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Dow Jones: Atomkrieg, wenn Trump jetzt einen falschen Schritt macht

Nach 10 Gewinntagen in Folge – einer auch im historischen Vergleich ungewöhnlich langen Gewinnstrecke – gab es gestern kein Plus mehr.

Dow Jones Industrial Average: Der Index erreichte zwar intraday noch ein neues Allzeithoch bei 22.200 Punkten, beendete den Handel am Dienstag aber mit einem marginalen Minus.

Zurück bleibt eine potenzielle Toppingkerze. Ähnlich sieht es bei anderen Indizes aus (etwa beim S&P 500, der gestern nahezu mein Rallyziel von 2500 Punkten erreichte). Zudem sind bereits wichtige Vorläuferindizes auf dem Weg nach Süden.

Gut möglich, dass wir gestern die Hochs der Sommer-Rally gesehen haben und ab jetzt eine Korrekturphase bekommen.

Dow Jones Industrials Tageschart: Ende der Sommer-Rally?

indu (003)

„Alle“ sehen eine Korrektur

Eine solche Korrektur sehen allerdings fast alle namhaften und weniger namhaften Charttechniker derzeit. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Wenn alle der gleichen Meinung sind, macht der Markt oft das Gegenteil von dem was erwartet wird.

Heißt: Entweder sehen wir höchstens eine Mini-Korrektur – oder der Markt bricht richtig nach unten weg.

Für beide Varianten wäre Stoff vorhanden. Wie wäre es denn mit einem netten kleinen Koreakrieg? Der Ton zwischen Nordkorea und den USA verschärft sich zunehmend. Noch kann das ganze unter der Rubrik „Machtpoker“ abgetan werden.

Aber was, wenn einer einen falschen Zug macht und überreizt? Die Börsen schauen genau hin.

Korrektur-Auslöser Nordkorea?

Anlass für das gestrige Intraday-Reversal an den US-Börsen war offenbar eine Drohung von Donald Trump gegenüber Nordkorea:

„US-Präsident Trump warnt Nordkorea davor, keine weiteren Drohungen gegenüber den USA abzugeben: „Best not make any more threats to the U.S. They will be met with fire and fury like the world has never seen.“ (Quelle: Guidants News)

Nordkorea hatte zuvor nach der erneuten Verschärfung von UN-Sanktionen wegen seiner fortgesetzten Raketentests den USA mit einer Bestrafungsaktion gedroht.

Der Konflikt wurde bisher von den Börsen ausgeklammert. Jetzt wird er wahrgenommen. Möglicherweise wird dieser der Auslöser einer Korrektur, deren Heftigkeit vom Verlauf dieser Krise bestimmt werden wird. Wie diese verlaufen wird, das wissen weder die Börse noch die Politik.

Wer gewinnt, wer verliert

Aber Sie sollten wissen, was dann an den Märkten passieren kann. In solchen Krisenzeiten gibt es nämlich traditionelle Gewinner und Verlierer. Verlieren dürften Aktien, allen voran etwa Airlines bzw. der Transportsektor.

Versorger, Pharma- und Rüstungsaktien hingegen können sogar gewinnen. Stärker gewinnen dürften Gold, Öl und der Dollar (was auch heißt, dass der Euro unter Druck gerät).

Ein steigender Dollar wiederum, bedeutet, dass US-Aktien für Euro-Anleger sicherer sein dürfte als europäische Aktien, weil diese von der Dollaraufwertung profitieren.

Eine taktische Positionierung in diese Richtung macht also Sinn. Selbstredend wird nichts aus einer DAX-Erholung, wenn die US-Börsen ab jetzt korrigieren sollten.

Aber vielleicht besinnt man sich in Washington morgen schon wieder und schlägt wieder versöhnliche Töne an. Dann gibt es keine Koreakrise. Die beschriebenen Entwicklungen halte ich dennoch für möglich.

Der Markt bewegt sich bereits in diese Richtung. Ohne heiße Krise werden die Bewegungen dann nur wesentlich moderater ablaufen.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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