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DAX 40 : DAX 40: Das riecht immer mehr nach Toppbildung!

Zu den für Anleger interessanteren gehören die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland. Da für diese Daten ausschließlich Finanzmarktexperten befragt werden, spiegeln diese die Erwartung der Börse an die nächsten Monate wider. Und genau hier sieht es zunehmend düster aus.

Im Oktober geht der ZEW-Wert für Deutschland um 4,2 auf 22,3 Punkte zurück. Der bloße Wert ist nicht der Knackpunkt, sondern dass es sich bereits um den fünften Rückgang in Folge handelt!

Finanz-Profis werden skeptisch, ZEW-Index fällt

Das bedeutet: Hier verfestigt sich eine Spirale zunehmender Skepsis bei den Finanz-Profis. Die daher zunehmend als Käufer am Markt ausfallen. Was Sie auch am DAX beobachten können, der nun schon seit April nur noch seitwärts läuft und inzwischen nach unten wegzubrechen droht.

DAX Tageschart: Das riecht immer mehr nach Toppbildung!

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Quelle: stockcharts.com/ eigene Darstellung

Welche Ursachen kommen für diese bedenkliche Entwicklung in Frage?

„Der konjunkturelle Ausblick für die deutsche Wirtschaft hat sich spürbar eingetrübt. Der erneute Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen geht hauptsächlich auf die weiterhin bestehenden Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten zurück. Die Finanzmarktexpertinnen und -experten erwarten vor allem bei den exportorientierten Branchen wie z. B. Fahrzeugbau und Chemie/Pharma eine Verschlechterung der Ertragslage“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach, die aktuellen Erwartungen.

Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank ergänzte dazu: „Zum einen laufen die Nachholeffekte im Dienstleistungssektor aus. Zum anderen belasten die Materialknappheiten die Industrie unverändert schwerwiegend. Mit der zu erwartenden schwächeren Entwicklung im Dienstleistungssektor werden die Folgen der fehlenden Vorprodukte in der Industrie jetzt deutlicher sichtbar.

Erschwerend kommen nun auch die massiv gestiegenen Energiepreise hinzu, die den wirtschaftlichen Ausblick zusätzlich belasten. Öl-, Gas- und Strompreis legen stellenweise massiv zu. Produktionskosten erhöhen sich und das Budget privater Haushalte wird gleichzeitig geschmälert. Die deutsche Wirtschaft kommt dadurch in rauere See“.

Er sieht allerdings auch Lichtblicke: „Kommt der Materialfluss wieder in Gang, wird es zu einer stark anziehenden Industriekonjunktur kommen. Einerseits werden die Unternehmen die liegengebliebenen Aufträge abarbeiten, andererseits müssen die leergefegten Lager wieder befüllt werden. Beides spricht für hohe Wachstumsraten der Industrieproduktion. Es ist noch nicht aller Tage Abend. In der Nach-Corona-Phase hat die Industrie ihre besten Zeiten erst noch vor sich.”

Ich meine: Niemand weiß, wann der Materialfluss wieder in Gang kommen wird. Gleichzeitig bleibt der strake Kostendruck durch die massive Inflation bei den Erzeugerpreisen bestehen. Womöglich führt die zunehmende Inflation bei den Verbraucherpreisen zu einer Konsumzurückhaltung bei den Konsumenten und zu höheren Lohnforderungen, was noch stärker auf die Unternehmensgewinne drücken würde.

Ich sehe daher eher eine Verschärfung des Problems als eine baldige Entspannung. Aus diesem Grunde und aufgrund der charttechnisch angespannten Situation rate ich Ihnen derzeit von einem DAX-Engagement ab. Ich sehe unterdessen in anderen Märkten weitaus bessere Gewinnchancen.

DAX Zeitung – skywalker_ll ado

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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