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DAX 40 : DAX: Gebert-Verkaufssignal seit Mai aktiv

Ich kenne einen wirklich guten langfristigen Signalgeber für den deutschen Aktienmarkt: den Gebert-Indikator. Und genau den schauen wir uns heute mal wieder genauer an.

Zuletzt hatte der Gebert-Indikator ein Problem mit der DAX-Entwicklung. Laut Indikator hätten Sie bereits Anfang Mai bei Kursen um 15.200 Punkte aus dem DAX aussteigen müssen. Dennoch konnte der DAX im August ein neues Allzeithoch bei rund 16.030 Punkten verbuchen. Trotz nachteiliger Saisonalität und entgegen dem Signal des Gebert-Indikators.

DAX Tageschart: Gebert-Verkaufssignal seit Mai aktiv

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Quelle: stockcharts.com/ eigene Darstellung

Das Verkaufssignal des Indikators kam also mindestens vier Monate zu früh. Denn bis heute ist der DAX noch immer nicht eingebrochen. Und es sieht kurzfristig nicht danach aus, als wollte dieser das sofort nachholen.

Erfahrene Anleger stört das jedoch nicht. Sie wissen: Mit dem Gebert-Indikator war in den vergangenen Jahrzehnten langfristig eine deutliche Outperformance gegenüber einer ständigen Investition im DAX möglich. Was sagt der Indikator nun für den September?

Dazu müssen wir uns die vier Komponenten des Signalgebers einzeln anschauen, die Punktwerte zwischen 0 und 1 annehmen können.

1. Leitzins: Die letzte Leitzinsveränderung der Europäischen Zentralbank (EZB) war eine Zinssenkung: Das bedeutet: 1 Punkt. Eine Zinssenkung wertet der Indikator positiv.

2. Inflationsrate: Die HICP-Inflationsrate für die Eurozone lag im Juli (dem letzten Monat, für den endgültige Daten vorliegen) bei 2,2 Prozent und damit höher als ein Jahr vorher (0,4 Prozent). Das bedeutet: 0 Punkte. Eine steigende Inflation wertet der Indikator negativ.

3. EUR/USD-Wechselkurs: Der Euro-Dollar-Wechselkurs lag Ende August bei 1,1809 und damit niedriger als ein Jahr zuvor (1,1938). Das bedeutet: 1 Punkt. Ein schwächerer Euro wird vom Indikator positiv gewertet.

4. Saisonalität: Da wir uns derzeit nicht innerhalb des saisonal für Aktien günstigen Zeitraums zwischen 1. November und 30. April befinden, gibt es für den Teilindikator Saisonalität weiterhin: 0 Punkte. Die aktuelle Saisonalität wertet der Indikator negativ.

Damit kommt der Gebert-Indikator aktuell auf zwei Punkte im September (von einem Punkt im August). Zwei Punkte bedeuten nach dessen Regeln aber weiterhin: „nicht im DAX investiert“. Das gilt für den gesamten Monat September. Der Ausstieg aus dem DAX im Mai wird also beibehalten.

Wie könnte es bei dem Indikator weitergehen?

Die Saisonalität steuert ab November wieder einen zusätzlichen Punkt bei. Inflation (steigend/ 0 Punkte) und Leitzins (zuletzt sinkend/ 1 Punkt) dürften unverändert bleiben. Bleibt die Frage, wie sich der Euro-Wechselkurs verändert. Nur, wenn dieser weiterhin niedriger ausfällt als vor einem Jahr, bleiben dieser Punkt bestehen. Nur dann könnte der Gebert-Indikator ab November wieder auf ein langfristige Kaufsignal drehen.

Fazit: Meiden Sie weiterhin den DAX

Für September signalisiert der Gebert-Indikator weiterhin, dass Sie als Anleger nicht im DAX investiert sein sollten. Dieses Ausstiegssignal kann sich frühestens im November ändern, sofern der Euro weiterhin schwächer tendiert. Das bleibt allerdings abzuwarten. In der Vergangenheit gab es bei einem Ausstiegssignal des Gebert-Indikators häufig schwächere DAX-Notierungen. Es wäre daher gut möglich, dass es in diesem Herbst noch zu einer ausgeprägten DAX-Korrektur kommt.

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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