte, der sich heute weltweiter Bekanntheit erfreut.

1910 ließ Holt den Namen Caterpillar als Handelsmarke eintragen.

Der Grundstein für den globalen Siegeszug von Caterpillar war gelegt

Die damals geschaffene Raupentechnologie fand großen Anklang, wurde mit fortschreitender Technologie immer weiterentwickelt und findet bis heute bei Kettenfahrzeugen jeglicher Art (wie z. B. Planierraupen und Panzern) Anwendung.

Auf der firmeneigenen Homepage beschreibt Caterpillar die Firmengeschichte als „eine Geschichte des Tuns: Erschaffen, Bauen, Probleme lösen, Erfinden, Testen, Dienstleistungen anbieten und Verbessern.“

Und ein weiterer Blick auf die historische Entwicklung zeigt, dass Caterpillar nicht untertreibt. Denn tatsächlich waren deren Baumaschinen in erheblichem Maße an dem Aufbau bekannter Monumente und Bauprojekte beteiligt.

Dazu zählen beispielsweise der Bau der berühmten Golden Gate Bridge, oder auch der Bau des berühmten Mississippi Damms, der nach der großen Flutkatastrophe in 1927 gebaut wurde und dessen Dammsystem zu den größten der Welt gehört.

Aber auch im 2. Weltkrieg war Caterpillar großflächig vertreten und unterstützte die amerikanischen Soldaten mit mehr als 51.000 Planierraupen.

Diese Raupe beherrscht die Großbaustellen dieser Welt

Doch auch weltweit war (und ist) Caterpillar mit seinen Maschinen in den Aufbau von Straßennetzen, Versorgungswegen und der Fertigstellung von Großprojekten wie den Olympischen Spielen involviert.

Und Caterpillar ruht sich nicht auf Erfolgen der Vergangenheit aus. Stattdessen setzt der US-Konzern bereits seit den 60er Jahren verstärkt auf gezielte Unternehmenskäufe, um so seine Produktpalette immer auf dem neuesten Stand des Fortschritts zu halten und stets führender Anbieter auf dem Weltmarkt der Baumaschinen zu sein und diese Position auch beizubehalten.

Mit Finanzierungsdienstleistungen zum All Inclusive-Anbieter

Um den Absatz der teuren Maschinen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu gewährleisten, tritt Caterpillar zudem als Finanzdienstleister auf, um seinen Kunden maßgeschneiderte Finanzierungs- und Versicherungsangebote unterbreiten zu können.

Heute sind mehr als 100.000 Menschen in über 100 Ländern für den Großkonzern tätig. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 47 Mrd. US-Dollar in 2015 belegt Caterpillar Platz 54 in der Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen der USA (Fortune500).

Die Probleme der Weltwirtschaft machen auch vor Caterpillar nicht Halt

Dennoch können diese Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Caterpillar in den letzten Jahren herbe Umsatzeinbußen verkraften mussten. Zuletzt stieg der Konzern im Ranking der Fortune500 um 5 Plätze ab.

Ausschlagegeben waren u. A. eine schwache Wirtschaft in China und Brasilien sowie niedrige Rohstoffpreise. Diese Umstände sorgten für Umsatzeinbußen in Höhe von 15%. In der der etwas längerfristigen Betrachtung seit 2012 gingen die Umsätze sogar um ganze 29% zurück.

Warum also könnte ein langfristig orientierter Anleger dennoch auf die Idee kommen in dieses Unternehmen zu investieren?

Schauen wir einmal auf die Daten und Fakten, die das Potential haben über die Umsatzrückgänge der letzten Jahre hinwegzutrösten: Die Dividende.

Börsengang & Dividende

Bereits seit 1933 zahlt der US-Konzern seinen Aktionären eine quartalsweise Dividende aus. In 2016 erhöhte Caterpillar bereits das 23. Jahr in Folge die jährliche Dividende.

Somit darf Caterpillar sich erst in 2 Jahren zum erlauchten Kreise des Dividenden­aristrokraten zählen, wenn das Unternehmen die Erhöhung der Dividenden auch in diesem und dem folgenden Jahr beibehalten kann.

Caterpillar-Management: Die Dividende immer im Fokus

Die in 2016 an jeden Anteilseigner ausgezahlte Dividende betrug 3,01 US-Dollar pro Aktie, was bei einem Aktienkurs von 78,11 Euro (06/2016) einer Dividendenrendite von 4,43 Prozent entspricht. Die nächste Quartalsdividende wird im Februar 2017 ausgezahlt.

Caterpillar Dividendenchart in USD (2004 -2016)

Quelle: www.finanzen.net

Generell lässt sich feststellen, dass das Caterpillar-Management vor allem den Dividendenzahlungen und dem Erhalt eines guten Kredit-Ratings einen hohen Stellenwert einräumt.

Daher können Anleger zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass aller Voraussicht nach auch in den nächsten Jahren die Dividendenzahlungen weiter steigen oder aber zumindest auf gleichbleibend hohem Niveau verharren werden.

Betrachten wir die Umsatzentwicklung der letzten Jahre, so wird klar, dass dieses Argument ausschlaggebend sein kann, um Anleger auch in schlechten Jahren bei der Stange zu halten.

Denn das Hauptgeschäft von Caterpillar ist in großem Maße abhängig von Konjunkturzyklen. Der folgende Langfristchart verdeutlicht dies:

Langfristchart Caterpillar Inc seit 2006 (ISIN: US1491231015)

                                                                                                                                            

Vor allem die Wirtschaftskrise 2008/2009 sorgte für heftige Kurseinbrüche und enorme Umsatzverluste bei Caterpillar. Damals brach der Umsatz innerhalb eines Jahres um gute 37% ein, was einem Verlust von fast 20 Mrd. US-Dollar entsprach.

Doch der Kurs konnte diesen krassen Einsturz gut verkraften und besann sich. Aktionäre, die im Februar 2009 zum absoluten Tiefpunkt bei knapp 18 Euro eingestiegen und bis heute dabeigeblieben sind, wurden mit einem Gesamtgewinn von 418% und einer Jahresrendite von 22,85% belohnt. Im Vergleich dazu konnte der S&P500 im gleichen Zeitraum jährlich etwa 13% zulegen.

Umsatzentwicklung Caterpillar 2004 – 2015 (in Mrd US-Dollar)

Quelle: https://de.statista.com

Chart und Grafik verdeutlichen es: In 2010 stabilisierte sich der Umsatz wieder und der Aktienkurs tat es ihm gleich. Vor allem die Folgejahre 2011 und 2012 sorgten für ungeahnte Höhenflüge, so dass sowohl Umsatz als auch Aktienkurs in beiden Jahren neue Hochs ausbildeten. Die jedoch kurz darauf wieder ein jähes Ende fanden und seither in weite Ferne gerückt sind.

Wie bereits dargestellt, muss Caterpillar vor allem seit 2015 wieder Federn lassen. Eine schwache Wirtschaftslage in den Schwellenländern in Kombination mit sinkenden Rohstoffpreisen sorgten für Umsatzeinbrüche von fast 15%. Besonders schmerzlich: Der sinkende Ölpreis führte dazu, dass Aufträge für Ölbohranlagen um 90% einbrachen.

Caterpillar Inc seit 2015 (ISIN: US1491231015)

 

Das letzte Tief wurde im Januar 2016 bei knapp 53 Euro markiert. Seither scheint das Schlimmste überwunden und der Wert pro Aktie konnte innerhalb eines Jahres wieder um fast 40% zulegen. Aktionäre, die zu diesem Punkt eingestiegen sind, haben mit einer Jahresrendite von 75% ein glückliches Händchen bewiesen.

Seit November 2016 scheint der Kurs sich wieder gefangen zu haben. Seither konnte der Kurs um die 23% zulegen.

Tradition verpflichtet aber dennoch gilt: Augen auf beim Aktienkauf!

Caterpillar ist ein Unternehmen mit Geschichte und Tradition, dessen (Bau-) Maschinen auf der ganzen Welt bekannt, beliebt und nachgefragt sind. Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der Konzern aufgrund seiner Abhängigkeit von Wirtschaftszyklen immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben wird und sich stets neuen Herausforderungen stellen muss, um seine Vormachtstellung auch in Zukunft behalten zu können.

Zum jetzigen Zeitpunkt scheint das Schlimmste überstanden zu sein. Aktionäre steigen wieder vermehrt in den Wert ein und der Abwärtstrend bei den Rohstoffpreisen scheint allmählich ein Ende zu finden, eine Bodenbildung könnte absehbar sein.

Trumps Investitionspläne könnten für steigende Umsätze sorgen

Auch die von Trump angekündigten, milliardenschweren Investitionsprogramme in die Erneuerung der maroden US-Infrastruktur könnten sich in naher Zukunft auf die Umsätze – und damit im Umkehrschluss auch auf den Aktienkurs – positiv auswirken.

Positiv ist auch, dass Caterpillar alles daransetzt, neue Einnahmequellen zu erschließen. Beispielsweise investiert der Konzern jährlich 2 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung.

Das Ergebnis sind schon jetzt neuartige Technologien, die große Unternehmen (und damit die Endkunden) mittels eines ausgeklügelten Flottenmanagements dabei unterstützen, die extrem teuren Baumaschinen so wirtschaftlich wie möglich einzusetzen.

Zusätzlich setzt Caterpillar konsequent den Rotstift an, um die eigenen Kosten bestmöglich zu reduzieren. Denn das Ziel das Managements ist klar definiert:

Egal wie sich der Umsatz entwickelt, die Dividende bleibt erhalten!

Zumindest vorerst. Die Aktionäre freut es. Denn dadurch ist eine Investition in diesen Wert – selbst in Jahren sinkenden Umsatzes – ein Hingucker.

Dennoch empfiehlt es sich, nicht vorschnell einzusteigen. Als aktiver Anleger sollte der Wert stets beobachtet werden, um die bestmöglichen Ein- und Ausstiegsignale zu erkennen.

Sobald die Auftragslage wieder Fahrt aufnimmt, könnte das letzte Allzeithoch schnell wieder in Sicht kommen. Schnelle Gewinne von bis zu 20% (und mehr) wären dann der Lohn der Geduld.

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